Franken-Tatort: Mord perfekt, Abend auch?

Der Täter, heißt es, kehrt immer an den Tatort zurück. So auch auch bei der Vorpremiere des zweiten Franken-Tatorts am Montagabend in Würzburg. Selbstredend, dass an dieser Stelle nicht verraten wird, wer der Mörder ist. Nur so viel: er war unter den rund 400 Gästen, die den Film im Institut für Anatomie der Universität Würzburg sahen - dem Ort, an dem in "Das Recht, sich zu sorgen" ein fast perfekter Mord vertuscht werden soll. Für einen im Saal war die Suche nach dem Mörder Nebensache. Jan Guenter Kaczmierczak aus Fürth, aufgewachsen in Bayreuth, wollte nur eines wissen: Bin ich zu sehen?

Die Vorpremiere ist nicht irgend ein Kinoabend für ihn, das sieht man auf den ersten Blick. Er trägt ein Sweatshirt, das er eigens mit einer Tatort-Filmklappe hat bedrucken lassen. Die Spielzeugpistole hat er griffbereit, den Blutfleck zum Aufkleben ebenfalls. "Ich bin mit dem Tatort aufgewachsen", sagt er fast entschuldigend. Im zweiten Frankentatort hat er, der Fan und Autor von Kurzkrimis, eine Komparsenrolle ergattert. Zwei Szenen drehte er in Röthenbach an der Pegnitz, nur: Wie viel des gedrehten Materials hat es auch tatsächlich in den Film geschafft?

Die ersehnten Sekunden

Zur Premiere hat der Bayerische Rundfunk Schauspieler, Politiker und Vertretern der Uni Würzburg geladen. Auch Stadt und Kreis Bayreuth sind vertreten: Die Bayreutherin Nadine Badewitz, kurz in der Rolle einer Jugendamtsmitarbeiterin zu sehen, ist da, ebenso die Pegnitzerin Karolina Lodyga, die eine Putzfrau des Instituts spielt. Außerdem wurden Premierenkarten verlost. Jan Guenter Kaczmierczak kann nur dabei sein, weil er gewonnen hat. Und um zu gewinnen, hat er sich mächtig ins Zeug gelegt: Bei Facebook postete er ein Foto, auf dem er sich als Leiche inszeniert hatte.

Sekt. Häppchen. Fototermin mit den Schauspielern am roten Teppich. Dann kann es los gehen. Rund zehn Minuten dauert es, dann hat Kaczmierczak seinen ersehnten Auftritt. Für ein paar Sekunden ist er als rauchender Landwirt im Blaumann zu sehen.

Die Leiche ist wohlauf

80 Minuten und viele Lacher später gibt es jede Menge Applaus für den Film. Selbst die Leiche (Andrea Schwinn) fühlt sich an diesen Abend super. "Ich bin wieder quicklebendig", erzählt sie strahlend im anschließenden Publikumsgespräch. Eli Wasserscheid, die Komissarin Wanda Goldwasser gibt, berichtet begeistert von der Kussszene auf der Festung Marienberg: "Sensationell, ich würd's sofort wieder machen." Kinderdarstellerin Lotti Kreitmeyr erntet Bewunderung dafür, noch Monate nach den Dreharbeiten den komplizierten Namen eines Schädelknochens fehlerfrei aufsagen zu können. Und Jan Guenter Kaczmierczak? Der ist ein bisschen enttäuscht.

Drehbeginn für dritten Franken-Tatort im Sommer

Die zweite Szene mit ihm ist rausgefallen. Darin sollte er eine 20-Jährige beobachten, wie sie einen Berg hinaufradelt. "In meinem Alter einem jungen Mädchen nachssehen, das tut man nicht als Gentleman", hatte er der Regieassistenz noch während des Drehs gesagt. "Wahrscheinlich haben sie mir im Nachhinein recht gegeben", ist jetzt sein Trost. Auch beim dritten Frankentatort will er wieder dabei sein. Die Dreharbeiten, auch das wurde an diesem Abend verraten, sollen noch diesen Sommer beginnen.

Info: "Das Recht, sich zu sorgen" läuft am Sonntag, 22. Mai, um 20.15 Uhr im Ersten.

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