Fast vier Millionen Euro für Radwegebau

Einiges auszubessern gibt es auf den Radwegen im Landkreis. Unser Bild zeigt den Radweg nach Doos. Foto: Andreas Harbach

2000 Kilometer Fernradwege, Radrundwege, Themenradwege und Mountainbikestrecken führen durch den Landkreis Bayreuth. Um das Fahrvergnügen zu steigern, planen Landkreis und Bauamt in diesem Jahr einige Lückenschlüsse. Denn dafür gibt es in den nächsten Jahren Zuschüsse in Millionenhöhe.

Drei größere Radwegeprojekte werden nach Angaben von Kurt Schnabel, Leiter des Staatlichen Bauamtes in Bayreuth, werden in diesem Jahr im Landkreis Bayreuth  auf gut zehn Kilometern Länge in Angriff genommen. Begonnen werden sollen der Radweg zwischen Waischenfeld und Doos (3,5 Kilometer),  zwischen Weidenberg und Warmensteinach (4,5 Kilometer) und der Radweg zwischen Oberwaiz und Eckersdorf (1,5 Kilometer). "Mit den drei Maßnahmen werden lang ersehnte Lückenschlüsse vollzogen", sagt Schnabel.

33 zusätzliche Radwege in ganz Oberfranken

Für den nachträglichen Radwegeanbau an Bundes- und Staatsstraßen wurden bundesweit gut ausgestattete Förderprogramme aufgelegt. In Bayern können zwischen 2015 und 2019 für Radwege an Bundesstraßen 75 Millionen Euro und an Staatsstraßen 50 Millionen Euro abgerufen werden. Schnabel zufolge sind in Oberfranken für zusätzliche Radwege an Bundesstraßen 19 Projekte auf 34 Kilometern Länge vorgesehen. Die Kosten: zehn Millionen Euro. An Staatsstraßen sind 14 Radwegergänzungen geplant. Die Kosten: acht Millionen Euro.

Im Landkreis Bayreuth wird allerdings mit 3,75 Millionen Euro mehr Geld in die Radwege investiert als im Landkreis Kulmbach (2,5 Millionen). Im Landkreis Kulmbach plant das Bauamt im Zuge der Ortsumgehung Melkendorf eine Radwegunterführung. Diese wird an den vorhandenen Radweg in der Theodor-Heuss-Allee angebunden.

Verbesserungswürdige Radwegeinfrastruktur

Die Radwegeinfrastruktur in der Region sei durchaus gut, jedoch verbesserungswürdig, stellt Schnabel fest. Wünschenswerte Verbindungen ließen sich aber zunehmend schwerer umsetzen - weil Natur- und Gewässerschutz immer größere Hürden darstellten. Entscheidende Voraussetzung für neue Radwege sei zur Verfügung stehendes Grundeigentum. "Insofern befinden wir uns auf einem guten Weg, müssen aber verstärkt um einvernehmliche und verträgliche Lösungen bemüht sein."

Gemeinden können besonders wichtige Radwege eigenständig bauen. Dabei werden sie mit Mittel aus dem Finanzausgleich unterstützt. Auch können Kommunen Radwege im Zuge einer Flurneuordnung über das Amt für ländliche Entwicklung schaffen.

Gemeinsames Radwegekonzept

Der Landkreis Bayreuth begann bereits Ende der neunziger Jahre mit den Nachbarlandkreisen ein Radwegekonzept zu entwerfen und kontinuierlich auszuweiten. "Ziel hierbei war zunächst ein eher touristisch ausgelegtes Konzept", erläutert Landratsamtssprecher Michael Benz. "Selbstverständlich wurden auch alle Bahnhöfe integriert."

 Die Hauptachsen dieses Netzes bildeten die Fernradwege des "Bayernnetz für Radler". Darin eingebunden seien zahlreiche lokale Radrundwege. Dieses Netz sei "keine statische Einrichtung", sondern werde fortlaufend aktualisiert. Alltagsradwege wie auch die Hauptachsen zu  Nachbarlandkreisen sollen verbessert. Ein externes Büro ist mit einem Radwegeoptimierungskonzept beauftragt worden. Untersucht werden die Verbindungen zwischen den Landkreisen Bayreuth, Wunsiedel und Tirschenreuth.

Lückenschlüsse an Kreisstraßen

Im Bayreuther Landkreis soll der Ausbau der Kreisstraße zwischen Willenberg und Elbersberg eine Lücke schließen. Um die Städte Pegnitz und Pottenstein noch besser miteinander zu verknüpfen. Zwischen Bischofsgrün und Weißenstadt und zwischen Neunkirchen am Main und Seybothenreuth seien weitere Lückenschlüsse nötig, so Benz. "Hierfür wie auch für die Überquerung des zuvor genannten Fichtelgebirgskamms kann aktuell jedoch leider noch kein Zeit- oder Finanzrahmen genannt werden."

Das reine Streckennetz des Landkreises mit Fernrad-, Radrundwegen und Mountainbikestrecken umfasst auf dem Papier etwa 1500 Kilometer. Rechnet man Themenradwege, zum Beispiel Euregio Egrensis, Burgenstraße und Oberfranken offensiv sind es fast 2000 Kilometer.

Hintergrund:

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert "sinnvolle Lückenschlüsse". So sollte nach den Vorstellungen von Jürgen Tesarczyk vom ADFC Kulmbach der lang ersehnte Radweg zwischen Himmelkron und Schlömen im Landkreis Kulmbach auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufen. "Bahntrassenradwege sind wunderschön", meint Tesarczyk. "Der zwischen Kulmbach, Thurnau und Neudrossenfeld ist einer der schönsten im ganzen Landkreis." Die Gemeinde Himmelkron habe den Bahnabschnitt auf ihrem Gebiet bereits erworben. Auch für das Eisenbahnerdorf Neuenmarkt sieht  er darin eine Chance. "Bitte, bitte versemmelt das nicht!" Doch der Neuenmarkter Gemeinderat entschied sich zuletzt aus Kostengründen gegen einen Verlauf auf dem einstigen Bahndamm. Ein Flurbereinigungsverfahren soll jetzt in Schlömen die Verhandlungen mit den Eigentümern in Gang bringen. Der Radweg sei eine "freiwillige Leistung" der Gemeinde, so Verwaltungsleiter Sven Schirner. "In diesem Jahr wird das sicher nichts mehr, aber wir hoffen, Schritt für Schritt voranzukommen."

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