Entscheiedende DEL2-Phase beginnt Tigers in Dresden und gegen Deggendorf

Verstärkung für die Tigers-Offensive verspricht der Schwede Johan Lorraine (links), der am Wochenende sein Debüt geben soll. Unser Bild zeigt ihn 2016 im Trikot des schwedischen Zweitligisten Södertälje SK. Foto: Imago

EISHOCKEY. 24 Punkte kann jede Mannschaft in der dicht gedrängten Tabelle der DEL2 noch holen. Deswegen ist es etwas zu hoch gegriffen, vor dem 45. der 52 Spieltage in der Hauptrunde schon von entscheidenden Begegnungen zu sprechen. Dass aber die entscheidende Phase für die Bayreuth Tigers beginnt, wenn sie am Freitag um 19.30 Uhr bei den Dresdner Eislöwen antreten und dann am Sonntag um 18.30 Uhr den Deggendorfer SC zu Gast haben, darf man mit einigem Recht behaupten.

Das liegt nicht nur an der Ausgangslage des Tabellenneunten, der nach unten lediglich um einen Punkt vom ersten Playdown-Platz entfernt ist, aber nach oben auch nur drei Zähler vom Heimvorteil in den Pre-Playoffs. Es liegt ebenso an den Gegnern: In Dresden treffen die Bayreuther schließlich auf den punktgleichen Tabellenzehnten, und auf eigenem Eis gegen das Schlusslicht geht es dann im Kopf-an-Kopf-Rennen mit der unmittelbaren Konkurrenz fast schon um Pflichtpunkte.

Für Tigers-Trainer Petri Kujala steht allerdings ein ganz anderer Aspekt noch mehr im Mittelpunkt, nachdem seine Mannschaft zuletzt beim 5:3-Sieg gegen Ravensburg mit nur 13 Feldspielern einen sicher nicht beliebig wiederholbaren Kraftakt vollbringen musste. „Wir sind guter Dinge, dass wir zumindest mit drei Reihen antreten können“, sagt der Finne, nachdem einige zuletzt fehlende Akteure wieder ins Training zurückgekehrt sind. Dabei wird auch der schwedische Neuzugang Johan Lorraine mithelfen.

Dresden mit fünf Heimsiegen in Folge

Für das Spiel in Dresden ist der Tabellenstand nicht der einzige Hinweis auf ein knappes Ergebnis. Dafür spricht auch der Sieg der Tigers beim ersten Gastspiel (4:3 n.P.) sowie die ausgeglichene Heimbilanz gegen die Eislöwen (4:1, 3:5). Gemeinsam ist beiden Teams auch ein Anstieg in der Formkurve im Vergleich zu den ersten Wochen der Saison, auch wenn er bei den Sachsen nicht ganz so stabil wirkt. Nach sieben Siegen innerhalb von acht Spielen gingen sie zuletzt in Bad Tölz (3:4) und Bietigheim (3:6) zweimal leer aus. Zumindest in der Heimbilanz des Teams von Trainer Brett Gratton, der Ende Oktober Jochen Molling abgelöst hat, stehen aber als letzte Einträge fünf Siege in Folge. Was bei solchen Voraussetzungen am Ende den Ausschlag geben kann, ist für Kujala gar nicht so sehr eine Frage der Taktik: „Der Kopf ist wichtig. Man muss eine gewisse Lockerheit bewahren und darf nicht zu viel über die Wichtigkeit solcher Spiele gegen direkte Konkurrenten nachdenken.“ Verlässliche Faktoren bei den Eislöwen sind vor allem Jordan Knackstedt als Sechster der Scorerliste (18 Tore, 41 Assists), und der 2015/16 gelegentlich für Bayreuth spielende Torhüter Marco Eisenhut, der die umfangreichste Einsatzzeit aller Spieler in der DEL2 vorweisen kann.

Deggendorf das Schlusslicht in den Special Teams

Klarer erscheinen die Kräfteverhältnisse zwischen Bayreuth und dem Deggendorfer SC, der mit 15 Punkten weniger kaum noch reelle Chancen hat, den Playdowns zu entgehen. Ein großes Problem des Neulings belegen die letzten Plätze seiner Specialteams in den Statistiken sowohl beim Powerplay, als auch in Unterzahl. Zumindest eine Stabilisierung der Defensive schien sich im Januar abzuzeichnen, als dem jungen Torwart Cody Brenner (Sohn des früheren Bayreuther Zweitliga-Profis Tony Brenner) in Vertretung des US-Routiniers Jason Bacashihua gegen Weißwasser (4:0) und Bietigheim (2:0) zwei Shutouts nacheinander gelangen. Dann folgte jedoch ein 1:9-Debakel in Heilbronn und zuletzt zwei weitere Spiele ohne Punktgewinn.

Ganz andere Erfahrungen haben allerdings die Tigers selbst mit den Deggendorfern gemacht: Erst 5:7, dann ein schon legendäres 0:7-Desaster auf eigenem Eis und schließlich mit 0:2 gleich noch ein Spiel ohne Torerfolg – gegen keine Mannschaft ist die Bayreuther Bilanz schlechter als gegen den Tabellenletzten! Kujala dazu: „Da muss man sich keine Sorgen machen, dass wir diese Aufgabe unterschätzen.“

 

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