Eichelberg Anwohner gründen Bürgerinitiative

In der Pizzeria am Hasenweg haben sich am Montagabend die Anwohner des Eichelbergs zu einer Versammlung getroffen. Mirko Matros (rechts) moderierte die Veranstaltung, in deren Verlauf sich eine Bürgerinitiative für den Eichelberg gegründet hat. Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Ehrenrunde nach der Ehrenrunde für den Eichelberg: Eigentlich hätte der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am morgigen Mittwoch das Bebauungsplanverfahren für den Ausbau des Wohngebiets am Eichelberg anschieben sollen. Daraus wird allerdings nichts. Konkret werden dafür Pläne der Anwohner: Sie haben am Montagabend eine Bürgerinitiative gegründet.

Das Thema bewegt die Menschen, die am Eichelberg, am Heisenbergring und in der direkten Nachbarschaft wohnen. Nachdem schon in der Bauausschusssitzung am 1. April rund 70 Anwohner dabei waren, als der Tagesordnungspunkt behandelt wurde, war der Ruf nach einer Bürgerversammlung laut geworden, sagt Mirko Matros am Montag auf Anfrage unserer Zeitung.

Mehr als 150 Anwohner bei Bürgerinitiativ-Gründung dabei

Matros fungierte bislang als Sprecher der Bürger, gemeinsam mit Michael Purucker. In dieser „Funktion als Filter“, wie Matros es beschreibt, seien im Nachgang der Sitzung viele Betroffene auf ihn zugekommen. „Da hat man auch gesagt, wir müssen eine Bürgerversammlung machen.“ Die hat am Montagabend in der Pizzeria am Hasenweg stattgefunden – und aus dieser Versammlung heraus hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, die sich des Wohngebiets, das die Anwohner in seiner Größe als zu heftig für den Eichelberg erachten, annehmen soll. Die Sprecher der Initiative, die in der mehr als dreistündigen Versammlung gewählt wurden, sind Peter Haselier sowie als seine Stellvertreter Michael Purucker und Peter Voit. Nach den Angaben von Matros hatten sich 138 Bürger in die Unterschriftenliste eingetragen, "es waren aber sicher deutlich mehr als 150 Menschen da"; sagt Matros.

Kompromiss: Noch zu viel

Wie Matros sagt, sei den Anwohnern auch der Kompromiss, den der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Stefan Specht, angestoßen hatte, noch zu üppig für die Fläche, die im aktuellen – und zehn Jahre alten – Flächennutzungsplan der Stadt ausdrücklich als weiteres Wohngebiet am Eichelberg ausgewiesen ist. „100 Häuser sind uns zu viel“, sagt Matros. 119 Häuser waren es in der überarbeiteten Fassung, die der Bauausschuss vor gut einer Woche zu behandeln hatte. Über 130 zusätzliche Häuser hatte man im Herbst vergangenen Jahres gesprochen. Matros sagt, dass die Bürger schon aufgeschreckt gewesen seien, „als man 2016 über 70 weitere Häuser gesprochen hatte. Die Leute, die zu mir kommen, sagen alle übereinstimmend: Sie hätten nichts gegen weitere Häuser, aber mehr als 40 oder 50 sollten nicht dazukommen. Das gibt das Baugebiet, das geben die Rahmenbedingungen nicht her.“ Das reiche von möglichen Verkehrsproblemen bis hin zu jetzt schon fehlenden Kindergartenplätzen.

Stadt sagt: Pläne müssen überarbeitet werden

Die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe lässt über den Pressesprecherin der Stadt, Joachim Oppold, die Antworten auf Fragen unserer Zeitung schicken. Der Grund, dass das Wohngebiet am Eichelberg nicht – wie beabsichtigt – am Mittwoch im Stadtrat behandelt werde, sei: Der Bauausschuss „hat in seiner jüngsten Sitzung vom vergangenen Montag die Verwaltung mit mehreren Modifikationen des fraglichen Bebauungsplans beauftragt“. Unter anderem solle „der Abstand der geplanten Wohnbebauung zum Panoramaweg vergrößert und die Anzahl der Wohneinheiten im künftigen Baugebiet reduziert werden. Diese Aspekte sowie die erforderliche Abstimmung mit dem Investor werden nun von der Verwaltung umgesetzt.“ Anschließend werde der Entwurf des überarbeiteten Bebauungsplans erneut dem Bauausschuss vorberatend vorgelegt. Dann erfolgt eine Beschlussfassung im Stadtrat, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung.

Neubehandlung wohl nicht vor Juni im Bauausschuss

Mehr oder weniger stelle man damit fast wieder „alles auf Anfang“, sagt Klaus Winkler, Inhaber von Winkler & Brendel Immobilien, der für den Investor für das Baugebiet spricht. Es müsse die komplette Planung überarbeitet werden, die weitaus weniger Fläche ausreize, als im Flächennutzungsplan für Wohnen vorgesehen sei. Winkler sagt, er rechne nicht damit, dass die Pläne vor Juni dem Bauausschuss erneut vorgelegt werden könnten.

BN fordert: Klimagutachten abwarten und möderne Öffentlichkeitsbeteiligung

Am Montag meldet sich auch der Bund Naturschutz (BN) mit einem Schreiben: Peter Ille von der Kreisgruppe Bayreuth fordert, erst das Klimagutachten abzuwarten, bevor man weitere Planungsschritte unternehme. Der BN rege „eine moderne Öffentlichkeitsbeteiligung“ an, die weit über das Maß hinausgehe, „wie es bei Bauleitplanverfahren Pflicht ist“.

 

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