Die Psyche in tragender Rolle Tigers treffen auf Angstgegner Deggendorf

Eine regelrechte Bruchlandung, hier bildlich in Szene gesetzt von Tigers-Stürmer Timo Gams (Mitte), gab es für die Bayreuther in den bisherigen vier DEL2-Aufeinandertreffen mit den Deggendorfern. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Angefangen vom Tabellenplatz, über die Tordifferenz, bis hin zu den Special Teams – bei nahezu allen statistischen Werten haben die Bayreuth Tigers die Nase gegen den Deggendorfer SC vorne. Gäbe es nicht eine gravierende Ausnahme, die Tigers wären vor den ersten beiden DEL2-Playdown-Spielen (heute um 20 Uhr in Bayreuth, am Sonntag um 18.30 Uhr in Deggendorf) der glasklare Favorit. Gemeint ist der direkte Vergleich. Den entschied der Aufsteiger nämlich mit 4:0 Siegen so klar für sich, dass ihm das Stigma „Bayreuther Angstgegner“ angeheftet wurde.

Nicht nur, dass die Bayreuther bei ihren vier Niederlagen (5:7, 0:7, 0:2, 6:7) komplett leer ausgingen, sie kassierten auch noch 23 Tore gegen die Mannschaft von Trainer Kim Collins, die mit 161 erzielten Toren zu den drei offensivschwächsten Teams der Liga zählt. Nur Freiburg (134) und Bad Tölz (152) erzielten weniger Treffer.

Matthias Wendel will von solchen Zahlenspielen so ganz und gar nichts wissen. Die vier Niederlagen gegen den DSC hat der Tigers-Geschäftsführer längst abgehakt. „Was da war, interessiert mich nicht mehr, das ist Geschichte. Jetzt beginnt eine ganz neue Phase der Saison.“ Dieser Einschätzung stimmt Trainer Petri Kujala grundsätzlich zu, er hofft aber auch, dass es seinen Spielern gelingt, das genauso zu sehen und diese 0:4-Serie nicht mehr gedanklich mit sich herumzuschleppen. „Denn viel spielt sich in solch einer Serie im Kopf ab.“ Die Psyche nehme eine tragende Rolle ein. Er setzt hier einmal mehr auf seine Führungsspieler, allen voran die Ausländer und die im Hauptrunden-Endspurt so starke Sturmreihe mit Michal Bartosch, Ivan Kolozvary und Kevin Kunz.

Herausragende erste Deggendorfer Sturmreihe

Eine schon auf den ersten Blick herausragende Sturmreihe bieten auch die Niederbayern auf. Mit dem US-Amerikaner Kyle Gibbons (25 Tore/35 Assists), dem deutschen Routinier Rene Röthke (16/31) und dem Kanadier Curtis Leinweber (16/27) wirbeln die drei besten Scorer des DSC-Teams gemeinsam in der ersten Reihe. „Das wissen wir natürlich“, sagt Petri Kujala, der eine weitere Qualität des Gegners herausstellt: „Sie arbeiten unheimlich stark in der neutralen Zone. Es ist ganz schwer, da durchzukommen.“

Positiv aus Bayreuther Sicht ist die Tatsache, dass ein Leistungsträger zum Start in die heiße Phase wieder mit dabei ist: Jozef Potac. Der 40-jährige Kapitän hatte zuletzt 15 Spiele aufgrund einer Knöchelverletzung verpasst. Verzichten muss der Bayreuther Coach damit lediglich auf den erkrankten Tobias Kirchhofer und auf den verletzten Benjamin Kronawitter.

Hoffen auf große Kulisse

Dem Optimismus von Matthias Wendel tut das aber keinen Abbruch. „Ich bin mir sicher, dass wir diese Serie siegreich beenden werden“, sagt er und liefert auch gleich die Begründung für seine Zuversicht hinterher. „Es ist die Entwicklung, die das Team in der zweiten Hauptrundenphase genommen hat. Blickt man nur auf die letzten 30 Spiele, dann wären wir Sechster.“ Eine eher untergeordnete Rolle spielt nach Ansicht Matthias Wendels das Heimrecht. „Das wird immer viel diskutiert, aber ich sehe das nicht so dramatisch. Es ist schön, dass wir vielleicht ein Heimspiel mehr haben werden, entscheidend aber wird das nicht sein.“ Nichtsdestotrotz hofft der Bayreuther Geschäftsführer auf eine große Kulisse „weit jenseits der 2000er-Marke“.

INFO: Großes Interesse und „unglaublich viel positives Feedback“ ruft laut Matthias Wendel der zum Start in die Playdowns aufgenommene Tigers-Song hervor. Der Titel der Punk-and-Roll-Gruppe Kaizaa nennt sich „Volle Ladung Leben“ und wird am Freitag erstmals im Kunsteisstadion gespielt. Gleichzeitig steht das Lied über die bekannten Portale zum Download bereit.

 

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