Die Angst der Mittelschicht

Eine Szene aus "Wir sind keine Barbaren!", das Stück feiert am 11. Februar Premiere auf der Studiobühne. Foto: Studiobühne

Zwei Ehepaare, gut situiert, gebildet – und dann kommt der Fremde. Und mit ihm das Böse, die Eifersucht, die Gerüchte. Die Kömodie „Wir sind keine Barbaren“ von Philipp Löhle inszeniert Regisseurin Birgit Franz auf der Studiobühne. Premiere ist am Samstag, 11. Februar um 20 Uhr.

Das Bühnenbild ist reduziert: vier Stühle und ein Vorhang aus Gummi, durch Schlitze werden ab dem 11. Februar die Mitglieder des Heimatchores ihre Köpfe stecken und gesanglich begleiten, was das Volk davon hält.

Und zwar hiervon: Die vier Erwachsenen – vegane Gutmenschen mit Hang zum Milchschaumkaffee – kennen sich, mögen sich und fair gehandeltes Obst. Ihre unterdrückten Ressentiments kriechen an die Oberfläche und kollidieren mit der Angst der Mittelschicht, als es plötzlich klopft und ein Fremder Einlass begehrt und Hilfe benötigt.

Beginn als Komödie, Ende mit Katastrophe

„Hier hat Philipp Löhle einen Kunstgriff angewendet“, erzählt Regisseurin Birgit Franz. Denn: Der Fremde ist nie zu sehen, das Quartett kennt auch seinen Namen nicht. Und dennoch dient er als Projektionsfläche: für die – auch sexuellen – Wünsche der Frauen oder die Eifersüchteleien ihrer Ehemänner.

Was als Komödie beginnt, endet in einer Katastrophe mit Toten, begleitet vom „Heimatchor“, der daherkommt wie die besorgten Bürger einer Pegida-Demonstration, eine Gruppe der Wohlanständigen und braven Mülltrennern. Bis Ende März ist „Wir sind keine Barbaren!“ in der Studiobühne zu sehen. In dem schwarzhumorigen Stück in Zeiten der Flüchtlingsdebatten spielen Frank Ammon (zuletzt zu sehen in „Der Name der Rose“), Heike Hartmann („Zweifel“), Claudia Iberle („Iphigenie“) und Lukas Stühle („Tschick“).

Weitere Vorstellungen gibt es am 18., 22. und 25. Februar sowie am 10., 14., 16., 22., 25. und 31. März jeweils um 20 Uhr sowie am 19. Februar um 17 Uhr.

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