DHL-Erpressung: Hinweise auf weitere Pakete

Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Zahlreiche Hinweise, aber noch keine heiße Spur: Eine 50-köpfige Sonderkommission der Polizei fahndet nach dem DHL-Erpresser. Mitten im Weihnachtstrubel sind vielerorts Bürger besorgt. Die Angst vor Erpresserpaketen treibt mittlerweile seltsame Blüten.

Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Potsdamer Polizei bereits zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Die nach der Auslieferung einer Paketbombe an einen Apotheker am Potsdamer Weihnachtsmarkt gebildete Sonderkommission «Luise» wurde auf inzwischen etwa 50 Mitarbeiter aufgestockt.

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Mitten im Weihnachtsgeschäft verlangen der oder die Erpresser von der Pakettochter der Deutschen Post mehrere Millionen Euro und drohen mit weiteren Bomben, wie die Polizei erklärt hatte. Am Freitag war die Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt von Spezialisten der Polizei unschädlich gemacht worden. Bereits Anfang November ging eine ähnliche Bombe bei einem Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) in Flammen auf.

Polizei und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatten die Bevölkerung gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein. Im Zweifel solle auf jeden Fall die Polizei informiert werden. Die Paketbomben könnten zu schwersten Verletzungen oder sogar zum Tod führen.

Verdächtiges Paket entpuppt sich als Christstollen

Neben den Hinweisen gingen bei der Polizei auch zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein, die sich grundsätzlich informieren wollten, sagte ein Sprecher. Dafür solle das Hinweistelefon aber nicht genutzt werden.

Allerdings sind auch Fehlalarme möglich: So ging etwa bei der Bußgeldstelle der Polizei in Gransee im Norden von Berlin ein verdächtiges Paket ein, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Das Gebäude sollte evakuiert werden. Der Tweet wurde wenig später wieder gelöscht. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, sagte eine Sprecherin. Im Paket war nur ein Christstollen.

Verdächtiges Paket in der Thüringer Staatskanzlei

Auch in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt ging ein verdächtiges Paket ein. Es sei von der Polizei sichergestellt worden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Einen Zusammenhang mit der Erpressung wies er als «pure Spekulation» zurück. Im Landratsamt von Sondershausen wurde ein Gebäudeteil evakuiert, nachdem ein verdächtiger Brief auftauchte.

Am Sonntag hatte die Polizei Hinweise auf die Person erbeten, die am Donnerstagmorgen die Paketbombe in eine Potsdamer Packstation gelegt hatte. Die bereits Anfang November verschickte erste Paketbombe des oder der Täter war nach Ermittlungen der Polizei in Berlin aufgegeben worden.

Polizei sucht Täter im Raum Berlin-Brandenburg

Der Absender der Bomben hatte seine Forderung mit Hilfe eines sogenannten QR-Codes gestellt, der der Potsdamer Paketbombe beilag. Ein ähnliches Schreiben in Frankfurt (Oder) könnte bei einem Feuer verbrannt sein. Die Polizei geht wegen der Abgabeorte und der Adressen davon aus, dass der Täter aus dem Raum Berlin-Brandenburg stammen könnte.

Grundsätzlich ermittelt die Polizei aber weiter in alle Richtungen. Nach der Zerstörung der Paketbombe am Weihnachtsmarkt war zunächst auch ein terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen worden. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Weihnachtsmärkte in Potsdam wurden daraufhin nochmals verschärft.

dpa

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