Devise heißt nachlegen Altstädter zu Gast beim Schlusslicht

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Memmingen: Trainer Timo Rost (Mitte) schrie die Freude über den 2:0-Sieg beim Angstgegner geradezu hinaus. Foto: Peter Mularczyk

FUßBALL. Vorletzter Auswärtsauftritt der SpVgg Bayreuth (11.) in diesem Jahr – und die Vorzeichen für ein erfolgreiches Abschneiden am Samstag um 14 Uhr beim SV Heimstetten scheinen nicht einmal so schlecht zu stehen. Schließlich ziert der Aufsteiger seit zwei Wochen das Tabellenende der Regionalliga Bayern, Folge einer seit zwölf Spieltagen andauernden Misserfolgsserie mit vier Remis und acht Niederlagen.

Seit dem 17. August, als das Team von Trainer Christoph Schmitt (33) den TSV 1860 Rosenheim in der Nachspielzeit dank eines Treffers von Lukas Riglewski 1:0 niederhielt, haben die Münchner Vorstädter nicht mehr gewonnen. „Wir sind in eine Abwärtsspirale reingerutscht“, sagt Angreifer Orhan Akkurt, der seine seit Ende August anhaltende Torflaute mit dem Treffer zum 2:2 gegen den FC Pipinsried beendete und mit neun Treffern an dritter Position der Torjägerliste hinter Kwasi Okyere Wriedt (FC Bayern München II/11) und Adam Jabiri (FC Schweinfurt 05/10) zu finden ist.

Und der Sportliche Leiter Michael Matejka ärgerte sich nach dem jüngsten 1:2 beim SV Schalding-Heining: „Wir laden den Gegner mit Fehlern immer wieder ein. So kann man kein Spiel gewinnen.“ Die Leichtigkeit, die der Neuling vor allem zu Saisonbeginn an den Tag gelegt hatte, ist verflogen. „Das Selbstvertrauen ist einfach weg“, konstatierte Matejka, „da fehlt die Sicherheit“. Und mit jedem Spiel wächst der Druck, frappierend ist dabei der Umstand, dass die Mannschaft gerade in den Partien gegen die mitgefährdete Konkurrenz – 2:2 gegen Pipinsried, 0:3 in Illertissen und 1:2 in Schalding-Heining – den Schalter nicht umlegen kann.

Wende durch den Trainerwechsel

Das schafften die Altstädter auch lange nicht, wie der katastrophale Fehlstart mit sechs Niederlagen am Stück – unter anderem auch ein 0:1 gegen Heimstetten – unterstrich. Erst nach der Demission von Trainer Josef Albersinger und der Verpflichtung von Timo Rost als neuem Übungsleiter wendete sich das Blatt. Seit fast dem gleichen Zeitraum verlaufen die Formkurven der beiden heutigen Kontrahenten nun gegensätzlich: Unter Rost gelangen den Altstädtern 17 Zähler, mit insgesamt 21 nehmen sie den elften Tabellenplatz ein. Wie gefestigt die Altstädter derzeit sind, bewiesen sie am vergangenen Wochenende eindrucksvoll, als sie bei ihrem Angstgegner FC Memmingen nach sieben sieglosen Pflichtspielen gegen die Allgäuer mit 2:0 die Oberhand behielten. „Es war ein ganz schlauer Auftritt von uns“, freute sich Rost über den Coup. „Wir wollten Nadelstiche setzen, und das ist uns gelungen.“

Zwei Viererketten machten den Memmingern fast über 90 Minuten das Leben schwer, Anton Makarenko per Foulelfmeter und Marcel Schiller in der dritten Minute der Nachspielzeit zurrten die drei Zähler fest. „Die Mannschaft hat sehr diszipliniert und sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Wir haben uns mit einem Auswärtssieg bei einer sehr starken Mannschaft belohnt“, lobte der 40-Jährige seine Truppe.

"Big points" winken

Dass die Altstädter vor den Toren der Landeshauptstadt nun richtige „big points“ auf die Habenseite bringen können, ist dem Übungsleiter bewusst. Mit einem Dreier würde der Abstand zu ihrem Gastgeber auf acht Zähler anwachsen. „Wir fahren nach Heimstetten und werden versuchen, dort zu gewinnen.“ Dabei sei es ihm egal, ob es gegen den Ersten oder den Letzten geht. „Wichtig ist, dass wir weiter an unserer Spielphilosophie arbeiten, unsere Stärken auf den Platz bringen und mit viel Leidenschaft ins Spiel gehen. Wenn uns das so gelingt, können wir gegen jede Mannschaft punkten.“

Die Tatsache, dass sein Team am Samstag lautstarke Unterstützung erhält – es wird ein Fanbus eingesetzt –, macht Rost stolz: „Das freut uns riesig, dass uns so viele Fans auswärts unterstützen.“ Und verspricht: „Wir wollen für sie wieder ein gutes Spiel abliefern.“

Tobias Weber fehlt gelbgesperrt

Personell können die Altstädter einmal mehr nahezu aus dem Vollen schöpfen. Zwar fällt Verteidiger Tobias Weber wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt aus, doch dafür hat sich Thore Dengler nach seiner Innenbanddehnung, die er sich im Treffen mit dem TSV 1860 Rosenheim zugezogen hat, wieder zurück gemeldet. Neuzugang Marco Rapp arbeitet nach seinem Kreuzbandriss in der Reha an seinem Comeback.

 

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