Der Rückbau der Landesgartenschau läuft: Technik, Blumen, Stühle werden eingelagert - Verkauf der Reste Gartenschau: Ganz schön abgebaut

Das hat es in den 171 Gartenschau-Tagen nicht gegeben. Und es ist symbolisch dafür, dass die Gartenschau tatsächlich vorbei ist: Spaziergänger schneiden sich ein Sträußchen von den Blumen ab, die vor dem Haupteingang in der Äußeren Badstraße der eisig kalten Nacht nach dem letzten Gartenschau-Tag getrotzt haben. Innen erinnert vor allem in der Ouvertüre wenig an den Zustand vom Sonntag.

"Ja", sagt Dieter Scheffler und lacht, "wir haben tatsächlich im Vergleich zu gestern ganz schön abgebaut". Der Chef der Blumenschauhalle hat mit seiner Mannschaft am Montag schon früh angefangen. "Die Halle ist bis abends so gut wie leer", sagt Scheffler. Die Mitarbeiter Schefflers tragen schwere Holzkuben zu einem zentralen Platz in der Halle, die Berliner Künstlerin Anna Kubelik ist mit zwei Unterstützern dabei, ihre Skulptur "Wohltemperierter Hygrometer" abzubauen, die aus mehr als 4000 Einzelteilen besteht. "Vorher muss ich sie aber abstauben, ist ganz schön staubig", sagt sie. "Bis Freitag bin ich komplett fertig mit meinen Abbauarbeiten. Die Halle wird noch ein bisschen stehen bleiben, um Dinge zwischenlagern und verpacken zu können, die zu anderen Gartenschauen gebracht werden", sagt Scheffler.

Richtig Glück mit den Temperaturen

In der Nacht zu Montag habe man "richtig Glück gehabt", sagt Scheffler. "Wir hatten nachts zwei Grad plus, wenn es in der kommenden Nacht genauso wird, dann passt es. Aber sonst wird es ein Problem für die Großpflanzen." Rund 250 große Kübelpflanzen, die im ganzen Gelände verteilt waren, werden auf den Rüstplatz neben der Blumenschauhalle gefahren. "Das werden drei Sattelzüge voll Pflanzen, die am Dienstag abgeholt und ins Überwinterungsquartier gefahren werden." Die Pflanzen sind im Besitz der Landesgartenschau-Gesellschaft. Ein Teil geht nach dem Winter weiter nach Pfaffenhofen zur Kleinen Gartenschau, ein anderer Teil wird noch ein bisschen länger gepflegt und kultiviert und geht dann nach Würzburg.

Flächendeckend wird abgebaut

Draußen, vor der Halle, sind die Mitarbeiter der Landesgartenschau-Gesellschaft im Einsatz. André Riedel und Nathan Dietz sammeln die Liegestühle, die vor der Seebühne verteilt waren, mit einem Transporter ein. Die Marketing- und Presseabteilung mit Corina Dahmes und Mirko Streich ist damit beschäftigt, die Banner und den Sichtschutz von den Bauzäunen zu schneiden, die das Gelände umgeben. "Um 7 Uhr am Morgen ist der Rückbau losgegangen", sagt Mirko Streich im Gespräch mit unserer Zeitung. "Und zwar in allen Bereichen. Flächendeckend, im ganzen Gelände. Die Aussteller räumen die Pavillons, damit sie abgebaut werden können. In 14 Tagen wird es hier schon recht kahl aussehen."

Seebühne verschwindet in dieser Woche

Kahl wird bereits in dieser Woche die Betonplattform der Seebühne im Hammerstätter See stehen: "Noch in dieser Woche soll die Überdachung der Seebühne abgebaut werden", sagt André Riedel, der für das Veranstaltungsprogramm zuständig war. Michael Jobst und sein Team haben am Montagnachmittag bereits den Großteil der Technik von der Bühne geholt, Licht- und Tontraversen abgeseilt, zerlegt und in die Transporter geladen. Etwas mehr Zeitlassen sich die Gartenbaubetriebe, die in der Ouvertüre ihre Themengärten haben. "Zum Teil bauen wir erst im November ab, wegen der Pflanzen", sagt Stefan Weiß, Geschäftsführer von Gartenbau Feustel. "Die Gartenschau hat riesigen Spaß gemacht. Am Sonntag hat es richtig weh getan, als sie zu Ende gegangen ist." Die Betriebe hätten profitiert, sagt Weiß. 

Radweg durchs Gelände ab November befahrbar

Der erste Geländeteil, der so weit fertig sein soll, dass er wieder für die Bevölkerung geöffnet werden kann, ist der Bereich zwischen dem Roten Main und der Albrecht-Dürer-Straße. "Anfang November soll der Radweg zwischen Laineck und der Innenstadt wieder freigegeben werden können", sagt Streich. Nach und nach werden die Bereiche, die geräumt sind, den Bayreuthern wieder zugänglich gemacht. Die Einweihung der Wilhelminenaue als frei zugänglicher Landschaftspark soll, so hieß es am Sonntag am Rande der Pressekonferenz zum Abschluss der Gartenschau, im Frühjahr mit einem Fest gefeiert werden.

Souvenirs vom Stuhl bis zur Fahne

Ab Dienstag können sich die Gartenschau-Liebhaber noch ein Souvenir sichern: "Ein Teil der Gegenstände, die hier im Gelände in Gebrauch waren, wird dann verkauft. Wir werden eine Liste mit den Gegenständen auf unsere Homepage stellen, dann können die Leute sich anschauen, was da ist. Vom Sonnenschirm über Banner, Fahnen, Tische und Stühle bis hin zu Technik wird angeboten, was noch verwendbar ist", sagt Streich. "Nur Blumen kann man nicht kaufen. Die gehen alle ans Stadtgartenamt und sollen dann im nächsten Jahr den Bayreuthern wieder an anderer Stelle Freude machen."  

Hier finden Sie alle unsere Gartenschau-Geschichten

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