Das Halifax steht sucht seit Jahren einen Käufer - mittlerweile ist der Kaufpreis deutlich gesunken Halifax: Disko zu verkaufen

Die Diskothek Halifax hat zwei Probleme: Sie liegt nicht in einem Ballungsraum und damit dort, wo Diskotheken seit Jahren reihenweise schließen. Und sie ist als Großraumdisko konzipiert. Ein Konzept, das aus der Mode gekommen scheint. Immobilienmakler Florian Dreisvogt sagt darum: „Dass das Halifax wieder eine große Disko wird, glaube ich nicht. Das wäre ein riesen Invest.“ Seit zwei Jahren sucht Dreisvogt nach einem neuen Eigentümer, ohne Erfolg. Unterdessen ist der Kaufpreis von zwei Millionen auf 800.000 Euro gesunken.

Himmelkrons Bürgermeister Gerhard Schneider fände es gut, wenn das Halifax eine Disko bliebe. „Das war immer ein Mosaikstein für die junge Generation“, sagt er. Gerade unter Jugendlichen habe das „Fax“ die Bekanntheit Himmelkrons weit über die Grenzen Bayreuths und Kulmbachs hinaus gestärkt. Klar gab es in Himmelkron, wie überall sonst, wo gefeiert wird, auch Probleme mit den Nachbarn, sagt Schneider. Weil die nächsten Häuser dreihundert Meter entfernt stehen, habe es aber erst Beschwerden gegeben, als die Partygäste zum Rauchen auf die Dachterrasse mussten. Und Drogen auf dem Parkplatz sowie Müll entlang der Zufahrt: An welcher Diskothek sei das denn anders? In den Jahren, in denen das Halifax gut lief, sei auch Gewerbesteuer geflossen. Aber diese Zeiten sind lange vorbei.

Als am Mittwoch noch die Post abging

Seinen Höhepunkt erlebte das „Fax“ um das Jahr 2005. Drei Eigentümer aus Neustadt an der Saale und Darmstadt, hatten die Diskothek gekauft und den Kaufpreis bereits nach drei Jahren wieder reingeholt, sagt Dreisvogt. Zwischen 2006 und 2008 sei die Disko selbst unter der Woche proppenvoll gewesen. „Mittwoch war der stärkste Tag“, sagt Dreisvogt. Die Leute seien entspannter damit umgegangen, dass sie am nächsten Tag auf die Arbeit mussten. Heute fokussiere man sich stärker auf den Job, aus Angst, ihn zu verlieren, sagt der Makler. Und immer mehr Menschen müssten auch am Wochenende zur Arbeit.

Einfach mal feucht durchwischen

Das alleine ist aber kein Grund dafür, dass eine Großraumdisko wie das „Fax“ zuletzt nicht mehr funktionierte – und seitdem keinen Käufer findet. Man könne freilich die Disko einmal feucht durchwischen und sofort wieder in Betrieb nehmen, sagt Dreisvogt. Aber zeitgemäß sei das nicht. Die große Haupthalle müsste viel kleinteiliger werde, dazu dunkler, gedämpfter, eben „clubbiger“.

Ohne Technik wird's günstiger

Und klar, ließe sich das „Fax“ so herrichten. Bis auf wenige tragenden Säulen ließe sich die gesamte Einrichtung relativ problemlos ausbauen. Wer auf die Plattenteller, Mischpulte, Boxen, Nebelmaschinen und Lichtanlagen verzichte, der könne sogar den Kaufpreis noch etwas drosseln. Aber dann müsste in einen völlig neuen Innenausbau investiert werden.

Bald Konzerte und Kultur?

Der Makler hofft darum auf einen Interessenten, der aus dem „Fax“ eine Bühne für Feiern, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen machen wolle. Durch seine Lage, direkt an der Autobahn A9 sei das „Fax“ prädestiniert, Besucher aus einem weiten Umkreis anzuziehen. So wie früher, als die Besucher der Disko sogar aus Nürnberg, Plauen, Bamberg und Grafenwöhr anreisten. Immerhin 1900 Besucher dürfen ins „Fax“ und oftmals war es voll.

Spinnen machen sich breit

Bis es wieder soweit ist, kümmert sich Dreisvogt darum, dass das Gebäude nicht verfällt – was zunehmend schwieriger werde. Die 2400 Quadratmeter Nutzfläche würden zwar nach wie vor geheizt, die Disko damit im Winter frostfrei gehalten. Aber der Staub setze der Technik im Haus zunehmend zu, Spinnen machen sich breit, der Außenbereich verwildert und wenn ein Unwetter das Haus beschädigt, dann bekommt das der Verwalter nicht immer sofort mit.

Einmal im Jahr wird noch gefeiert

Bis Dienstag, den 31. Oktober soll das Fax aber wieder im alten Glanz erstrahlen. Sollen die echten Spinnweben entfernt und durch künstliche ersetzt werden. Dann soll zum ersten Mal seit einem Jahr wieder eine Party im „Fax“ gefeiert werden. Wieder an Halloween, wie schon im vergangenen Jahr. „Halloween war immer schon die stärkste Party im Jahr“, sagt Dreisvogt, und Geld lasse sich an solchen Tagen selbst in einer Großraumdisko wie dem „Fax“ noch gut verdienen.

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