Christian Höreth sagt servus Mr. Altstadt legt Ämter bei SpVgg nieder

Künftig findet man Christian Höreth vornehmlich hinter dem Zaun: Mr. Altstadt legt alle Ämter bei der SpVgg Bayreuth nieder. Foto: Peter Kolb

FUßBALL. Die Altstadt ohne Christian Höreth? Schwer vorstellbar. Christian Höreth ohne die Altstadt? Unvorstellbar. Man wird sich an den Gedanken aber gewöhnen müssen. Denn Regionalligist SpVgg Bayreuth und „Mr. Altstadt“ gehen künftig getrennte Wege. Über die offizielle Facebook-Seite der SpVgg verkündete der 48-jährige Radiomoderator seinen Rückzug. „Sehr schweren Herzens“ lege er aus „persönlichen Gründen“ alle seine Ämter nieder, heißt es da.

Konkreter wurde er nicht. „Die Gründe sind persönlich und sollen auch persönlich bleiben“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Formell hatten der Verein und der Mann, der für die Altstadt lebte, die Trennung schon im Spätsommer vollzogen. Am Rande der Trainervorstellung von Timo Rost hatte Höreth verkündet, aus eigenem Wunsch aus der Geschäftsführung ausgeschieden zu sein. Danach legte er auch seine mittlerweile 15 Jahre andauernde Tätigkeit als Stadionsprecher nieder. Beim Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg II am 22. September schickte Höreth ein letztes Mal sein berühmtes „Show me your warface“ durchs weite Rund des Hans-Walter-Wild-Stadions.

An der öffentlichen Wahrnehmung änderte das aber wenig. Der Mainwelle-Moderator blieb das, was er über ein Vierteljahrhundert war: das Gesicht der Altstadt. Er nahm weiterhin Sponsorentermine wahr, blieb Botschafter des Vereins und rührte unablässig die Werbetrommel für alle Belange seiner Altstädter. Umso überraschender ist nun sein kompletter Rückzug, obgleich er betont, so oft wie möglich im Stadion sein zu wollen. Allerdings nur auf der anderen Seite des Zauns.

Mathias Fleischmann überrascht

Ganz besonders überrascht hat Höreth mit seinem Schritt offensichtlich Mathias Fleischmann. Der Rechtsanwalt, der die Altstädter Geschäfte nach dem Rückzug von Christian Höreth und dem weiteren Co-Geschäftsführer Wolfgang Gruber Anfang des Monats mittlerweile alleine führt, sagte auf Kurier-Nachfrage, er wisse nichts von einem Rücktritt Höreths. Da er keinen Facebook-Account habe, sei ihm auch der von Christian Höreth selbst verfasste Post nicht bekannt. Darüber hinaus war er zu keinem Kommentar bereit.

Höreth selbst spricht von einer Entscheidung, die er zwar „ganz schweren Herzens“, aber nicht „ad hoc mal schnell aus dem Bauch heraus“ getroffen habe. „Alle Verantwortlichen wussten seit Langem, dass ich mich zurückziehen werde.“ Den Zeitpunkt habe er bewusst gewählt. „Ich wollte im Sponsorenbereich ein komplett bestelltes Feld hinterlassen. Außerdem wollte ich bis Ende der Regionalliga-Halbserie warten, um keine Unruhe in unserer Mannschaft auszulösen.“ Er sehe den Regionalligisten auf einem guten Weg – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. „Und ich wünsche meinen Mitstreitern alles Gute.“

Abgesehen davon will er der SpVgg Bayreuth als treuer Anhänger verbunden bleiben. „Die Altstadt war immer meine Herzensangelegenheit. Und das wird sie auch bleiben.“ Er werde, wann immer es geht, die Heimspiele der Gelb-Schwarzen besuchen. „Jetzt aber nicht mehr in irgendeiner verantwortlichen Position, sondern als Fan bei allen anderen Fans. Da gehöre ich hin. Und darauf freue ich mich jetzt auch sehr.“

 

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