Bezirk Oberfranken Noch gibt es frohe Botschaften

Hier in der Bezirksverwaltung in Bayreuth wird es bald 17 Arbeitsplätze mehr und einen Anbau geben. Der Bezirk hat neue Aufgaben und muss viel Geld investieren. Ein Glücksfall, dass die Umlage nicht steigt - noch nicht. Foto: Archiv/Andreas Harbach

KOMMENTAR. Das alte Jahr endet mit guten Nachrichten fürs neue Jahr: 17 neue Arbeitsplätze in der Bezirksverwaltung in Bayreuth und eine Bezirksumlage, die die niedrigste in Bayern bleiben wird. Aber die Zeiten dürften schwieriger werden.

Bezirksumlage – der Begriff klingt staubtrocken. Aber das sind Gelder, die Städte und Landkreise – und damit letzten Endes alle Oberfranken – zahlen müssen, damit der Bezirk seine wichtigen Aufgaben erfüllen kann.

Rund 200 Euro zahlt jeder Oberfranke indirekt im Durchschnitt pro Jahr in die Kasse des Bezirks, zu mehr als 90 Prozent fließt das Geld in Sozialausgaben: Klinikneubauten, Hilfe zur Pflege, Hilfe für Behinderte, Kulturpflege und mehr. Ausgaben also, die zumeist den Schwachen im Lande zugute kommen und die Städte und Landkreise alleine nicht leisten können.

Dicke finanzielle Brocken

Nun kann man durchaus die Meinung vertreten, an dieser Stelle könnte und sollte noch mehr Geld fließen. Allerdings steigen die Ausgaben der Bezirke jetzt schon stetig. Mit dem Neubau der Bezirksklinik in Kutzenberg und der neuen Zuständigkeit für die ambulante Pflege und für das Bundesteilhabegesetz kommen dicke finanzielle Brocken auf den Bezirk Oberfranken zu. Dennoch will der neue Bezirkstagspräsident Henry Schramm auf einen höheren Umlage-Hebesatz verzichten.

Schramm im Glück

Schramm hat bei seiner Haushaltspremiere das Glück, dass die gute Konjunktur und einmalige Einnahmen ungewöhnlich viel Geld in die Kasse schwemmen. Alle Finanzminister und Sozialversicherungen profitieren vom Boom in Wirtschaft und Arbeitsmarkt, auch der Bezirk Oberfranken, der sich über 23 Millionen Euro Mehreinnahmen freuen kann. So braucht es entgegen der Vorhersagen im vergangenen Jahr 2019 keinen höheren Umlagehebesatz – allerdings um den Preis, dass der Bezirk seine Rücklagen aufbraucht.

Kein Polster mehr

Wirtschaftsexperten sagen für kommendes Jahr eine Abschwächung des Aufschwungs voraus. Wenn die Zeiten wieder schwieriger werden, geraten Sozialleistungsträger rasch in die Bredouille:Der Bedarf steigt, und die Einbußen halten nicht Schritt. Der Bezirk hat dann kein Finanzpolster mehr, muss aber weiter für Investitionen zum Beispiel in marode Kliniken geradestehen. Auch für den Bezirk gilt also in finanzieller Hinsicht: So gut wie jetzt wird es vermutlich nicht bleiben. Kämmerer in Städten und Landkreisen sollten sich schon mal darauf einstellen.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading