Bamberg Baywa profitiert vom Bio-Boom

In Bamberg stellten die Verantwortlichen der Baywa für Franken ihre Geschäftszahlen vor: Günter Schuster, Dieter Popp, Jochen Schneider, Wolfgang Stolz und Bernhard Schleicher (von links). Foto: Stephan Herbert Fuchs

BAMBERG. Der Mischkonzern hat seinen Umsatz in Franken gesteigert. Eine Sparte schwächelte im zurück- liegenden Geschäftsjahr allerdings etwas.

Die Stimmung ist gut bei der Baywa in den drei fränkischen Regierungsbezirken. In den drei Sparten Technik, Energie und Baustoffe konnte der Handelskonzern im zurückliegenden Jahr deutliche Umsatzsteigerungen verbuchen. Lediglich die Sparte Agrar schwächelte ein wenig. Dieter Popp, Leiter des Business Service Centers, führte das bei der Präsentation der Geschäftszahlen am Dienstag in Bamberg auf die ungewöhnliche Trockenheit des Vorjahres zurück. Insgesamt hat die Baywa Franken 2018 dem Bericht zufolge ihren Umsatz auf knapp 1,07 Milliarden Euro gesteigert. Im Vorjahr waren es noch knapp 1,03 Milliarden Euro.

2018 investierte die Baywa in den drei fränkischen Regierungsbezirken über 16 Millionen Euro. Für das laufende Jahr sind an den Standorten Investitionen in Höhe von gut 20 Millionen Euro geplant. "Online-Angebote und Präsenz vor Ort verbinden wir zu einer starken Leistung für unsere Kunden", so Popp. Für das internationale Gebrauchtmaschinenzentrum in Bamberg werde es eine weitere Halle geben, der Baustoffbereich investiere in Coburg und Lauf. Die Agrarsparte baue die Silo- und Stückgutlogistik in Ober- und Mittelfranken weiter aus und im Energiebereich soll die Infrastruktur für Holzpellets gestärkt werden.

Traditionell stark engagiert sich die Baywa in der Aus- und Weiterbildung in der Region. Die Baywa ist in Franken mit rund 2200 Mitarbeitern vertreten; darunter sind rund 13 Prozent Azubis. Diese Ausbildungsquote liege deutlich über dem Bundesdurchschnitt, so der Leiter des Business Service Centers.

Eine Besonderheit gibt es in der Sparte Agrar. Während die Umsätze bezogen auf alle drei fränkischen Regierungsbezirke von 296 auf 268 Millionen Euro spürbar zurückgegangen waren, ergibt sich ein ganz anderes Bild, wenn man Unterfranken weglässt. Für Ober- und Mittelfranken konnte Spartengeschäftsführer Bernhard Schleicher sogar eine, wenn auch leichte, Steigerung von 122 auf 124,5 Millionen Euro vermelden. "Durch die Trockenheit im Sommer gingen die Ernte- und Erfassungsmengen beim Getreide deutlich zurück", sagte Schleicher. Infolge des Niedrigwassers auf den Flüssen sei das Erntegut teils in den Lagern liegengeblieben.

An Bedeutung gewinnt auch bei der Baywa die Bio-Schiene: "Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt", so der Geschäftsführer. Die Baywa habe durch die Mitgliedschaft im Qualitätsprogramm "Bayerisches Bio-Siegel" die Vermarktung von ökologisch erzeugten Agrarprodukten ausgebaut. "Neben der Erfassung und Vermarktung von Bio-Produkten bieten wir für die ökologische Landwirtschaft ein Spektrum, das von Saatgut über Düngemittel bis hin zu Futtermitteln reicht", so Schleicher. Und Günter Schuster, Spartengeschäftsführer Technik, ergänzte: "Dass die Bedeutung der Öko-Landwirtschaft wächst, sehen wir auch bei der Nachfrage nach Maschinen wie Striegel und Hacken für die mechanische Bearbeitung der Felder."

Was den schonenden Umgang mit Ressourcen anbelangt, hat die Baywa ihr Angebot an Smart-Farming-Lösungen weiter ausgebaut und verfeinert. Ein Beispiel dafür ist die Stickstoffdüngung. "Das Thema treibt unsere Kunden sehr um, gerade auch vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung", so Schleicher und Schuster. Darüber hinaus hätten die Landwirte vor dem Hintergrund guter Erzeugerpreise 2018 verstärkt in neue Maschinen investiert; auch bei Stallbauten habe die Technik den Umsatz gesteigert. Zudem erhöhte sich der Umsatz am internationalen Gebrauchtmaschinen-Zentrum Bamberg; Der Technik-Umsatz lag 2018 in Ober- und Mittelfranken nach den Worten von Schuster bei 136 Millionen Euro (Vorjahr: 117 Millionen Euro).

Auch im Energiebereich stieg der Umsatz: Allein in Ober- und Mittelfranken von 166 auf 182 Millionen Euro. Wie Wolfgang Stolz, Regionalleiter Franken, erläuterte, war 2018 das Heizöl- und Kraftstoffgeschäft durch besondere Ereignisse geprägt: durch das Niedrigwasser auf den Flüssen und den Ausfall bei einem Lieferanten durch die Explosion in der Raffinerie Vohburg in Oberbayern.

Schließlich konnte auch der Baustoffbereich auf Ober- und Mittelfranken bezogen seinen Umsatz von 140 auf 150 Millionen Euro steigern. "Wir konnten in allen Sortimentsbereichen zulegen. Die Nachfrage war in der Branche 2018 insgesamt sehr hoch", so Jochen Schneider, Spartengeschäftsführer Baustoffe. Der Baustoffbereich investiert 2018/2019 gut 16 Millionen Euro in Franken: Schwerpunkte sind dabei das neue Bauzentrum in Lauf, das neue Bürogebäude in Coburg und eine neue Lagerhalle in Ansbach.

 

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