B 85: Felsenkeller werden verfüllt

Ein langer senkrechter Riss zieht sich durch den Felsenkeller von Helmut Popp, der unter der Bundesstraße 85 hindurchführt. Er muss sofort mit Magerbeton verfüllt werden. Die Maßnahme duldet keinen Aufschub, sagt das Bergamt. Foto: Archiv/Ronald Wittek

Öffentliche Sicherheit hat Vorrang, sagt Bergrat Frank Becker. Der private Felsenkeller unter der B 85 muss verfüllt werden, fordert das Bergamt. Und zwar schnellstmöglich. Gefahr sei in Verzug. Bürgermeisterin Simone Kirschner sieht das nicht unkritisch, weil sie eine Vision schwinden sieht, die auf eine Ortsumgehung für Heinersreuth.

Eingebaute Stützen in dem Felsenkeller schaffen zwar einen gewissen zeitlichen Aufschub, doch die Bruchgefahr bestehe weiterhin, heißt es in dem Schreiben des Bergamtes. "Jeder anderen geschönten Darstellung der geotechnischen Situation ist hiermit widersprochen," betont Becker die Dringlichkeit. Der Kellergang unter der Bundesstraße habe eine Überdeckung von weniger als drei Metern bis zur Oberfläche. Außerdem verlaufe in dem Bereich eine Gasleitung. Das von der Gemeinde beauftragte Büro G. Pedall hatte noch vier Alternativen vorgestellt. Das Bergamt dagegen rät zu einer sogenannten Dämmer-Verfüllung mit Brunnenbaustoff. "Das ist eine Art Magerbeton, der gut abbindet", erläutert Becker. Wichtig ist ihm, dass der Hohlraum so schnell wie möglich weg kommt.

Thema Ortsumgehung durch?

"Die sind da fein raus", kritisiert Bürgermeisterin Simone Kirschner im Hinblick auf eine Ortsumgehung. "Damit wird uns jede Möglichkeit genommen, den Schwerlastverkehr zu verbieten." Hinfällig sind damit auch Kellerbesichtigungen und auch der Denkmalschutzaspekt kommt nicht zum Tragen. Becker: "Das historische Erscheinungsbild des Kellerganges ist schon jetzt durch den Verbruch unwiederbringlich verändert."

Kosten noch unklar

Die Situation wird verschärft durch einen senkrechten Riss im Gestein, dessen Länge nicht bekannt ist. Ebenso wenig weiß man, mit welcher Mächtigkeit sich die noch tragende Sandsteinschicht sozusagen in der Schwebe befindet. Beckers Fazit: "Der Hohlraum muss weg." Und zwar schnell. Was die Abwicklung anbelangt, ist die Gemeinde außen vor, sagt Danielo Heidrich, Verwaltungsleiter in der Gemeinde Heinersreuth. Die Kosten trägt das staatliche Bauamt und damit der Steuerzahler. Wie teuer die Verfüllung des rund 19 Meter langen Kellerastes wird, ist noch unklar. "Die erforderlichen Maßnahmen werden zurzeit vor Ort mit einem Fachbüro festgelegt. Die daraus resultierende Massenermittlung wird erst die Kosten ergeben," sagt Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt. Die Maßnahme soll im Sommer abgeschlossen sein. Eine Vollsperrung der Straße während der Bauphase sei wohl nicht nötig.

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