ASS Unterricht in der Baustelle

BAYREUTH. Fertig ist das, was als extrem sportliches Projekt begonnen hat, noch lange nicht: Die Container, die für die kommenden mindestens zwei Jahre das Domizil der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) während der Schadstoffsanierung des eigentlichen Schulhauses sein werden, sind in Teilen noch nicht für den Unterricht nutzbar. Die Schule muss improvisieren.

Manfred Riedel, der Rektor der Mittelschule, kommt leicht verschwitzt am Freitagmorgen zum Gespräch mit dem Kurier in sein Büro: er habe noch Schultische aus einem vollgestellten Archivraum holen müssen, um ein Klassenzimmer im ersten Stock der Container auszustatten, sagt Riedel. Am Freitag sei auch der erste Tag gewesen, an dem in den Containern Unterricht gehalten wurde. Improvisierter Unterricht. „Die Klassenzimmer sind mittlerweile nutzbar, die Fachräume noch nicht. Das Lehrerzimmer auch nicht“, sagt Riedel. In den Klassenzimmern müsse man ebenfalls „noch Abstriche machen. Die Beamer haben noch keine Stromversorgung, die Tafeln waren gestern erst vollzählig“.

Plan B musste zum Schulanfang greifen

Am Montag nach der Lehrerkonferenz zum Schuljahresbeginn habe er die Container inspiziert. Sie seien „noch nicht in einem Zustand gewesen, dass man sie richtig hätte nutzen können“. Schmutz vom Bau überall, wichtige Teile – wie etwa der Griff für die Fluchttür im Obergeschoss – seien noch nicht montiert, Fluchttreppen nach seinen Beobachtungen nicht richtig verschraubt gewesen. Nachdem am Dienstagmorgen auch nur eine vorläufige Abnahme, die lediglich den Brandschutz betroffen habe, per Mail bei ihm eingetroffen gewesen sei, habe er zu Plan B greifen müssen: „Am ersten Schultag war keine Containerklasse im Container, die Schüler waren in der Turnhalle, im Neubau, in unserer Scheune.“

Mittwoch und Donnerstag: kein Unterricht

Auch am Mittwoch und Donnerstag habe kein Unterricht im Modul-Neubau stattgefunden. „Ich habe die Verantwortung für die Schüler. Deshalb muss ich auch Entscheidungen treffen, die dem einen oder anderen nicht gefallen. Ich kann die Kinder nur reinlassen, wenn ich sicher bin, dass nichts passiert“, sagt Riedel.

Alle bemühen sich, fertig zu werden und Lösungen zu finden

Wobei er ausdrücklich sagt: Alle Beteiligten – von den eingesetzten Arbeitern bis hin zu den Planern – seien extrem bemüht, „die denken alle mit, fragen nach“. Aber der Zeitraum sei einfach zu knapp bemessen gewesen, um eine funktionierende Schule zu schaffen. Man hätte ja auch, sagt Riedel, zu den Herbstferien umziehen können.

Stadt will so schnell wie möglich fertig werden

Genau das allerdings, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt, wäre wegen der Schadstoffbelastung der alten Schule „keine vertretbare Option gewesen“. Das Projekt der Interimsschule stelle „für alle Beteiligten eine außergewöhnliche Herausforderung“ dar. Es sei auch allen klar gewesen, dass die Schule in Containern „zum Beginn des neuen Schuljahres noch nicht in allen Details komplett fertiggestellt sein würde. Dieser Umstand war mit der Schulleitung besprochen“. Es sei aber, sagt Oppold, „Ziel der Stadt, einen uneingeschränkten Schulbetrieb so zügig wie möglich zu gewährleisten“. Die Fachräume sollen bis Ende der nächsten Woche fertig sein, bis Ende September auch das Dach, das parallel noch aufgesetzt werde.

 

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