Zu wenig Laufkundschaft am Parkplatz

Dem Obst- und Gemüsehändler geht es offenbar genauso wie den Einzelhändlern in der Stadt. Jeder profitiert vom anderen. Bei der Hauptversammlung des Gewerbevereins war erst unlängst gesagt worden, dass der Wochenmarkt das Stadtzentrum belebe und die Bürger, die an den Ständen auf dem Marktplatz einkaufen, oft auch in andere Geschäfte in der Innenstadt gehen.

Stand mit Grillhähnchen

Der Wochenmarkt, zu dem sich dienstags neben Gerald Edelmann auch ein Stand mit Grillhähnchen und das Lieferfahrzeug der Buchauer Holzofenbäckerei gesellen, wurde seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten am Rathaus auf den Platz vor der Helmut-Ott-Halle verlegt. Grund sind das Gerüst und der Bauzaun rund um das Baumaterial, die nur mehr knapp die Hälfte des Marktplatzes freilassen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Wochenmarkt in den hinteren Bereich des Place de Laneuveville verlegt wurde.

Zweimal pro Woche in Auerbach

Bei der Neugestaltung des Marktplatzes war dies auch notwendig. Familie Edelmann kommt seit rund 40 Jahren zweimal pro Woche nach Auerbach, am Dienstag und am Freitag, und hat inzwischen viele Stammkunden. Diese kommen natürlich auch mit dem Auto, sofern sie eines haben. Die Parkplatzsituation sei für die einkaufenden Bürger natürlich besser, sagt Gerald Edelmann. Besonders am Dienstag sei einiges los, weil auch der Bäcker und die Hühnerbraterei vor Ort sind. Dennoch hat der Muggendorfer festgestellt, dass das Geschäft im Stadtzentrum besser geht.

Buchauer Holzofenbäckerei

Auf dem Marktplatz sei der Anteil der Laufkundschaft, die zufällig vorbei kommt und mangels Fachgeschäft für Obst und Gemüse in Auerbach ebenfalls bei ihm einkauft, wesentlich höher. Die gleiche Erfahrung hat der Verkaufsfahrer der Buchauer Holzofenbäckerei gemacht. „Es ist wesentlich ruhiger hier am Place des Laneuveville“ sagt er. Die Laufkundschaft fehle ihm, auch wenn zeitweise einige Leute in der Schlange stehen. Auch beim Umsatz ist der vorübergehende Standort kein Gewinn für die Bäckerei.

Breiter ostdeutscher Dialekt

„Durchschnittlich gehen zehn bis 20 Brote weniger über den Verkaufstisch.“ Noch schlechter laufen die Geschäfte für die Hähnchenbraterei aus Hilpoltstein. „Den Standort kannste in de Tonne treten“, sagt der Grillmeister im breiten ostdeutschen Dialekt. Der Hähnchen-Wagen sei schon seit rund 25 Jahren jeden Dienstag in Auerbach. Aktuell mache er rund 40 Prozent weniger Umsatz als am Marktplatz. Es fehle die Laufkundschaft.

Ältere Menschen ohne Auto

Auch haben viele ältere Menschen kein Auto und damit kaum Gelegenheit, sich ihren halben Gockel auf dem Place de Laneuveville zu holen. Er habe beim Kassieren der Standgebühr auch schon mit der Mitarbeiterin im Rathaus gesprochen und darum gebeten, einen Platz im Zentrum zu bekommen, sobald die Eisdiele am Marktplatz ihre Außengastronomie aufgeräumt hat. Im Winter, wenn Obst- und Gemüsehändler Edelmann wegen der niedrigen Temperaturen Pause macht, rentiere sich das sonst gar nicht für ihn, wenn er alleine vor der Helmut-Ott-Halle steht.

Keine Antwort vom Rathaus

Der Verkaufswagen der Holzofenbäckerei sei nur begrenzte Zeit in Auerbach und fährt dann weiter. „Alleine brauche ich im Winter nicht zu kommen“, so der Hähnchen-Brater. Von der Stadtverwaltung wollte die Redaktion erfahren, ob und wann ungefähr der Wochenmarkt zum Marktplatz zurückkehren kann, wenn die Außenarbeiten am Rathaus abgeschlossen sind. Eine Antwort blieb bislang trotz weiterer Nachfrage aus.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06