Wohin mit dem Dorfladen?

Alles schien schon unter Dach und Fach. Ein idealer Platz im Ortskern, eine breite Unterstützung in der Bevölkerung, ein Verein, der ein fertiges Konzept auf den Tisch legte – und von der Regierung in Aussicht gestellte Fördermittel. Doch dann kam den Trockauern das Verwaltungsgericht in Bayreuth in die Quere. Das gab einer Klage des Pottensteiner Bauunternehmers Johann Hofmann recht. Dieser hatte den früheren Gasthof gekauft. Ursprünglich, um dort eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten.

Gericht gibt Käufer Recht

Daraus wurde nichts mangels Bedarf. Die Stadt Pegnitz machte ein Vorkaufsrecht geltend, weil der Dorfladen ein Vorhaben von öffentlichem Interesse sei. Doch das Gericht entschied anders, die Kommune hätte früher handeln müssen, befand der Richter. Und so ging die Suche nach einem geeigneten Domizil von vorne los. Hans Hümmer und Thomas Schmidt, Fraktionssprecher der FWG im Stadtrat und inzwischen selbst Trockauer, befürworteten ein Grundstück im Außenbereich an der Zufahrt zur Autobahnkirche und damit auch in der Nähe der Tankstelle. Die Eigentümer spielten mit, das benachbarte Areal gehöre der Stadt. Doch nicht alle im Förderverein teilen diese Ansicht. So mancher hätte den Dorfladen lieber im Ortszentrum, allein schon wegen der kürzeren Wege für die Einheimischen.

Leer stehendes Gebäude geeignet?

Dort gebe es geeignete Gebäude, eines davon steht leer. Aus Sicht des Rathauses wäre dies schon allein aus finanziellen Gründen die bessere Lösung. Denn ohne Wenn und Aber sei der Dorfladen eine Maßnahme, die unter das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) falle, sagt Bauamtsleiter Manfred Kohl: „Gefördert und gestärkt werden soll dabei vor allem die Innenentwicklung eines Ortes, das ist eine klare Ansage der Regierung.“

Fördermittel nur für Standort im Zentrum?

Sprich: Geld fließe wohl nur dann, wenn der Dorfladen in Trockaus Mitte angesiedelt wird. Das sehen Hans Hümmer und Thomas Schmidt anders. „Es geht doch in erster Linie darum, dass das auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird, dass sich der Laden rechnet“, sagt Schmidt. Ständig werde er von Auswärtigen, die die Kirche oder die Tankstelle aufsuchen, gefragt, wo denn die nächste Einkaufsmöglichkeit zu finden sei – „da ist so viel Durchgangsverkehr von Leuten, die gar nicht ins Zentrum kommen“. Ähnlich die Meinung von Hümmer: „Auch der Standort am Ortsrand hat für mich etwas mit der Ortsentwicklung und damit mit der Stärkung von Trockau zu tun, warum soll das nicht bezuschusst werden.“

Geld für Grunderwerb ist da

Unabhängig davon begrüßt zweiter Bürgermeister Wolfgang Nierhoff das Engagement der Trockauer: „Das ist schon toll, wie die sich darum kümmern.“ Im Rathaus warte man jetzt auf die Ergebnisse der Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern. „Wir helfen natürlich, wo immer wir können“, so Nierhoff. Und im Bedarfsfall stünden ja im Haushalt auch Mittel für einen Grunderwerb zur Verfügung.

Nicht bewertet

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06