Wie Rettungshund Biene ein Leben rettet

Das Unglück passiert am Nachmittag. Nachdem der Mann am Abend nicht von seinem Ausflug zurückkehrt, wird Alarm geschlagen. „Wir wurden gegen 22 Uhr von der Leitstelle in Nürnberg alarmiert“, sagt Ingrid Bierschneider, Einsatzleiterin bei der Rettungshundestaffel Mittelfranken. Die Nachricht: Person vermisst, Rettungshunde benötigt. Gemeinsam mit anderen Rettungshundestaffeln machen sie sich auf ins Suchgebiet – Treffpunkt an der Kapelle in Vorderkleebach.

Dem Hund die Suche einfach machen

Dort treffen auch bald Sylvia Lauterbach und Biene ein. Von der Kapelle fährt der Suchtrupp gemeinsam zum Auto des Vermissten. „Es war davon auszugehen, dass er relativ nah in diesem Bereich ist“, sagt Lauterbach. Sie und Biene bilden ein erfahrenes Team im Rettungshundeeinsatz.

Seit neun Jahren gehören sie zur Staffel. Seit sieben Jahren sind sie im Einsatz. Sie haben dafür eine aufwendige Ausbildung absolviert. „Ein nicht geprüfter Hund darf nicht zum Einsatz“, sagt Lauterbach.

Die Windrichtung muss stimmen

Vor Ort bei Vorderkleebach bekommen die beiden ein Gebiet zugewiesen, das sie absuchen sollen. Karte, Kompass, Himmelsrichtungen bestimmen – mit alldem muss sich die Hundeführerin auskennen. Und sie muss, wissen, wie sie ihrem Hund die Suche so einfach wie möglich macht. „Ich entscheide, wo wir loslaufen“, sagt sie.

Wenn die Windrichtung stimmt, kann der Hund eine Witterung besser aufnehmen. „Der macht seinen Job von sich aus“, sagt Lauterbach. Sie lässt Biene von der Leine. Und Biene sucht. Und zwar nach jedweder menschlichen Witterung. Das hat sie gelernt.

Je länger es dauert, desto schlechter die Chancen

Gegen 0.30 Uhr laufen die Teams mit ihren Suchhunden los. Bei Regen und in einer für diese Jahreszeit außergewöhnlich kalten Nacht. Je später es wird, desto schlechter stehen die Aussichten für den vermissten Mann.

Doch es dauert nicht lange. „Um 1.04 Uhr haben wir den Vermissten gefunden“, sagt die Rettungshundeführerin. Er hat dabei selbst geholfen. Denn als Sylvia Lauterbach und Biene in Rufweite kommen, macht er sich durch lautes Rufen bemerkbar.

"Ich war sehr erleichtert."

Hund und Hundeführer bilden immer ein festes, eingespieltes Team. Zur Seite stehen ihnen Helfer. Sylvia Lauterbach hatte in dieser Nacht zwei dabei. Als sie den Vermissten finden, alarmieren sie die Rettungskräfte. „Ich war sehr erleichtert“, sagt die Hundeführerin. „Er lag da mehrere Stunden bei Regen und Gewitter.“ Der Mann sei zwar unterkühlt gewesen, aber er habe die Sache einigermaßen gut überstanden und kam sofort in ein Krankenhaus.

Es war das zweite Mal, dass Sylvia Lauterbach und Biene einen Vermissten gefunden haben. „Bei solchen Einsätzen läuft immer ein Schema ab“, sagt Einsatzleiterin Ingrid Bierschneider. Ein Schema, das die Rettungshundestaffeln jahrelang und ehrenamtlich trainieren.

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