Wasser-Notversorgung durch Juragruppe

Nur geringe Begeisterung löste die Belieferung mit Juragruppenwasser beim Andreas Meyer aus. „Das schmeckt schon anders als das Wasser aus unserer Quelle“, beschrieb der Landwirt und Schweinezüchter die offenbar notwendige Umstellung auf das Juragruppenwasser. Jeden Morgen nach dem Aufstehen trinke er ein Glas Wasser pur.

„Meine Tiere haben immer Durst“

Jetzt befürchtet er, dass sich beim Wasserkocher künftig Kalk ablagern werde. „Den Wasserkocher habe ich seit zehn Jahren und musste diesen noch kein einziges Mal reinigen.“ So wie er denken viele in Zips. Andererseits: „Meine Tiere haben immer Durst“, so der Züchter. Diese müssten an 24 Stunden am Tag „Zugang zu sauberem Wasser haben“. Vor rund 30 Jahren hätten sich die Zipser gegen eine Großraumwasserversorgung und für ihre eigene Quelle entschieden. Was finanziell keinen Unterschied gemacht hätte. Auch jetzt rechnet Juragruppen-Vorsitzender Manfred Thümmler mit keiner Erhöhung des Wasserpreises für die Betroffenen.

Nur noch 20 Zentimeter Wasser

An der Notwendigkeit für den Anschluss an die Jurawasserversorgung ließ Wassermeister Robert Friedl keinen Zweifel. „Im Hochbehälter waren am Schluss nur noch 20 Zentimeter.“ Wegen der akuten Krise war er sogar vorzeitig aus seinem Pfingsturlaub zurückgekommen und hatte an Fronleichnam mit Juragruppen-Geschäftsführer Hans Hümmer einen kurzfristigen Maßnahmenplan für eine Notversorgung entwickelt.

Besprechung im Landratsamt

Vorausgegangen war eine Dienstbesprechung im Landratsamt. An dieser hatte nicht nur der Schnabelwaider Bürgermeister Hofmann, sondern auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Klaus von Stetten, und der zuständige Fachabteilungsleiter Harald Frick von der Unteren Wasserbehörde teilgenommen. „Wir wurden nach einer kurzfristigen Alternative zur Wasserversorgung gefragt“, erinnert sich Bürgermeister Hofmann.

1,6 Meter tiefe Baugrube

Diese war aber nicht in Sicht. Langfristig sei allerdings für Schönfeld und Preunersfeld eine alternative Wasserversorgung durch die Creußener Gruppe denkbar.„Das dortige Wasser könnte mit dem aus der Zipser Quelle gemischt werden.“ Mit Juragruppenwasser sei das nicht möglich. Von dieser Überlegung unbeeindruckt ließ Wassermeister Friedl gestern die Versorgung für Zips, Langenreuth, Preunersfeld und Schönfeld von der immer spärlicheren Oberflächenquelle abklemmen. Dazu wurde im Kitschenrain eine rund 1,6 Meter tiefe Baugrube gebuddelt und ein T-Rohr eingesetzt.

150 Meter lange Leitung

Bereits am vorigen Wochenende war die alte, direkt durch Zips führende Juragruppen-Versorgungsleitung reaktiviert worden. „Die etwa 150 Meter lange Leitung musste desinfiziert und gespült werden.“ Danach sei eine Wasserprobe an das Labor der N-ergie in Nürnberg geschickt und dort 48 Stunden lang analysiert worden. Erst dann gab es grünes Licht für die Versorgung von Zips.

Als „Glücksfall“ bezeichnete es Friedl, dass bei der Zipser Dorferneuerung bereits ein einfacher Zugang zu den Wasserschiebern mitten in der Straße vorgesehen war. Schon nach wenigen Minuten hieß es jetzt von dort: „Juragruppenwasser Marsch“.

 

 

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