Warnstreik der ZF-Mitarbeiter

Sie folgten damit dem Aufruf der Industriegewerkschaft (IG) Metall zum Warnstreik. Sie unterstützten die Forderung um eine Lohnerhöhung um fünf Prozent, wandten sich aber auch gegen eine Sparpolitik im eigenen Konzern. Laut Betriebsratsvorsitzender Sonja Hahn will ZF 60 Millionen Euro an Personalkosten einsparen.

60 Millionen Euro einsparen

Hahn sprach von „Maßnahmenkatalogen, Einsparungswünschen oder der Aussetzung von Tarifverträgen“ in mehreren Werken des ZF-Konzerns. Gesamtbetriebswirtschaftlich soll die Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter „diskutiert werden“. In Auerbach stehe das Auslaufen der Beschäftigungssicherung zum Jahresende als „spezielles Auerbacher Thema“ an.

Haustarifverträge

„ZF ist auf die Idee gekommen, einen Arbeitnehmerbeitrag zu brauchen“, sagte der Bevollmächtige der IG Metall Amberg, Horst Ott in einer kämpferischen Rede.

Diesen leiste man aber „schon seit Jahren“. ZF müsse dieses Anliegen aber „erst einmal formulieren.“ Es stelle sich die Frage: „Was will ZF von uns und was noch spannender ist: Warum?“ Ott warnte: „Wir können auch streiken, wenn es um Haustarifverträge geht.“ Für Ott ist eine Krise in der Metallindustrie sei von den Arbeitgebern herbeigeredet: „Wenn es zu den Aktionären geht, läuft alles spitzenmäßig und wenn es um Tantiemen geht, läuft alles blendend und wenn es um Rentenabsicherung geht, können andere nur davon träumen. Wenn es aber um die Tarifrunde geht, dann kommen sie aus dem Jammern nicht mehr heraus.“

 Respekt und Wertschätzung

Es gebe kein wirtschaftliches Argument gegen die Forderung der Gewerkschaft von fünf Prozent Lohnerhöhung, die laut Otts Meinung „nicht übertrieben ist“. Es gehe aber nicht alleine nur um die fünf Prozent, „sondern auch um Respekt und Wertschätzung“.

Diese Werte hat Ott in den drei Tarifrunden vermisst, wo das Angebot der Arbeitgeber mit 0,9 Prozent begonnen habe und bei 2,1 Prozent für 24 Monate stehengeblieben sei. „Wenn es nicht anders geht“, so Ott, „werden wir uns diesen Respekt holen“.

Der Warnstreik bei ZF sei der Anfang der „zweiten Welle“ von Warnstreiks bei rund 20 Betrieben in Bayern. Wenn von den Arbeitgebern bis spätestens Freitag kein neues Angebot komme, „wird es keinen Warnstreik mehr geben“, sondern die Streiks auf 24 Stunden Dauer ausgedehnt.

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