Übernahme von Holtz Druck scheitert

Die geplante Übernahme der seit Dezember 2012 insolventen Holtz AG in Neudrossenfeld ist gescheitert. "Bedauerlicherweise kam es nicht zur Vertragsunterzeichnung", teilte Insolvenzverwalter Ulrich Graf mit. Damit gibt es kaum noch Chancen, das Unternehmen fortzuführen und Arbeitsplätze zu retten. Bestehende Aufträge werden nach Aussagen von Graf jetzt noch abgearbeitet. Dann wird der Betrieb voraussichtlich geschlossen. Neue Aufträge werden nicht mehr angenommen. Die insgesamt noch 45 Mitarbeiter werden ihre Kündigungen erhalten. Voraussichtlich bis  Anfang April wird die Ausproduktion dauern.

Gefasste Reaktion

Die dem Investor in Aussicht gestellte Finanzierung habe Bedingungen enthalten, die er nicht annehmen konnte, weil dies auch das bestehende Unternehmen des Interessenten gefährdet hätte,  erklärte Graf. Der Insolvenzverwalter hat am Freitag die Belegschaft über die unerwartete Wende informiert. Die Mitarbeiter hätten gefasst reagiert und zugesagt, eine vernünftige Abwicklung des Unternehmens mit zu tragen.

"Ich bedaure diese Entwicklung sehr", sagte Graf und drückte der Belegschaft sein Mitgefühl aus: "Wir haben hier eine wirklich gute Mannschaft, die ihr Handwerk versteht, kompetent ist und in einer sehr schweren Zeit zusammengehalten hat, nicht auseinandergebrochen ist und sogar neue Aufträge akquirieren konnte. Die Mitarbeiter tragen keine Schuld an der Insolvenz. Es tut mir sehr leid, dass wir ihnen keine Perspektive bieten können."

Betriebsstilllegung gebilligt

Auch der am Freitag zusammengerufene Gläubigerausschuss, der eigentlich damit gerechnet habe, einen Kaufvertrag für das Neudrossenfelder Druckerei-Unternehmen zu unterzeichnen, ist nach Aussagen des Insolvenzverwalters über die Entwicklung informiert. Die weitere Vorgehensweise sei mit dem Gläubigerausschuss bereits abgestimmt worden. Die Betriebsstilllegung sei von dem Gremium bereits gebilligt worden.

24 Mitarbeiter der Holtz AG seien bereits gekündigt, beziehungsweise ein Aufhebungsvertrag geschlossen worden. Die weiteren 21 Beschäftigten würden nun ebenfalls entlassen werden müssen. Der Geschäftsbetrieb der hundertprozentigen Holtz-Tochter, der IDV, sei bereits am Donnerstag eingestellt worden. 98 Prozent der IDV-Umsätze kamen von Holtz. Die dort beschäftigten 16 Vollzeitmitarbeiter sowie die Aushilfskräfte sind ebenfalls, nach Mitteilung von Insolvenzverwalterin Constance Friedlein, gekündigt und bereits freigestellt.

Gespräche mit sieben potenziellen Investoren

Bereits unmittelbar nach der Insolvenz im Dezember 2012 hat das Team um Graf die Investorensuche begonnen und dazu auch die Unternehmensberatung Grundler und Reiter in Bayreuth eingeschaltet. Letztlich habe es Gespräche mit sieben potenziellen Investoren gegeben. Sechs seien aber nicht in weitere Verhandlungen eingestiegen, nachdem sie die Analyse der Firmendaten ausgewertet hatten. Nach Aussagen von Graf hatte die Holtz AG bereits seit einiger Zeit Verluste geschrieben. So sei das Jahr 2011 bei einem Umsatz von 11,7 Millionen Euro mit einem Verlust von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen worden.

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