Türken wollen von Oberpfälzern lernen

Die Delegation bestand aus zehn Mitgliedern der „Devlet Su isleri“, abgekürzt mit DSI. Das ist die staatliche Wasserbehörde der Türkei und zuständig für Trink- und Brauchwasser sowie für Umweltschutz und Schutz vor Überschwemmungen. Gerade, weil man in Hagenohe die Überschwemmungen in den Griff bekommen will, dürfte das Projekt boden:ständig deshalb besonders in den Fokus der türkischen Delegation gerückt sein.

Projekte zum Hochwasserschutz

Zustande gekommen ist der Kontakt zum Amt für ländliche Entwicklung in Regensburg, weil der dortige Behördenleiter Thomas Gollwitzer in der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung mitarbeitet. Über die Arbeitsgemeinschaft lief auf Bundesebene die Anfrage der türkischen Delegation zur Besichtigung von Projekten zum Hochwasserschutz. Darüber, dass die Wahl auf das Projekt im kleinen Hagenohe fiel, redet man beim Amt für ländliche Entwicklung ncith ganz ohne Stolz.

Neun von 33 Maßnahmen abgeschlossen

Landschaftsarchitekt Fetsch erklärte der Delegation das Maßnahmenpaket von denen bis dato neun von 33 Maßnahmen abgeschlossen sind. Über 6200 Kubikmeter Wasser können die fertiggestellten Bauwerke zurückhalten. Bis zu 31 000 Kubikmeter Rückhaltevolumen sollen es sein, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Zumindest von Osten werden Wasser und Schlamm bei einem Starkregenereignis nicht mehr in den Ort schießen. Das gesamte Wasser läuft innerhalb von ein bis zwei Tagen über die Rohrleitungen wieder ab.

Erstes Maßnahmepaket

Östlich von Hagenohe ist die Umsetzung des ersten Maßnahmepakets zum Hochwasserschutz unübersehbar: Neu gezogene Wassergräben beidseits der nun teilweise geteerten Flurwege, Staustufen, Wasserdurchlässe, Dammbauten, erhöhte Wege, regulierbare Ablaufbauwerke (Mönche), ein Rückhaltebecken.

Zusammenarbeit mit den Landwirten

Fetsch betonte, dass das Projekt nur in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten umgesetzt werden kann. Dazu gehören nicht nur technische Bauwerke, sondern eine intensive Beratung der Landwirte, um Bodenerosion zu vermeiden. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Zusammenkünfte der Teilnehmergemeinschaft unter dem Vorsitz von Andreas Schmidt vom Amt für ländliche Entwicklung zur Flurneuordnung, Flurbegehungen im Vorfeld und die Treffen mit Landwirtschaftsberater Maximilian Graml vom Erzeugerring Oberpfalz waren dazu nötig.

Bodenbewirtschaftung und -verbesserung

Eine durchdachte Bodenbewirtschaftung und Bodenverbesserung war Gramls Ziel, um Bodenerosion zu vermeiden. Zwischenfruchtversuche, eine reduzierte Bodenbearbeitung, Mulchsaat, Anbaumethoden waren die Themen bei den Flurbegehungen. Die Landwirte komplett mit ins Boot zu holen, war der Projektleitung wichtig. „Nur so funktioniert unser System“, sagte Fetsch.

Die gesamte Maßnahme wird – wie bereits berichtet – rund 2,35 Millionen Euro kosten. 85 Prozent davon übernimmt der Freistaat Bayern, 15 Prozent der Kosten zahlt die Stadt Auerbach. Die Landwirte müssen für die Baumaßnahmen auf einer Pojektfläche von insgesamt 270 Hektar lediglich vier Hektar Land abtreten.

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Kommentare

solang sie von den Oberpfälzern nicht Deutsch lernen wollen...
Dasselbe würde ein Oberpfälzer wohl auch schreiben, wenn er lesen würde, dass das Ganze z.B. in Kronach stattfindet.
Aber als Witz ganz gut :-)
Montag, 13. November 2017 - 11:06