Tote bei Unfall mit Fernbus

Mehr als zehn Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Am Stauende weit hinter der Unfallstelle kam es Stunden später zu einem weiteren Zusammenstoß. Dieses Mal fuhr ein Autofahrer in einen Laster und starb.

Das Reisebus-Unglück passierte morgens gegen halb zehn Uhr zwischen Bad Camberg und Limburg-Süd in Fahrtrichtung Köln. Der Bus fuhr laut Polizei auf der rechten Fahrspur und war wegen eines Rückstaus bereits zum Stehen gekommen, als ein Lastwagen auffuhr. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Bus auf den vor ihm stehenden Lastwagen mit 7,5 Tonnen geschoben, der sich wiederum auf einen 40-Tonner drückte.

Der Busfahrer, der für Flixbus unterwegs war, und der Fahrer des vor ihm stehenden Lastwagens erlitten dabei tödliche Verletzungen. Der Fahrer im Laster, der den Unfall verursachte, wurde schwerstverletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Auch mehrere Passagiere im Bus wurden verletzt und zur Untersuchung in Krankenhäuser gebracht. Der Bus war im Auftrag von Flixbus nach Köln unterwegs. An Bord seien neben dem Fahrer 14 Reisende gewesen, teilte das Unternehmen in München mit.

Bei der Bergung waren rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Die Polizei leitete den Verkehr an der Anschlussstelle Bad Camberg ab. Kilometerlange Staus auf der A3 vor der Umleitung waren die Folge.

Auf Laster aufgefahren

Am frühen Nachmittag kam es zu einem weiteren tödlichen Auffahrunfall auf der A3, als ein Autofahrer zwischen Niedernhausen und Idstein am Stauende in einen Lastwagen fuhr. Der Mann wurde tödlich verletzt, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei in Wiesbaden sagte.

Zur Vermeidung von schweren Auffahrunfällen mit Lasten fordert der Automobilclub von Deutschland (AvD) mehr Kontrollen. Lkw-Fahrer stünden wegen ihres eng getakteten Zeitplans enorm unter Druck, sagte AvD-Sprecher Herbert Engelmohr in Frankfurt. Neben den vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten kämen noch die Wartezeiten in Staus auf den überlasteten Fernstraßen hinzu.

Mehr Güter auf die Schiene

„Die Wildwest-Situation auf den Autobahnen darf nicht zu Lasten des Pkw-Fahrers gehen“, sagte Engelmohr. Ein Fortschritt seien automatische „Notbremsassistenten“ für Lkws, die aber bislang nur für Neufahrzeuge vorgeschrieben seien. Außerdem müsse das Abschalten der Systeme ausgeschlossen werden. Der AvD fordert zugleich, dass in Deutschland als dem „Transitland Nummer eins“ mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden sollten.

dpa

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