Tigers ohne Spielmacher gegen Topteams

Mit Ivan Kolozvary fällt der Denker und Lenker des Bayreuther Spiels aus. Der Slowake ist erkrankt und ist am Freitag definitiv nicht dabei, für Sonntag besteht nur eine minimale Einsatzchance. „Der Ausfall tut natürlich richtig weh“, sagt EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Das Kollektiv muss Ivan ersetzen, aber die Mannschaft zeigt seit Wochen eine tolle Moral und einen tollen Charakter.“

Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass Strafzeiten gegen die beiden auch in Überzahl sehr starken Gegner vermieden werden müssen. Zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen, wie zuletzt bei den Niederlagen in Freiburg und gegen Dresden, will Waßmiller nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir müssen auf uns schauen und cleverer auf Situationen reagieren.“

Sein Team müsse sich eben darauf einstellen, ob ein Schiedsrichter kleinlich oder großzügig pfeift. Schließlich sei ein Hauptgrund für die am vergangenen Wochenende zu Ende gegangene Siegesserie (5 Erfolge) gewesen, dass sich die Tigers kaum auf der Strafbank wiederfanden. Daran dass nach zwei Niederlagen nun wieder ein Sieg her soll, lässt Waßmiller keinen Zweifel: „Wir wollen gegen Weißwasser die Punkte zu Hause behalten, außerdem steht noch eine Rechnung offen.“

Starkes Füchse-Trio

Gerade im ersten Aufeinandertreffen im Tigerkäfig mussten die Bayreuther eine bittere Niederlage einstecken. Nach 0:2-Rückstand kämpften sie sich zurück ins Spiel, verloren aber dann nach Verlängerung mit 4:5. In Weißwasser zog der EHC dann mit 1:4 den Kürzeren.

Große Schwierigkeiten hatten die Tigers dabei mit Jeff Hayes (16 Treffer/24 Vorlagen), Dennis Swinnen (22/17) und Jakub Svoboda (10/27), der nach dreiwöchiger Verletzungspause sein Comeback feiert. Allerdings wird es nicht reichen, wenn die Tigers die drei Füchse-Topscorer – sie bilden eine Sturmformation – stoppen, denn die Lausitzer haben auch auf den anderen Positionen viel Qualität im Kader.

So können sie beispielsweise in der Defensive auf Routiniers wie Andre Mücke (4/18) und Sean Fischer (6/8), aber auch auf den offensivstarken Kontingentspieler Patrik Parkkonen (8/28) zurückgreifen. Zudem profitieren die Füchse immer wieder von der Kooperation mit den Eisbären Berlin, die unter anderem regelmäßig talentierte Tormänner abstellen.

Bietigheimer Lazarett lichtet sich

Über eine solch große Auswahl an Spielern hätte sich in den vergangenen Wochen auch der Bayreuther Sonntagsgegner gefreut. Doch in dieser Zeit gingen die Bietigheimer personell auf dem Zahnfleisch und mussten einige unerwartete Niederlagen einstecken. So gaben die Steelers nach 34 Spieltagen an der Spitze ihre Tabellenführung am vergangenen Sonntag ab.

Allerdings lichtet sich nun das Lazarett: So mussten zuletzt nur Bastian Steingroß, Markus Gleich und Justin Kelly passen. Dafür stand der gerade erst von den Dresdner Eislöwen verpflichtete Marcel Rodman im Kader. Er soll dazu beitragen, dass die Bietigheimer – sie stellen die beste Offensive sowie Defensive der Liga – ihrer Favoritenrolle gerecht werden und den Hauptrundentitel holen.

„Keine Frage“, sagt EHC-Trainer Waßmiller, „wenn die Steelers komplett sind, stellen sie das beste Team der DEL2. Wenn wir diesen Gegner besiegen wollen, muss bei uns alles passen.“ Ausgeschlossen ist das nicht, das beweist der 25. Spieltag: Mit einer bärenstarken Teamleistung und diszipliniertem Spiel schickten die Tigers die Steelers Anfang Dezember mit einer 2:3-Niederlage nach Hause.

Nicht bewertet

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