Tigers erhalten DEL2-Lizenz

„Wir sind sehr, sehr froh, dass wir die Lizenz bekommen haben. Die intensive Arbeit der vergangenen vier Monate hat sich ausgezahlt“, sagt Matthias Wendel, der zusammen mit seiner Frau Margrit die Geschäfte der Tigers-GmbH führt.

95 Prozent der Sponsoren hätten dem Bayreuther Eishockey die Treue gehalten, so dass bereits 540.000 der beim Lizenzantrag eingereichten Sponsorengelder in Höhe von 632.000 Euro vorliegen.

Zudem erklärte das Ehepaar Wendel, dass die Personalkosten für den Profikader um etwa 10 Prozent gestiegen seien. „Die Mannschaft hat sich in der DEL2 profiliert, da ist es legitim, dass Spieler und Trainer eine Gehaltsaufstockung gefordert haben“, sagt Margrit Wendel und verdeutlicht, dass die Budgetierung und Planung für die kommende Saison kaum Probleme bereitet habe.

Auslagerung bereitet Kopfzerbrechen

Wesentlich mehr Kopfzerbrechen habe die Auslagerung der Profimannschaft in die neu gegründete Tigers-GmbH gemacht. „Da wurde alles genau durchleuchtet“, sagt Matthias Wendel – und es wurden Missstände gefunden. Wegen der kritischen Finanzlage des Hauptvereins forderte die ESBG vergangene Woche Nachbesserungen.

„Die GmbH hat für den Verein eine Bürgschaft in Höhe von 100.000 Euro übernommen“, sagt Matthias Wendel. 50.000 seien für die im Juni fälligen Forderungen der Berufsgenossenschaft, 50.000 für die im Mai nächsten Jahres fälligen. Familie Wendel versucht nun, Sponsoren zu finden, um die Belastung für die GmbH zu senken.

Zudem habe die Tigers-GmbH das im Januar von den Wendels privat gewährte Darlehen (70.000 Euro) übernommen. Das Ehepaar Wendel wird diese Summe nun als Stammkapital der Tigers-GmbH zuführen.

Zusammenarbeit durch Kooperationsvertrag geregelt

„Hätten wir im Februar gewusst, dass die GmbH den Hauptverein schuldenfrei stellen muss, hätten die Gesellschafter und wir das Engagement sicher beendet“, sagt Margrit Wendel. Ihr Mann fügt hinzu: „Irgendwann muss aber mal Schluss sein. Die GmbH war nur einmal der Rettungsanker des Hauptvereins.“ Die weitere Zusammenarbeit zwischen GmbH und Hauptverein sei ja im Kooperationsvertrag geregelt.

„Es wird wohl weiter kleinere Reibereien zwischen den beiden Parteien geben“, sagt Margrit Wendel. „Aber durch die Trennung in GmbH und Verein – nur so konnte das Profieishockey in Bayreuth erhalten werden – wird es immer weniger Ansatzpunkte für diese Nickeligkeiten geben, da die Berührungspunkte vertraglich geregelt sind.“

Freude bei EHC-Offiziellen

EHC-Vorsitzende Christiane Colditz geht einen Schritt weiter: „Ich hoffe, dass alle professionell arbeiten und die Dispute nun aufhören.“ Allerdings nimmt die Vereinsoffizielle das Wort „schuldenfrei“ nicht in den Mund. Noch drohe dem Verein die Gefahr einer Nachzahlung an die Rentenversicherung. Hier deuten sich jedoch „positive Verhandlungen“ an.

„Und wir sind jetzt in einer finanziellen Situation, von der wir im Januar nicht mal träumen konnten“, sagt Colditz. „Dass den Verein keine Altlasten aus der Vorsaison mehr drücken, ist supergut. Wir sind froh, dass die GmbH jetzt die Lizenz erhalten hat, es weiter DEL2-Eishockey in Bayreuth gibt und sich der Verein nun endlich auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren kann.“

DEL2 wieder mit 14 Teams

In einer Mitteilung gab die DEL2 bekannt, dass alle 14 sportlich qualifizierten Clubs die Lizenz für die Saison 2017/2018 erhalten. Neben den Bayreuth Tigers sind das EC Bad Nauheim, Bietigheim Steelers, Eispiraten Crimmitschau, Dresdner Eislöwen, Löwen Frankfurt, EHC Freiburg, Heilbronner Falken, EC Kassel Huskies, ESV Kaufbeuren, Lausitzer Füchse, Ravensburg Towerstars, SC Riessersee sowie Aufsteiger Tölzer Löwen. Die Saison beginnt am 15. September. Der Spielplan soll Mitte Juli veröffentlicht werden.

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