Theater spielen ist Mannschaftssport

Mit dem Spielen angefangen hat man 1993, der Verein wurde sechs Jahre später von 13 Personen im Gasthaus Roter Ochse gegründet. Noch heute werden hier im Saal im Obergeschoss die Stücke gezeigt. Vorsitzender seit Anfang an ist Wolfgang Hempfling. Bei den Stücken hat er bisher mitgespielt oder Regie geführt. Am Anfang war es klassisches Bauerntheater, jetzt gibt es ausschließlich Boulevardstücke. Auch der Intendant der Pegnitzer Faust-Festspiele, Daniel Leistner, hat in Troschenreuth schon Regie geführt. Und Georg Mädel, der Schauspieler bei den Festspielen ist.

Spielen ohne Souffleusen

Hempfling machte seine erste Bühnenerfahrungen beim Pegnitzer Theater Schall und Rauch, bei dem sich vor gut zwei Jahren der Vorhang für immer schloss. „Irgendwann ist dann mal die Idee entstanden, in Troschenreuth ein eigenes Theater zu gründen“, erzählt er. Was ist das Besondere am Theaterspielen? „Theater ist ein Mannschaftssport. Wir können nur gemeinsam gewinnen oder verlieren“, sagt Hempfling. Gewinnen heißt die Zuschauer lachen. Jeder verlasse sich blind auf den anderen. „Wir spielen immer ohne Souffleusen. Hier ist Improvisation gefragt“, so der Vorsitzende weiter.

Rund 25 Spieler gehören zum festen Stamm, etwa 70 Mitglieder hat der Verein. Zum Jubiläum heuer wird die 20. Aufführung gezeigt. Etwa 2000 Zuschauer sind es pro Stück, sagt der Vorsitzende. Die bisherigen Stücke wurden zwischen zwei- und zwölfmal gezeigt. Es waren immer Komödien, heuer ist es die Kriminalkomödie „Sa(r)g die Wahrheit“, für die zurzeit geprobt wird.

Mit Plecher Jugendtheater zusammenarbeiten

Zweimal gab es auch ein Jugendmusical, von den Spielern sind jetzt noch viele dabei und gehören zum festen Stamm. Eine eigene Jugendgruppe ist etwas schwierig, sagt Hempfling. Deshalb will man sich hier mit dem Plecher Jugendtheater zusammentun.

„Bei uns spielen nur Troschenreuther mit“, sagt Hempfling, der im wirklichen Leben Kämmerer der Stadt Pegnitz ist. Das schweiße die Dorfgemeinschaft zusammen, denn neben den Spielern werden auch die anderen Aufgaben, wie zum Beispiel die Bedienung bei den Aufführungen, von Leuten aus dem Ort übernommen. Das sind noch mal 20 Personen extra. Das Publikum ist weit gestreut. Neben Pegnitzern natürlich, kommen die Besucher aus Creußen, Pottenstein, Auerbach und Kirchenthumbach, sagt Hempfling. Die meisten sind Stammpublikum, aber es kommen auch immer wieder Neue.

Kulinarisches und Kultur

„Der Wirt hat viel in Saal, Bühne und Küche investiert in der Vergangenheit“, lobt Hempfling. Andere Theatergruppen müssten sich meist eine Bühne für die Aufführungen suchen, die Troschenreuther haben sie im Roten Ochsen, neben einer Garderobe und Lagerräumen, immer vor Ort. „Die Küche hat er ausgebaut und so können die Besucher vor den Aufführungen erst essen“, so Hempfling, „Kulinarisches und Kultur eben.“ Und auch was die Technik angeht – hier hat das Theater einiges angeschafft – wird zusammengearbeitet und der Wirt kann sie bei anderen Veranstaltungen, die in dem Saal stattfinden, nutzen. „Hier arbeiten wir gut zusammen“, so der Vorsitzende.

Das Theaterspielen war schon immer der Traum von Hempfling. „Das ist einfach schee“, sagt der Vorsitzende begeistert. In andere Leute schlüpfen, wenn die Zuschauer lachen – das ist das Schönste. Und natürlich auch das Lob. Und warum alles in Mundart? „Das ist leichter für uns, denn es redet keiner von uns Hochdeutsch“, sagt Hempfling, „wir sind ja ein bunt gemischter Haufen aus Oberpfälzern und Franken.“ Außerdem liege ihnen viel daran, die Tradition der Mundart zu erhalten und zu pflegen.

Musikalische Teile fehlen

Regie führt diesmal Rebecca Brinkmann, eine ausgebildete Musicaldarstellerin. Sie hat oft schon in anderen Häusern Regie geführt und auch selbst gespielt, zum Beispiel in Coburg. Vergangenes Jahr hat sie in Troschenreuth die Choreografie geleitet. Heuer ist es ein reines Schauspiel, ohne Gesang. „Da muss man auf andere Sachen achten“, sagt Brinkmann, „es gibt mehr sogenannte Timing-Momente, dadurch, dass die musikalischen Teile fehlen.“

Seit Dezember übt sie mit den zwölf Spielern – es gibt viele Nebenrollen – , die diesmal dabei sind. Angefangen hat es mit Leseproben, jetzt treffen sie sich und üben dreimal die Woche auf der Bühne. Und es wird an der Ausstattung gefeilt. So hat Kerstin Vogel zum Beispiel verschiedene Stoffe – in Pink und mit Leopardenmuster – dabei. Gemeinsam berät das Ensemble, wie damit der Sarg – ein zentrales Element in dem aktuellen Stück – ausgestattet werden kann. „Ich kann da schon was mit Rüschen rum machen“, sagt Vogel. Aber schwierig ist die Anbringung. Hier geht nur Klett. „Da muss halt die Musik etwas lauter spielen, damit man da nichts hört“, sagt sie lachend.


Info: Die Premiere von „Sa(r)g die Wahrheit" ist am Freitag, 9. März. Die weiteren Aufführungstermine sind Samstag, 10. März, Freitag, 16. März, Samstag, 17. März, Freitag, 23. März, Samstag, 24. März, Sonntag, 1. April (Ostersonntag), Freitag, 6. April, und Samstag, 7. April. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Wöckel in Pegnitz, Telefon 0 92 41/57 71 oder im Internet unter www.mundarttheater.de.

Nicht bewertet

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