Stromtrasse: Zu Optimismus kein Grund

Peetz fasst für die Mitglieder des Kreisausschusses die aktuellen Informationen zur Planung der Stromtrasse zusammen. Entscheidend sei, dass die Trasse nicht als Freileitung mit Riesenmasten geplant werde, sondern die Kabel unterirdisch verlegt werden sollen. Seit 2012 sei die Stromleitung im Bundesbedarfsplan. Möglicherweise sei die technische Entwicklung bis zum Bau der Leitung bereits weit fortgeschritten. Dann könnte sogar eine 525-KV-Leitung gebaut werden. Bisher sind zwei  380KV-Leitungen vorgesehen.

Wenig Nachteile der Alternative über Kulmbach

Tennet hatte vor kurzem einen Korridor für den Verlauf vorgeschlagen, nämlich über das östliche Fichtelgebirge. Der Antrag soll Ende März eingebracht werden. Von der Bundesfachplanung, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung vornimmt, werden jedoch alle eingebrachten Vorschläge als gleichrangig bewertet. Der Landkreis Kulmbach sei dann betroffen, wenn Variante zwei zum Zuge komme, so Peetz. Denn demnach würden die Erdkabel durch das Gemeindegebiet von Himmelkron und Marktschorgast führen. "Diese Alternative hat nur sehr geringe Nachteile gegenüber der Vorzugsvariante", sagte Peetz. "Wie sich die Bundesnetzagentur entscheidet, bleibt bis zum Ende des Verfahrens offen."

Bewertung kann völlig anders erfolgen

Wie Tennet informiert, kann es durchaus zu einer anderen Bewertungsrangfolge der einzelnen Korridorverläufe kommen.Die endgültige Entscheidung über den 1000 Meter breiten Korridor erfolge nach Abschluss der Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur Ende 2018. Das Planfeststellungsverfahren und der genaue Verlauf könnten bis 2020/21 feststehen. Der Betrieb wäre frühestens ab 2025 für die nächsten 40 Jahre möglich.

Projekt schränkt Entwicklungschancen ein

Zu Optimismus besteht derzeit für die Kulmbacher Gemeinden noch kein Grund. "Wir sind also noch nicht ganz aus dem Schneider", sagte Landrat Klaus Peter Söllner (FW). "Im unglücklichsten Fall verläuft die Trasse auf der Landkreisgrenze." Bürgerinitiativen hatten sich zunächst gegen die geplante "Monster-Stromtrasse" gewehrt. "Damit haben wir viele Bürger erreicht", sagte der Himmelkroner Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU). Gemeinsam mit Marktschorgast sei gegen die Freilandleitung entlang der 110-KV-Leitung gekämpft worden. Dennoch seien beide Orte immer noch betroffen, weil die Alternative ebenfalls analysiert werde. "Das tangiert unsere Entwicklungsmöglichkeiten", kritisierte Schneider, "und es tangiert die Menschen, die in der Nähe wohnen." Die weitere Entwicklung sei sehr genau zu verfolgen, damit Marktschorgast und Himmelkron keine Nachteile erleiden.

Politischer Erfolg der Bürger vor Ort

Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann (CSU) sagte, die Koalitionsregierung habe die richtige Entscheidung getroffen. Durch den Verzicht auf Freileitungen könne die Belastung für die Menschen stark reduziert werden. Der Landkreis sei vermutlich nur in geringem Maße berührt. Dennoch sei dies auch ein politischer Erfolg der Bürger vor Ort über alle Parteigrenzen hinweg. Kreisrat Veit Pöhlmann (FDP) merkte an, dass er sich bei dem Kampf gegen Windräder eine ähnliche Solidaritätswelle gewünscht hätte wie im Falle der Strommasten. "Deren Monsterhaftigkeit ist nichts anderes", sagte Pöhlmann.

Nicht bewertet

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