Stellplätze werden rar

Früher war der Parkplatz am städtischen Freibad während der Wintermonate meist leer. Allenfalls Spaziergänger in Richtung „Verlassene Mutter“ oder „Hohe Straße“ stellten dort gelegentlich ihr Auto ab.

Mitarbeiter weichen aus

Inzwischen sind die Stellflächen täglich belegt, denn die Mitarbeiter der Cherry GmbH und der ZF Friedrichshafen AG weichen auf den Platz aus. „Wenn alle vernünftig einparken könnten, wäre auf den Firmenparkplätzen manchmal noch die eine oder andere Lücke“, sagt ein Arbeiter, der gerade sein Fahrzeug beim Freibad abgestellt hat. Ein anderer bedauert, dass die Straßenlampe vor dem Bad unlängst nicht funktionierte. „Da ist es schon arg finster, wenn man nach der Spätschicht zum Auto geht.“

Das Mehr an Fahrzeugen hat verschiedene Ursachen. Die Einstellung neuer Mitarbeiter bei Cherry gehört dazu. Aber auch die Flexibilisierung der Arbeitszeiten in den vergangenen Jahren, erklärt Unternehmenssprecher Michael Lautenschlager.

Im Jahr 2009 wurden dieFirmenbusse eingestellt

Da die Mitarbeiter zu unterschiedlichsten Zeiten beginnen und in Feierabend gehen, seien auch Firmenbusse keine Lösung. Ab 1978 habe es anfangs sieben sehr gut ausgelastete Linien gegeben, zuletzt noch fünf Linien mit magerer Auslastung, hat Lautenschlager in Erfahrung gebracht.

2009 wurden die Firmenbusse ganz eingestellt. Vor knapp zwei Jahren hat der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach eine Frühbuslinie von Sulzbach-Rosenberg über Edelsfeld und Königstein nach Auerbach testweise eingerichtet. Die Haltestelle ist unmittelbar am Werkseingang. „Die Nutzung ist mit einer Person mager“, so der Sprecher. Rund 1300 Mitarbeiter sind aktuell bei ZF und Cherry tätig. Im Außenbereich des Werksgeländes befinden sich 600 befestigte Parkplätze. Hinzu kommen etwa 80 Stellflächen auf dem Grünstreifen an der Cherrystraße sowie etwa 100 Parkplätze am Freibadparkplatz.

Hohe Auflagen

„Damit stellt das Unternehmen über die Hälfte mehr Stellplätze zur Verfügung als in der sogenannten Garagen- und Stellplatzverordnung für die Anzahl der Beschäftigten verpflichtend ist“, sagt Lautenschlager.

Die Auflagen für den Bau zusätzlicher Parkplätze seien wegen der Lage im Wasserschutzgebiet sehr hoch und der Bau wäre entsprechend kostenintensiv. Das Unternehmen geht von einem sechsstelligen Betrag aus.

Die beiden Firmen beziehen dazu klar Position: „Wenn wir in dieser Höhe investieren, dann in neue Produkte und Technologien.“ Vielmehr versuchen Cherry und ZF, die Parkplatzsituation über andere Mittel zu entspannen. Lautenschlager spricht von attraktiven Parkplätzen für Fahrgemeinschaften oder den im Frühjahr geplanten Ausbau der Zweiradstellflächen am Werkseingang.

Stadt hat kaum noch passende Flächen

Die Stadt Auerbach trägt mit der Überlassung der Parkflächen entlang des Freibades und auf dem Parkplatz des Bades gerne zur Lösung des Problems teil, sagt Bürgermeister Joachim Neuß. Ansonsten sei die Stadt im Industriegebiet Lohe kaum mehr im Besitz von Flächen in relevanter Größe, um wirklich viele Fahrzeuge unterzubringen. Die Nutzung der Stellflächen am Freibad sei für die Zeit vom 1. Mai bis zum 15. September mit dem ZF-Management abgesprochen. „Das hat im letzten Jahr hervorragend funktioniert.“

Auch sei es zwischenzeitlich kein Geheimnis mehr, dass mit dem Umzug von Cherry mehrere Hundert Mitarbeiter in absehbarer Zeit nicht mehr im Industriegebiet Süd beschäftigt sein werden, so der Bürgermeister weiter.

Freibadbesucher nutzen Firmenplätze

Im Sommer sei das Bad am Wochenende stärker frequentiert. Da nutzen die Freibadgäste an besonders heißen Tagen manchmal auch die Firmenplätze.

Und eine Tatsache stellt Joachim Neuß noch besonders heraus: „ZF stellt bei Großveranstaltungen in der Stadt immer wieder bereitwillig die großen Firmenparkflächen zur Verfügung, die dann äußerst wertvoll sind und ohne die manche Veranstaltung gar nicht denkbar wäre.“

Nicht bewertet

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Kommentare

Auf Radfahrer hoffen.. soso. Man könnte natürlich statt dessen auch was dafür tun:
Komfortable, sichere, überdachte Fahrradstellplätze, Umkleiden, Duschen, Garderobe zum Aufbewahren und trocknen von Helm und Bekleidung. Prämien für Radfahrer anbieten und.m.
Auf eine gute Anbindung ans Radwegenetz hinarbeiten.
Man kann aber natürlich auch hoffen...