Skater dürfen hoffen

Stephen Schaak, Sprecher der lokalen Skateszene, schaut traurig drein. Und zeigt auf das, was mal eine funktionstüchtige Mini-Ramp war. Sie war über Winter stillgelegt und mit einem Bauzaun umgeben worden. Den haben Unbekannte vor ein paar Wochen mit massiver Gewalteinwirkung niedergetreten und in die Ramp ein großes Loch geschlagen. „Ich habe Anzeige erstattet, das war ich dem guten Stück schuldig“, sagt Schaak. Er und seine Mitstreiter verbinden mit dem „guten Stück“ jede Menge guter Erinnerungen. Wolfgang Kauper, Jugendpfleger der Stadt, hat sie ihnen angeboten. Kostenlos, für private Übungszwecke. Denn reparieren lässt die Ramp schon, ist Schaak überzeugt: „Das Material habe ich schon besorgt, das würde klappen.“

Suche nach Unterstellmöglichkeit

Was jetzt noch fehlt, ist eine geeignete Unterstellmöglichkeit, „da suchen wir jemand, der uns unterstützt“. Weder er noch seine Kollegen haben Platz für das ramponierte Teil. Ein paar Euro Miete wären monatlich schon drin, so Schaak, „es muss halt bezahlbar sein“.

Das Signal der Regierung ist da

Neben der Trauer ist da aber auch eine gehörige Portion Vorfreude auf das, was hier neu entstehen soll. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Nierhoff, der sich wiederholt für die Wünsche der Skater eingesetzt hat, verbreitet Zuversicht: „Klar, zugegeben, das war schon ein längerer Prozess, aber das hat ja seine Gründe.“ Vor allem finanzielle. Es geht ums Geld, es geht um Fördermittel. Die könnten jetzt sprudeln, sagt Bauamtsleiter Manfred Kohl: „Wir haben uns Ende April schriftlich an die Regierung gewandt und uns erkundigt, welche Zuschüsse aufgrund der vorliegenden Planung möglich sind.“ Eine mündliche Reaktion liege bereits vor. Und die war positiv, „uns wurde eine umfassende Förderung signalisiert“.

Das muss der Stadtrat entscheiden

Genaue Zahlen wollen Nierhoff und Kohl noch nicht nennen. Erst müsse ja der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen darüber befinden, wie die neue Anlage aussehen soll. Eine Anlage, die nicht nur für die Skater gedacht ist. Denn in der Nachbarschaft soll eine sogenannte Dirtbahn errichtet werden. Da können sich dann Mountainbiker und andere Fahrradfans austoben. Sehr zur Freude von Realschulleiter Christoph Kasseckert, der wie auch sein Kollegium voll hinter diesem Vorhaben steht. Weil es auch schulischen Zwecken dienen könnte, etwa über ein Wahlfachangebot. Ein Arbeitskreis Mountainbike existiert bereits an der Schule.

Isek hilft

Zurück zur unendlichen Geschichte. Ja, so Nierhoff, das habe auch mit Isek, dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, zu tun. Das musste halt erst einmal fertig sein. Nun ist es fertig, nun macht es sich bezahlt, sagt Kohl: „Ohne Isek wäre eine Förderung in der zu erwartenden Höhe undenkbar.“ Nur so seien die Regierung von Oberfranken wie das Amt für Ländliche Entwicklung (Ale) in Bamberg gemeinsam dazu zu bewegen, hier finanzielle Hilfestellung zu leisten. Das Ale will nämlich den geplanten Ausbau des Fußweges von der Realschule nach Hainbronn als Anbindung an den dort beginnenden Radweg nach Weidlwang bezuschussen. Was dazu führe, dass auch die Frequenz an der neuen Skate- und Dirtanlage automatisch zunehme. Und damit sei dem Argument, hier werde ein Angebot für wenige mit viel Geld aus dem Boden gestampft, der Wind aus den Segeln genommen, so Nierhoff: „Auch wenn es gedauert hat: Wir machen hier jetzt ein größeres Angebot für eine deutlich größere Gruppe von Leuten.“

Was noch fehlt, ist der Förderverein

Die neue Anlage ist das eine, ihr Unterhalt etwas ganz anderes. Dafür wollten Stephen Schaak & Co schon vor Wochen einen Förderverein ins Leben rufen. Die Betonung liegt auf „wollten“. Warum es ihn noch nciht gibt? Dazu Schaak: „Manche denken, wir müssten da auch finanziell in die Bresche springen, wenn Sanierungsbedarf besteht, da geht es um das, was in der Vereinssatzung stehen soll.“ Nierhoff gibt Entwarnung: „Träger des Ganzen wird sicher die Stadt sein. Der Verein müsste sich darum kümmern, dass hier nichts vermüllt ist, das hier Betrieb herrscht.“ Geld müsse er sicher nicht in die Hand nehmen, um Schäden zu beseitigen. Und wie lässt sich künftig Randale vermeiden? Nun, über die Überwachung müsse man sich noch Gedanken machen, sagen Nierhoff und Kohl, ganz ohne werde es wohl nicht zu machen sein.

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