Siegtor der Tigers in der 69. Minute

Vor der zweitgrößten Kulisse der Saison von 1995 Zuschauern (darunter gut und gern 300 aus Weißwasser) waren die Bayreuther buchstäblich von der ersten Minuten an um typische Playoff-Intensität bemüht. Leidtragender war Füchse-Stürmer Feodor Boiarchinov, der schon nach 34 Sekunden nach einer Kollision mit Sergej Stas vom Eis geführt werden musste und nicht mehr mitwirken konnte. Die Gäste standen in dieser Hinsicht aber nicht lange nach, so dass viele Zweikämpfe konsequent geführt wurden und hin wieder auch in kleinere Rangeleien mündeten.

In einem offener geführten Schlagabtausch als zu Beginn des ersten Spiels konnten die Tigers mit ihrem Einsatz allerdings nicht verhindern, dass die Lausitzer zunächst deutlich mehr Präsenz im Angriffsdrittel hatten sowie auch die zahlreicheren und besseren Chancen. Tomas Vosvrda im Bayreuther Tor stand im ersten Drittel viel häufiger im Blickpunkt als sein Gegenüber Maximilian Franzreb. Die Gastgeber ihrerseits erspielten sich zwingende Chancen hauptsächlich in ihren Powerplays ab der 5. und 10. Minute.

Für den zweiten Abschnitt galt dann aber das Gegenteil. Nun kamen die Bayreuther nicht nur regelmäßig geordnet in die Angriffszone, sondern auch gefährlich zum Abschluss. Gleichzeitig ließen sie in der Defensive längst nicht mehr so viel zu und überstanden auch eine Unterzahlphase (26.) nahezu ungefährdet. Der glänzende Vosvrada musste zwar immer noch vereinzelt auf der Hut sein (vor allem in der 33. Minute gleich zweimal gegen David Kuchejda), aber die klare Mehrzahl der Prüfungen musste nun der ebenfalls starke und sichere Füchse-Schlussmann Franzreb bestehen. Seine beste Szene hatte er in der 28. Minute gegen Michal Bartosch und vor allem den Nachschuss von Ivan Kolozvary.

Umso ärgerlicher war es für die Tigers, dass dieses starke Drittel mit einem Rückstand zu Ende ging. Als Anthony Luciani gut zwei Minuten vor der zweiten Pause zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, entwickelten die Füchse im Powerplay zunehmenden Druck und kamen schließlich mit einem Direktschuss von Verteidiger Chris Owens aus der Halbdistanz zum Erfolg.

Chancen auf beiden Seiten bis zum Schluss

Dieser Rückschlag zeigte Wirkung, denn zu Beginn des letzten Abschnitts war der Spielfluss erst einmal dahin. Ungenaue Pässe ließen kaum Tempo aufkommen. Umso wichtiger war der Ausgleich bevor nachhaltige Verunsicherung aufkommen konnte. Einen Schuss von Andreas Geigenmüller konnte Franzreb mit dem Beinschoner nur nach vorne abwehren, und die Scheibe landete perfekt für den Nachschuss auf dem Schläger von Michal Bartosch.

Danach war das Spiel sofort wieder besser: Die Tigers wirkten sicherer, die Füchse suchten wieder mehr die Initiative. Bei ausgeglichenem Verlauf verhinderten letztlich die Torhüter eine Entscheidung innerhalb der regulären Spielzeit. Vosvrada parierte zweimal hervorragend gegen Jeff Hayes (54.) und Andre Mücke (55.), ehe sich Franzreb gegen Jan Pavlu (55.), Timo Gams (59.) und ganz besonders 15 Sekunden vor dem Ende gleich zweimal gegen Martin Heider auszeichnete.

Statistik

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Heider, Linden; Neher, Potac; Gerstung, Müller – Luciani, Stas, Pavlu; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; V. Busch, S. Busch, Gams; Mayer, Voronov, Gläser.

Lausitzer Füchse: Franzreb – Bär, Owens; Geiseler, Mücke; Adam, Kania; Kohl, Hoffmann – Boiarchinov, Hayes, Ranta; Tegkaev, Neuert, Eriksson; Jahnke, Götz, Kuchejda; Stöber, Schmidt, Warttig.

SR: Melia, Gogulla; Strafminuten: Bayreuth 6, Weißwasser 6; Zuschauer: 1995.

Tore: 0:1 (39.) Owens (Eriksson – 5 gegen 4), 1:1 (46.) Bartosch (Geigenmüller, Kolozvary), 2:1 (69.) Luciani (Stas).

Trainerstimmen

Robert Hoffmann (Weißwasser): "Es war sehr eng. Vielleicht hatten wir optisch etwas mehr vom Spiel, aber dafür kann man sich nichts kaufen. In der Verlängerung hatten wir gute Chancen zum Sieg, aber im Gegenzug bekommen wir das entscheidende Tor. Ich hoffe, meine Mannschaft gibt am Sonntag eine etwas bessere Vorstellung."

Sergej Waßmiller (Bayreuth): "Ich sehe es genauso: Es war ganz eng, beide Mannschaften haben um jeden Zentimeter gekämpft. Chancen gab es auf beiden Seiten reichlich, um mehr als ein Tor zu schießen, aber beide Torhüter haben toll gehalten. Dieser Sieg tut meinen Jungs sehr gut, denn in letzter Zeit waren sie mehrfach für gute Leistungen nicht belohnt worden.

Ein Riesenkompliment haben sich unsere Fans verdient. Sie haben viel organisiert und meinen Jungs genau die Unterstützung gegeben, die sie gebraucht haben. Vielleicht haben wir auch deswegen gewonnen."

Nicht bewertet

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