Seilbahn: Wann steht sie das nächste Mal?

Die Seilbahn am Ochsenkopf sorgt für großen Ärger. Nicht nur  bei den Gästen, die teilweise von weit her anreisen, um am zweithöchsten Berg des Fichtelgebirges Ski zu fahren. Auch bei denen, die dem Berg seit Jahrzehnten die Treue halten. Einer von ihnen ist der Bayreuther Bert Sperl, der auch in diesem Jahr wieder eine Dauerkarte hat. „Weil ich immer morgens und in meiner Freizeit gerne zum Ski fahren hochkomme“, wie Bert Sperl im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Aber: In dieser Saison speziell ärgert sich Sperl „über das Lotteriespiel mit dieser Seilbahn“ ganz besonders. „Dieser permanente Ausfall, das geht gar nicht“, sagt der passionierte Skifahrer. „Gleich nach der Revision war am Tag darauf der Antrieb kaputt. Wenn sie mal lief, dann bleibt sie ständig stehen. Es geht ja ohnehin schon langsam da rauf. Aber wenn ich überlege, dass ich Fahrten dabei hatte, auf denen ich neun Mal stehen geblieben bin, ein Mal sogar 13 Mal, dann sollte das schon zu denken geben“, sagt Sperl.

"Die Hölle"

„Die Hölle“ sei es dann schließlich am Samstag gewesen: Ausfall der Seilbahn auf der Nordseite. „Sie haben die Leute mit Bussen zur Süd rüber gekarrt, dort sind sie dann eine Dreiviertelstunde angestanden, bis sie oben waren.“ Die Skifahrer, die sich Tageskarten gekauft hatten, die sie wieder zurückgeben wollten, hätten ebenfalls große Geduld aufbringen müssen: „Die waren auch ewig lang in der Schlange gestanden, bis sie ihre Karten zurückgeben konnten.“ Sperl sagt: „Was nützt es, wenn sie die Saison bis Ostern verlängern – und die Seilbahn geht nicht?“ So schön das Skifahren am Ochsenkopf sei: „In letzter Zeit ist das nur noch furchtbar.“

Auch auf der Facebookseite der Seilbahnen wird seit dem Wochenende fleißig diskutiert; es wird auch über weiter zurückliegende Ausfälle geschimpft. Aber es gibt auch Lob von einem Skifahrer, der für seine Vierstundenkarte auf Nachfrage kostenlosen Ersatz bekam.

Bergwacht musste nicht eingreifen

Die Seilbahn war bereits am Samstag um 11 Uhr ausgefallen. Immerhin: Mit dem Notantrieb konnten die Menschen, die in der Bahn saßen, abbefördert werden; die Bergwacht musste nicht die Gestrandeten aufwändig bergen, so der Bischofsgrüner Bereitschaftsleiter Christopher Häfner auf Nachfrage. Genau das üben die ehrenamtlichen Bergretter für den Fall der Fälle regelmäßig, nämlich Menschen aus der stehenden Bahn entweder auf den Boden abzuseilen oder in einen Hubschrauber mit Seilwinde hochzuziehen.

Zu dem Ausfall der Seilbahn Nord in Bischofsgrün kam es aufgrund eines Defekts am Hauptantrieb der Seilbahn. Bei dem Elektromotor mit über zwei Tonnen Gewicht habe es ein Problem mit Feuchtigkeit und der Isolation des Motors gegeben, sagt Andreas Schreyer, Betriebsleiter der Seilbahn. „Die Monteure stellen eine positive Prognose. Am Dienstag geht die Seilbahn aber voraussichtlich wieder in Betrieb“, so Schreyer am Montagnachmittag. Der Motor, der bereits seit 1991 im Betrieb ist, wurde am Montagnachmittag noch abschließend geprüft. Für Notfälle, wie dem Ausfall am Samstag, sei auch noch ein Dieselmotor als Ersatz vorhanden.“ So können wir gewährleisten, dass bei einem Ausfall die Menschen vom Lift kommen“, sagt Schreyer.“ Am Ende der Saison muss man allerdings über eine Überholung des Motors nachdenken.“

Investieren vor dem Neubau?

Die nötige Entscheidung über eventuell neue Investitionen in die Seilbahn (Baujahr: 1991, 1997) kommt zur Unzeit. Denn eigentlich ist der Neubau der Seilbahn und eine wahrscheinliche Privatisierung schon so gut wie beschlossene Sache. Zuvor hatte eine externe Untersuchung ergeben: Die Nordbahn mit damals über 60.000 Betriebsstunden "entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Vor allem bei der elektrotechnischen Steuerung, bei den Seilklemmen, den Rollenbatterien und den Sesseln ist ein weiterer Betrieb kritisch, da entweder kaum noch Ersatzteile auf dem Markt verfügbar sind oder der Verschleiß der Bauteile kritische Grenzwerte erreicht hat. Es wird deshalb eine Generalsanierung oder ein Neubau notwendig", wird der Untersuchungsbericht in einer Sitzungsvorlage des Seilbahnzweckverbandes vom vergangenen Juni zitiert. Die Sanierung von Steuerung, Antrieb und Seilbahnstrecke (ohne neue Sessel) würde schon 1,3 Millionen Euro kosten, so der Stand damals. Ein ausführlicher Bericht über den Stand der Neubau- und Privatisierungspläne folgt.

1 (4 Stimmen)

Anzeige

Kommentare

..... ja soweit, zum Weitblick unserer hochqualifizierten Touristiker und Politiker einschl. Landrat, der vom Tourismus denke ich mal wenig oder keine Ahnung hat, sonst wäre hier schon längst mal was passiert. Das die Seilbahn überaltert ist weis man ja nicht erst seit gestern. Aber wie immer fehlt der Weitblick.
Diesmal war ich mit Sohn auch vom Ausfall am Wochenende betroffen! Jedoch gibt es ja zum Glück noch die Klausenlifte in Mehlmeisel! Dort gibt es keine Wartezeiten und kein stundenlanges anstellen und ebenfalls eine gutpräparierte vor allem breite Piste!
Manche fahren ein Auto über 30 Jahre, für manche ist ein Auto schon nach 5 Jahren marode. Warum ist das so? Weil der Erste weiß, dass jedes technische Gerät Verschleißteile und Teile mit begrenzter Lebensdauer hat. Diese rechtzeitig auszuwechseln ist der Trick bei der Sache. Ich kann auch Geld einsparen, wenn ich bei Wartungsarbeiten so wenig wie möglich austausche. Allerdings darf ich mich nicht wundern, wenn dann die unerwarteten Ausfälle zunehmen. Warum fliegt denn heute noch eine JU 52. Offensichtlich will man halt eine neue, schönere, schnellere Seilbahn.
Aber verbessert diese die Warte-Situation im Winter entscheidend? Nein, weil immer alle Skifahrer zurück zur Talstation kommen müssen, um sich in die Schlange der Neuankömmlinge einzureihen. Wäre es nicht viel besser, einen Schlepplift im oberen Bereich ab der Mittelstation zu bauen, um die Seilbahn zu entlasten?
Natürlich würde sich (bei gleichen Andrang) die Warte-Situation erheblich verbessern! Bei einer soweit wie weiß etwa doppelten Kapazität (geplant) pro Stunde ist diese Rechnung eigentlich recht einfach!
Darum geh ich seid ein paar Jahren nicht mehr zum Ochsenkopf zum Skifahren, sondern lieber nach Mehlmeisel. Ich will mich bewegen und nicht nur rumstehen. Und wenn die Seilbahn jetzt auch noch spinnt... Dann gute Nacht schöne Gegend.
Das Problem besteht halt hauptsächlich am Wochenende. Gute Schneelage, Wetter ok und schon ist der Andrang dort für die alte Seilbahn einfach zu groß. Unter der Woche ist das kein Problem......wenn man denn frei hat ;-)
Eigentlich wurde da schon beim Neubau damals vor über 25 Jahren mist gebaut. 2er Sessellift bei 140 Gondeln, also 70 pro Halbstecke. Können also gerade mal 140 Personen pro (Durchlauf) Bergfahrt befördert werden. Damit reißt man nix. Hätte man sich damals beim (vor dem) Bau aber auch schon denken können!
Das Problem der beiden Ochsenkopfpisten ist doch, dass beide sehr lange flache Passagen aufweisen. Gerade für bessere Snowborder sind sie wenig attraktiv. Und die beiden oberen steileren Stücke fallen manchem Anfänger schwer. Auch darüber sollte man sich Gedanken machen.
Ich schlage auch vor, den Ochsenkopf umzubauen.
Seine jetzige Form hat er ja nun wahrlich lange genug...
Wir sind früher auch nach Karches abgefahren. Aber das ist alles zugewachsen.
Was nur in der Printzeitung steht darf hier nicht fehlen. Gleich nach der Revision war am Tag darauf der Antrieb kaputt.
Oh wey , oh wey, oh weyaley.