Schwere Unwetter in Unterfranken

Hunderte Keller in der Gemeinde Krombach und in Markt Mömbris standen bis zum Morgen unter Wasser. Zudem sei Heizöl aus losgerissenen Tanks ausgelaufen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mussten nach eigenen Angaben an 350 Einsatzstellen Schlamm und Wasser abpumpen. Einen Dammbruch der Kahl konnten die Helfer in der Nacht verhindern.

Bürgermeister und Landrat wollten sich am Vormittag vor Ort ein Bild von der Lage machen. „Teilweise waren die Ortschaften durch überflutete Straßen von der Außenwelt abgeschnitten", sagte Hofmann. Inzwischen seien die Straßen wieder passierbar. Auch der Bahnverkehr war zwischenzeitlich unterbrochen.

Auf dem Frankfurter Flughafen wurde am Donnerstag für fast zwei Stunden die Abfertigung eingestellt, um die Mitarbeiter auf dem Vorfeld nicht durch Blitzschläge zu gefährden. Davon betroffen war auch die Deutsche Handball-Nationalmannschaft auf dem Rückweg vom siegreichen EM-Qualifikationsspiel in Slowenien. Nach der Landung in Frankfurt saß das Team in der Maschine 90 Minuten lang auf dem Rollfeld fest. Insgesamt seien rund 100 Flüge annulliert worden, allerdings nicht alle wegen des Unwetters, sagte Dieter Hulick, Sprecher bei der Flughafengesellschaft Fraport.

"Ein Unwetter in dem Ausmaß haben wir die letzten Jahre nicht gehabt"

„Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und den einen oder anderen Erdrutsch“ meldete der Leiter der Polizeieinsatzzentrale, Thomas Röhr, aus dem nördlichen Landkreis Aschaffenburg. Zuvor hatte es für Stadt und Landkreis Aschaffenburg eine Unwetterwarnung gegeben. Betroffen sei vor allem die Stadt Alzenau, der Kahlgrund bei Schöllkrippen und Mömbris, sagte Röhr. Personenschäden habe es nicht gegeben.

Die Feuerwehren waren am frühen Abend mit 350 Kräften im Einsatz, weitere Verstärkung war angefordert. Der Schaden dürfte in Millionenhöhe gehen, sagte Thomas Rollmann, Sprecher der Kreisbrandinspektion. "Ein Unwetter in dem Ausmaß haben wir die letzten Jahre nicht gehabt", sagte Rollmann. Unzählige Keller müssten nun leer gepumpt werden, zum Teil seien Öltanks aufgeschwommen.

"In den Kellern steht ja Schlammwasser. Alles, was dort am Boden lag, ist vernichtet." Die Einsatzkräfte füllten auch Sandsäcke ab, um neuralgische Punkte und einzelne Gehöfte an der über die Ufer getretenen Kahl abzusichern. Auch in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg hatte die Feuerwehr allerhand zu tun. Einsätze wegen Überflutungen gab es in Uettingen, Zimmern und Rothenfels.

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