Schulstart: Der Unterricht ist sicher

Die Zeichen stehen auf Neustart im Staatlichen Schulamt, das seinen Sitz im Landratsamt hat. Durch das Ausscheiden des bisherigen Schulamtsleiters Günter Roß gab es ein Stühlerücken: Marina Lindner ist nun die Frau an der Spitze des Amts, ihr Stellvertreter und Mann für die Fragen rund um Mittelschulen ist Werner Lutz. Neu im Team ist Petra Rauh (47), die von der Grundschule Kulmbach-Burghaig kommt, wo sie lange Schulleiterin war und parallel dazu Pionierarbeit in der flexiblen Grundschule geleistet hat.

Inhaltlich neu ausgerichtet - auf die Bedürfnisse vor Ort

"Wir haben uns inhaltlich neu ausgerichtet", sagt Marina Lindner am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wir wollen uns stärker an den Bedürfnissen aller Beteiligten orientieren." Die Beteiligte: Schulleiter, Lehrer, Eltern. "Wir wollen wissen, was die Schulen brauchen, um sich weiterentwickeln zu können. Ziel ist eine Entwicklung von unten." Kein Aufstülpen von oben. Wir haben das Ohr nah dran an den Leuten, deshalb bieten wir auch Beratungstage an. Dinge, die nichts mit der dienstlichen Beurteilung zu tun haben", sagt Werner Lutz. Organistaorisch sind die bisherigen Grenzen gefallen: Es gebe, sagt Lindner, keine Aufteilung in Stadt und Land mehr, sondern schwerpunktmäßige Zuständigkeiten. Petra Rauh leitet den Bereich Grundschulen mit besonderem Augenmerk auf die Themen Migration und Schulentwicklung, Lutz wie bisher den Bereich Mittelschulen, bei Lindner bleibt neben der Leitungstätigkeit vor allem der Schwerpunkt Inklusion.

Große Notlage vor den Ferien

Was den Start ins neue Schuljahr angeht, habe sich "eine große Notlage", die es vor den Ferien gegeben hatte, gelöst, sagt Lindner. "Wir hatten 40 offene Klassleiterstellen." Zudem hätten hunderte von Lehrerstunden gefehlt. "Jetzt haben wir 58 neue Lehrkräfte für Grund-, Mittel- und Förderschulen bei uns begrüßen können. Was uns tatsächlich gerettet hat, waren die Sondermaßnahmen", sagt die Schualmtsleiterin auf Nachfrage. Zwölf Lehrer, die Realschullehramt oder Lehramt fürs Gymnasium studiert haben und keine Anstellung bekommen haben, werden sich zu Grund- und Mittelschullehrern weiterbilden lassen. Der Vorteil: Diese Lehrer können mit dem vollen Stundenbudget eingesetzt werden. Gleichwohl sei absehbar, dass Lehrer, die gerade aus dem Gymnasialbereich kommen, irgendwann auch wieder dorthin abwandern können. "Da steht das Stichwort G9 im Raum", sagt Lutz. Die Verlängerung der gymnasialen Schulzeit bedeutet: höheren Lehrerbedarf.

Alle Löcher sind gestopft

Man könne sagen: "Alle Löcher sind gestopft. Wobei wir schon wieder Ausfälle durch langfristige Erkrankung oder Unfälle haben", sagt Lindner. Und: Auch einige Schwangerschaften kündigen bereits Ausfälle an. Man habe alle Neuanfänger zu Gesprächen eingeladen und dabei beispielsweise Weichen stellen können: "Eine Kollegin aus einer Sondermaßnahme sagte, sie mache eine Ausbildung für Deutsch als Zweitsprache - was sie zur Idealbesetzung für die Luitpoldschule machte", sagt Lindner. "Wir hatten noch nie so viele Neubesetzungen wie in diesem Jahr. 58 ist tatsächlich eine beachtliche Zahl." Mit 246 Stunden für die Stadt und 462 Stunden für die Schulen im Land sei eine mobile Reserve gewährleistet, wenn auch an der Grenze der Leistungsfähigkeit. "Über alle Bereiche hinweg hilft man sich auch gegenseitig aus", sagt Lindner. Positiv: Man könne auf Vertragsbasis Lehrer stundenweise einstellen, die aktuell noch keine Anstellung gefunden haben.

Stabile Schülerzahlen in der Stadt in den ersten Klassen

Was die Schülerzahlen angeht, starte man in der Stadt "stabil ins neue Schuljahr: An den Grundschulen haben wir 503 Schulanfänger und damit drei Schüler weniger als im vergangenen Jahr", sagt Lutz. Man habe zwei Anfangsklassen weniger gebildet, was nicht zuletzt dem Lehrerbudget geschuldet sei. Im Landkreis sank die Zahl der Erstklässler von 879 auf 849, die Zahl der Klassen blieb mit 30 jedoch gleich. Die Gesamtschülerzahl der Grundschüler in der Stadt stieg von 2062 auf 2058. Im Landkreis nur marginal um vier Schüler auf 3399. Auch bei den Mittelschülern gibt es im Stadtgebiet eine Zunahme um 23 Schüler auf 933, während die Zahl im Landkreis deutlich zurückging: "95 Schüler und fünf Klassen weniger", sagt Lutz. 1493 Mittelschüler werden im Umland in 75 Klassen unterrichtet. "Keine bedenkliche Entwicklung, die wird durch die Verbünde gut aufgefangen", sagt Lutz. Es sei auch, sagt Lutz auf Nachfrage, "keine Mittelschule bedroht. Obwohl Creußen eine Mittelschule ohne Klasse bleibt".

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Montag, 13. November 2017 - 11:06