Schulranzen vom Jobcenter

Schon gar nicht, wer Hartz IV, Sozialhilfe oder Wohngeld bezieht. Leistungen aus dem Bildungspaket sollen helfen, die Kosten doch stemmen zu können. Seit 2011 erhalten Eltern für den Schulbedarf wie Schulranzen, Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien pro Schuljahr 100 Euro, erklärt Andrea Jung vom Jobcenter Bayreuth. Die Summe wird in zwei Raten bezahlt: 70 Euro zum Schulbeginn und 30 Euro im Februar. Um diese pauschale Leistung zu erhalten, müssen Eltern lediglich die Erstschulbescheinigung einreichen. Im vergangenen Schuljahr zählte das Jobcenter 670 Fälle, in denen Leistungen nach dem Bildungspaket gezahlt wurden.

Kosten deutlich reduziert

Stolz ist Andrea Jung auf ein gemeinsames Projekt mit der Spardabank, das Eltern von Erstklässlern die finanziellen Aufwendungen zu Schulbeginn deutlich reduziert: Die Spardabank spendet seit vier Jahren jeweils zu Schulbeginn 60 moderne Schulranzen, die voll ausgestattet sind mit Mäppchen, Stifte, Farbkasten, Turnbeutel und vieles mehr. Andrea Jung kümmert sich um deren Verteilung, informiert Kunden des Jobcenters, die Anspruch auf einen Schulranzen haben. „Die Nachfrage nimmt zu“, sagt Andrea Jung. Bis vergangene Woche hatte sie bereits 56 Schulranzen ausgegeben.

Anfragen beim Kinderschutzbund

Den Kinderschutzbund in Bayreuth erreichen immer wieder Anfragen von Familien, die um finanzielle Unterstützung zum Schulstart bitten, sagt Mitarbeiterin Ulrike Thoma-Korn. Familien mit mehreren Kindern hätten zum Beginn des Schuljahres einen erhöhten Bedarf und könnten diesen oft nicht aus eigener Kraft in vollem Umfang decken. Eine Ausstattung für einen Erstklässler sei dabei finanziell eine besondere Herausforderung. Kosten von bis zu 300 Euro seien nicht unrealistisch. „Wir weisen Eltern, die uns um Unterstützung bitten, auch auf die Möglichkeit, kostengünstig einzukaufen, hin. Aus unserer Sicht ist es jedoch verständlich und nachvollziehbar, dass auch Eltern, die finanziell nicht so gut gestellt sind, ihren Kindern einen guten und positiven Start ins Schulleben ermöglichen möchten“, sagt Thoma-Korn. Dazu gehöre auch, dass diese Kinder nicht schon von vorne herein Ausgrenzung und Stigmatisierung erleben, weil sie mit einem gebrauchten Schulranzen zur Einschulung kommen. „Als Kinderschutzbund sehen wir diese Thematik auch im Zusammenhang mit der Verwirklichung des Rechtes der Kinder auf Teilhabe und Integration.“

Nicht bewertet

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Kommentare

...genau! Wie die Asylanten. Aber die wissen es und bekommen das Geld automatisch...
Montag, 13. November 2017 - 11:06