Schlittenhunde rennen um Meistertitel

Trotz der hohen Temperaturen war es möglich, die Strecke zu präparieren. Und das Jaulen, Heulen und aufgeregte Quietschen der Hunde vor dem Start zeigte, wer sich besonders auf den Start freut. Auch wenn auf dem Campingplatz der Boden taut und sich allmählich in eine Schlammwüste verwandelt. „Die Musher greifen halt zur Schaufel“, sagt Sylvia Ulrich. Das heißt, dass letztlich nur die Fahrzeuge im Schlamm stehen. Für die Hunde bleibt genügend Schnee.

Zwei abschließende Läufe im Fichtelgebirge

Der tauende Schnee hat zumindest für alle Wettbewerber, die auf Langlaufskier unterwegs sind, ganz praktische Auswirkungen. „Wenn man zum falschen Wachs greift, dann hat man Probleme“, erklärt Steffi Hinrichs, die für die Zeitnahme zuständig ist. „Wenn man durch das Fahrerlager geht, sieht man oft, wie die Schneetemperatur gemessen wird.“ Ganz wie bei den Skilangläufern wird bis zuletzt nach dem optimalen Ski gesucht. Und es muss auch entschieden werden, ob den Hunden Booties, ein Pfotenschutz, angelegt wird.

Stage Race

Steffi Hinrichs gehört zum Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine und unterstützt die Organisatoren bei dem Wettkampf, dem „1. International Stage Race“ mit vier Läufen in Nassau im Erzgebirge und nun den zwei abschließenden im Fichtelgebirge. „Wir helfen unseren Vereinen jederzeit gerne, wenn sie Unterstützung brauchen.“ Die Mehrzahl der Helfer stammt vom Fränkischen Schlittenhunde-Sportsblub und dem SSV Sachsen. „Es ist eine Premiere, wir machen das das erste Mal“, sagt Hinrichs. Und sie ist mit dem Zuspruch zufrieden: „Wir haben mit 50 Startern gerechnet, gekommen sind 47.“ Schließlich gelte zu bedenken, dass alle Teilnehmer zehn Tage unterwegs sind und Urlaub nehmen müssen. Und das Teilnehmerfeld ist auch international geworden. Auch aus Spanien, Großbritannien und Tschechien sind Musher am Start.

Für Zuschauer schwieriger als für Hunde

Die Zuschauer schauen gespannt zu. „Wir sind hergefahren, weil wir das schon mal im Fernsehen gesehen haben“, sagt Ines Gruner aus Chemnitz. Sie lässt einen Besuch im Fichtelgebirge nicht nehmen. Über die Bedingungen macht sich Oliver Geier aus Warmensteinach seine Gedanken: „In der Nacht hat es geregnet, aber die Spur ist präpariert. Ich denke noch schwieriger als für die Teilnehmer ist es für die Zuschauer“.

„Wir hatten erwartet, dass es fester ist“, erklärt Jan Ulrich. Der Sohn von Sylvia Ulrich ist gerne dabei. Er kennt das Musherleben von früher, als er mit den Eltern dabei war. „Es ist immer wieder schön“, sagt er.

Am heutigen Samstag ab 10 Uhr fällt die Entscheidung. Die Lokalmatadorin Sylvia Ulrich hofft, sich dann ihren dritten Rang sichern zu können. Mehr war nicht drin, auch weil sie am Start Probleme mit dem Schlitten hatte. Wer indes nicht vor Ort kommen kann: Das Bayerische Fernsehen hat den Wettbewerb verfolgt und plant einen Beitrag in der Frankenschau am Sonntag, 19. Februar, ab 17.45 Uhr.

Nicht bewertet

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