Pfarrer helfen in Pottenstein aus

Anfang September hätte Thomas Thielscher zurück aus dem Urlaub kommen sollen. Doch er ist vom Urlaub direkt in den Krankenstand, berichtet Gemeindereferent Martin Ogiermann. Wann Thielscher zurückkommen kann, weiß Ogiermann nicht. Nun muss der Ausfall kompensiert werden. Bisher klappt das ganz gut. Der Auerbacher Dekan Marek Flasinski ist derzeit Administrator der vier Pfarreien Pottenstein, Elbersberg, Hohenmirsberg und Kirchenbirkig.

Hilfe kommt auch aus Bayreuth

Pfarrer aus dem Dekanat, der Trockauer Geistliche Josef Hell und der Pegnitzer Peter Klamt, übernehmen Gottesdienste. Auch Ruhestandsgeistliche unterstützen die Pottensteiner laut Ogiermann kräftig: Die Pfarrer Alfred Bayer und Herbert Hautmann aus Gößweinstein. Hilfe kommt außerdem aus Bayreuth. Dank der vielen Unterstützung hat es geklappt, dass bisher fast alle Gottesdienste gefeiert werden konnten. „Ein Werktagsgottesdienst in Hohenmirsberg ist ausgefallen, ansonsten konnte alles stattfinden wie es geplant war“, sagt der 34-jährige Ogiermann.

Thema Seelsorgebereiche 

Doch Thielschers Ausfall trifft Pottenstein gerade jetzt besonders hart. Denn die Seelsorgebereiche im Erzbistum Bamberg stehen vor einer Neuorganisation: Aus 94 sollen etwa 45 werden. Im ländlichen Raum könne man davon ausgehen, dass 12 000 Katholiken in einem Seelsorgebereich zusammengefasst werden, so Ogiermann. Die Umstrukturierung soll bis Herbst 2019 abgeschlossen sein und steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Wer mit wem kooperiert, steht noch nicht fest. Jeder Bereich wird künftig von einem pastoralen Team betreut, bestehend aus fünf hauptamtlichen Kräften: Ein leitender Pfarrer, ein weiterer Priester und drei pastorale Mitarbeiter.

Zügig Gespräche beginnen

Aktuell umfasst der Seelsorgebereich Elbersberg, Pottenstein, Hohenmirsberg und Kirchenbirkig. Zwischen Januar und März 2018 sollen bestehende Seelsorgebereiche eine Präferenz abgeben, mit wem sie sich zusammentun möchten. „Dann muss man zügig in die Gespräche eingehen mit den Nachbarn, denn die Vorgaben vom Erzbistum sind deutlich und die müssen wir versuchen zu erfüllen. Das wird gar nicht so einfach“, sagt Ogiermann. Man müsse auch gucken, welcher Ort als seelsorgerisches Zentrum Sinn macht. Natürlich sei es schade, dass Thielscher gerade beim Start in die Findungsphase nicht dabei sein kann. „Wobei der Stress, den das mit sich bringt, ihm alles andere als guttun würde“, so Ogiermann.

Pfarrer vor Ort entlasten

Der Gemeindereferent findet es gut, dass vor allem Ehrenamtliche aus den Pfarreien die Ideen und Findungsprojekte beisteuern. „Nicht um ihnen mehr Arbeit zuzuschieben, sondern weil sie in den Pfarreien leben. Sie sollen ein Mitspracherecht haben, mit wem sie eine neue Einheit bilden.“ Martin Ogiermann ist der einzige Gemeindereferent im katholischen Dekanat Auerbach. Zu seinen Aufgaben zählen die Vorbereitungen für die Firmung und die Erstkommunion. Er ist zudem Teil der Pfarrgemeinderäte, kümmert sich um die Jugendarbeit und Beerdigungen. Alles Aufgaben, die den Pfarrer vor Ort entlasten sollen. „Wir im Team sollen uns überlegen, wer welche Aufgaben übernimmt, sodass nicht jeder alles macht, sondern wir die Aufgaben vernünftig auf die Schultern verteilen, die da sind.“ In den neuen Seelsorgebereichen mache  das noch mehr Sinn, „dann kümmert sich einer in der Woche um Beerdigungen,  der andere in der nächsten Woche,  damit  es  nicht so viel wird“.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06