Ohne Helfer wären mehr Schweine tot

"Es waren unzählige Helfer da", sagt die Landwirtin, die in dieser Situation nicht namentlich genannt werden will. "Aber ich möchte mich im Namen meiner ganzen Familie bei allen bedanken, die uns geholfen haben." Rettungskräfte, Nachbarn und Landwirte von umliegenden Höfen waren nach Röthelbach geeilt, als am Donnerstag gegen 22.30 Uhr der Alarm losging. "Wenn die Helfer nicht gewesen wären, dann wären wohl noch viel mehr Schweine im Brand verendet", sagt die Frau.

 

 

Keine Gefahr für die Einsatzkräfte bei der Rettungsaktion

In ersten Meldungen noch in der Brandnacht war die Polizei davon ausgegangen, dass keines der Tiere den Brand überlebt habe. Der Bindlacher Feuerwehrkommandant Markus Strobel war einer der ersten, der den Stall betreten hat, noch während an anderer Stelle die Flammen loderten. Er sah schnell, dass die meisten Schweine noch lebten. Daraufhin veranlasste er nach eigener Aussage, dass die Schweine nach draußen getrieben wurden, die ohne Gefahr für die Beteiligten nach draußen getrieben werden konnten.

Wie berichtet, sind bei dem Brand rund 300 Schweine ums Leben gekommen. Etwa 700 sind gerettet worden. Auch Vertreter des Veterinäramtes des Landkreises Bayreuth waren schnell vor Ort. Sie haben sich vor allem um den Abtransport der verendeten Schweine gekümmert. Eigentlich sei das Sache des Tierhalters, sagt Iris Fuchs, Leiterin der Behörde. Ihr sei es aber wichtig gewesen, schnelle Hilfe zu leisten. "Man kann sich vorstellen, dass die Leute vom Hof in so einer Situation anderes zu tun haben." Die toten Schweine seien zu einer Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht worden. "Das muss man schnell machen", sagt Fuchs. Denn die Kadaver brechen schnell auf und die Bergung verursache dann mehr Arbeit.

Noch nicht alle toten Tiere abtransportiert

Ein Schwein habe man aufgrund von schweren Verletzungen noch töten müssen, sagt die Leiterin des Veterinäramtes. Die schlachtreifen Tiere seien in den Schlachthof nach Bayreuth gekommen. Alle anderen Schweine seien unter tierärztlicher Beobachtung. Einige Tiere hätten nach der Rettung wegen des eingeatmeten Rauches schwer gehustet. Sie seien mit Medikamenten versorgt worden, um den Schmerz zu lindern, den der Husten verursacht.

Die meisten verendeten Schweine seien an Rauchvergiftungen gestorben und nicht direkt durch die Flammen, sagt Iris Fuchs. Sie geht davon aus, dass die Tiere das Bewusstsein verloren haben, bevor die Flammen sie erreichten. Noch sind nicht alle toten Tiere abtransportiert. Die Inhaberin des Betriebes berichtet, dass ein Teil der Stallanlage noch gesperrt sei, bis die Versicherung die Situation vor Ort begutachtet hat. Das soll am Dienstag geschehen.

Brandstiftung kann wohl ausgeschlossen werden

Die Leiterin des Veterinäramtes ist begeistert, wie schnell und effektiv die Hilfe nach Ausbruch des Brandes angelaufen ist - von der Feuerwehr über die Rettungskräfte bis zu den freiwilligen Helfern. "Da war eine ganz tolle Truppe beisammen", sagt Fuchs. Daneben sei in der Brandnacht auch ein Gaffer aufgefallen, der offenbar nur gekommen war, um den Brand mit dem Handy zu fotografieren. Den habe man mit Hilfe der Polizei vom Gelände verweisen lassen, sagt Fuchs. Die betroffene Landwirtin berichtet außerdem, dass nun vereinzelt Schaulustige auftauchen, die ohne Erlaubnis versuchten, die Brandruine zu betreten.

Wie es nun weitergehe? "Wir wissen noch gar nichts", sagt die Frau. Sie müsse abwarten, was die Begutachtung der Versicherung ergibt. Die Polizei ermittelt außerdem weiterhin zur Brandursache. Noch sei diese nicht endgültig geklärt, sagt Jürgen Stadter, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Der technische Defekt in einer Holzhackschnitzelanlage sei aber "die wahrscheinlichste Brandursache". Ob Brandstiftung ausgeschlossen werden könne? "Zum jetzigen Zeitpunkt ja", sagt Stadter.

Nicht bewertet

Anzeige