NKD wächst stärker als der Markt

„Die Mitarbeiter können wieder beruhigt in die Zukunft schauen“, hatte NKD-Chef Ulrich Hanfeld dem Kurier bereits Ende März gesagt. Da standen die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr zwar noch nicht fest, doch die damalige Prognose hat sich nun bestätigt. So wuchs der Umsatz um 5,3 Prozent auf 680,6 Millionen Euro, flächenbereinigt betrug das Plus sogar 5,5 Prozent. Damit erzielte NKD den vierten Anstieg der Erlöse in Folge, was sich auch im Ergebnis niederschlug. So stieg der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 20,4 Millionen Euro - das ist achtmal soviel wie 2015 (2,5 Millionen Euro).

Guter Start ins laufende Jahr

"NKD ist auf einem nachhaltigen Wachstumskurs, wir haben unseren Umsatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich flächenbereinigt gesteigert. Diesen Schwung haben wir mit in das neue Geschäftsjahr genommen und unsere positive Entwicklung Anfang des Jahres fortgesetzt", wird Hanfeld angesichts der Zahlen zitiert. Und sein für die Finanzen zuständiger Geschäftsführerkollege Rüdiger Hartmann ergänzt: "Die harte Arbeit der vergangenen Jahre zahlt sich aus. NKD hat 2016 im zweiten Jahr in Folge ein positives operatives Ergebnis erzielt und seine Profitabilität erheblich gesteigert. Wir haben den wirtschaftlichen Turnaround geschafft und können wieder aus eigener Kraft nachhaltig und profitabel wachsen.“

Knapp 1800 Standorte

Damit hat das Bindlacher Unternehmen seit der Übernahme Ende 2013 durch den Finanzinvestor Opcapita eine erfreuliche Entwicklung genommen. Damals stand das Unternehmen am Abgrund, es war ein Verlust von über 50 Millionen Euro aufgelaufen. Eine Restrukturierung war unumgänglich. Dennoch habe es keinen Kahlschlag gegeben, hatte Hanfeld gegenüber dem Kurier betont. So seien seit der Übernahme zwar gut 250 Filialen geschlossen, aber auch 100 neu eröffnet worden. Insgesamt gibt es damit aktuell knapp 1800 Standorte, gut 1300 davon in Deutschland. Der Rest verteilt sich vor allem auf Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien.

Neueinstellungen

Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei rund 8000, davon gut 6400 in Deutschland. Am Stammsitz in Bindlach sind es heute noch gut 500, Ende 2013 waren es knapp 650. Mittlerweile werde auch hier wieder aufgebaut, vor allem in den Bereichen IT und Logistik. Auch das Angebot an Ausbildungsstellen und Plätzen für ein duales Studium werde ausgebaut.

Alte Tugenden

Dass die Wende geschafft wurde, führt Hanfeld auch darauf zurück, dass man sich auf alte Tugenden besonnen habe. Die Schieflage habe aus reinen Managementfehlern resultiert. Es sei in Größe um der Größe willen und in völlig falsche Lagen und falsche Sortimente investiert worden. Heute sei das Filialnetz wieder wirtschaftlich aufgestellt und NKD als Nahversorger insbesondere in Innenstadtlagen und Fachmarktzentren von Klein- und Mittelstädten präsent. Man das Sortiment kontinuierlich ausgeweitet und sich wieder als Anbieter attraktiver Ware zu einem günstigen Preis positioniert, so Hanfeld.

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