Neues Kunstwerk auf dem Campus sorgt für Aufsehen

Lästerer haben dem Kunstwerk schon einen Spitznamen gegeben: Leberkäslabla. Weniger wegen der Farbe. Aber die Form, die lege den Gedanken doch nahe. Für Gesprächsstoff sorgt der Trashstone nicht nur jetzt, da er neu ist auf dem Campus der Universität Bayreuth.

Die Mehrheit der Fakultätsmitglieder war mit der Entscheidung für den Trashstone nicht einverstanden. Sie empfand das Kunstwerk als schlichtweg unpassend. „Das hängt sicher auch mit dem Namen, zusammen, zu Deutsch Müllstein“, sagt Prof. Herbert Woratschek, der Dekan der Fakultät. „Die Mehrheit wollte den Stein jedenfalls nicht vor der RW-Fakultät stehen haben.“

Künstler Mundt kann Diskussion nicht verstehen

Und die Mehrheit hat sich offenbar durchgesetzt: Der Trashstone liegt jetzt salomonisch im Dreieck zwischen der RW-Fakultät, dem Sportinstitut und der Zentralen Universitätsverwaltung. Die Diskussion um seinen Bayreuther Stein hat Künstler Wilhelm Mundt durchaus zur Kenntnis genommen. Gestört hat sie ihn nicht. Ein Künstler lebe damit, dass seine Werke öffentliche Aufmerksamkeit auslösen. Und auch der Verschiebung gewinnt er im Kurier-Gespräch vor allem Positives ab: Er freue sich darüber, dass sich die Hochschulleitung dafür eingesetzt hatte, den alternativen Standort zu finden. „Ich finde den jetzt gewählten Ort sehr schön.“

Gekostet hat der Trashstone rund 80.000 Euro und bezahlt hat ihn die öffentliche Hand.Viele haben den neuen Campus-Trashstone noch gar nicht bemerkt. Die, die hinschauen, sind uneins: Ganz schön, meint eine Studentin. Für eine andere ist der Platz nicht optimal. „Anderswo käme er besser zur Geltung. Aber mit der Kunst hatte es die Uni ja noch nie so wirklich.“

Fotos: red/Beißwenger

Nicht bewertet

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Kommentare

Ich haette da auch noch ein paar volle gelbe Saecke und sogar aweng Sperrmuell abzugeben. Und gar nicht mal so teuer. 80.000 Euro sollte das der oeffentlichen Hand doch wert sein. Kann gerne bei mir abgeholt werden.
Hier sind wieder zwei Aspekte zu betrachten.

Einerseits ist es schon immer streitbar was nun Kunst ist und was nicht. Ich persönlich habe nichts gegen Kunst in öffentlichen Gebäuden, wobei die letzten Kunstwerke in der Universität ausnahmslos Fehlgriffe waren und utopisch hohe Gelder hierfür ausgegeben wurde.

Der andere Aspekt ist natürlich, dass die Verpflichtung einen gewissen Prozentsatz bei öffentlichen Bauten für "Kunst" auszugeben dazu führt, dass eine ganze Branche künstlich am Leben gehalten wird. Im Prinzip ist das nichts anderes als die Subventionen für den deutschen Kohleabbau. Des Weiteren führt so etwas natürlich nicht unbedingt zu einer hohen "Qualität" von Kunst...

Und dass sich eine ganze Fakultät dagegen wehrt, dass dieses Objekt auf ihr Gelände kommt, sagt doch schon alles über das "Kunstwerk" aus..
"Die Diskussion um seinen Bayreuther Stein hat Künstler Wilhelm Mundt durchaus zur Kenntnis genommen. Gestört hat sie ihn nicht."
Schon klar, wenn man ordentlich dran verdient hat.
Die (zweifelhafte) Kunst ist aber weniger das Problem. Bedenklich ist dagegen vielmehr, dass sich konkret bei diesem Projekt sowie der roten Wandmalerei die Mehrheit der ortsansässigen Fakultät (Studenten sowie Professoren) dagegen ausgesprochen haben, jedoch von externen und auswärtigen Experten überstimmt wurden.
"Leberkäslabla" genau das ist das Niveau des Bayreuther Kunstverständnisses. Deswegen gehen auch viele nur zu den Festspielen wegen der guten Bratwürste.