Neuer Streit ums Logo der Landesgartenschau

In Kulmbach hat Schlags die Plakate für die Donau-Gartenschau in Deggendorf gesehen. Und sofort erkannt: Dieser Auftritt fußt ebenso wie der für die Bayreuther Landesgartenschau auf einer Illustration, die die Agentur Shutterstock im Internet frei verkäuflich anbietet.

Schlags hatte bereits bei der Entscheidung über das Bayreuther Logo im vergangenen Jahr Kritik geübt. Ein eigenständiges Logo, meinte der Designer damals und meint es noch heute, stünde der Bayreuther Landesgartenschau viel besser zu Gesicht. Wegen der eigenen Marke und auch wegen einer möglichen Gefahr der Trittbrettfahrerei: Aus der Shutterstock-Grundlage könne jedermann ein Logo entwickeln, das dem der Bayreuther Landesgartenschau zum Verwechseln ähnlich sein könnten und damit Geld machen.

Nun nutzt nicht irgendein cleverer Geschäftsmann mit ein ähnliches Logo. Nun, sagt Schlags, ist es ausgerechnet die Vorgänger-Landesgartenschau Bayreuth. „Nicht zu glauben“, schimpft Schlags. „So entsteht für die Landesgartenschau in Bayreuth jedenfalls keine klare Markenkommunikation.“

Was jetzt zu tun wäre? Auf Eintrittskarten, Plakaten und Internetseiten der Donau-Gartenschau seien die gestalterischen Elemente bereits zu sehen. Das lässt sich nicht mehr ändern. „Das Kind ist also schon halb in den Brunnen gefallen.“ Schlags sieht Handlungsbedarf bei der Geschäftsführung und beim Aufsichtsrat der Landesgartenschau Bayreuth. Die müssten retten, was zu retten ist: die Deggendorfer Gartenschau-Macher bitten, den Einsatz ihrer Illustration möglichst zurückzufahren.

Das sieht man bei der Landesgartenschaugesellschaft offenbar anders. Klima- und Umweltschutz, Landschafts- und Stadtentwicklung: „Die Herausforderungen an eine Landesgartenschau sind vielfältig“, sagt der Pressesprecher der Bayreuther Landesgartenschau, Mirko Streich. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. „Hier liegt es im wahrsten Sinne des Wortes in der Natur der Sache, dass Blumen und Vögel, Wasser und Brücken oder ähnliche Elemente aus Landschaft und Geschichte sich oft auch in der Gestaltung des Außenauftritts wiederfinden.“ Für die Einzigartigkeit der Landesgartenschau Bayreuth stehe ein Motiv mit unterschiedlichen Farb- und Design-Elementen sowie der Silhouette von Markgräfin Wilhelmine . „Und das Motto: Musik für die Augen.“

Das Leitmotiv der diesjährigen Landesgartenschau in Deggendorf sei von der bewegten blauen Donau inspiriert – und lädt zum Eintauchen in eine fantasievolle Erlebniswelt ein. Der Slogan „Tauch ein und blüh auf!“ symbolisiert den Auftritt der Donau als verbindendes Element.

Streich: „Das sind zwei unterschiedliche Ausrichtungen, die für sich stehen, und vor allem eins sind: eine Einladung an Gäste aus aller Welt, um die Vielfalt, Lebensfreude und Innovationskraft der Gartenschaustädte kennenzulernen.“

Das Logo für die Landesgartenschau 2016 hatte eine Münchner Agentur entwickelt und sich damit in einem Wettbewerb durchgesetzt. Bayreuther Agenturen, die sich ebenfalls beworben hatten, hatten Mitte vergangenen Jahres deutliche Kritik an der Auswahl der Jury geübt. Denn: Das Logo erinnere stark an ein im Internet käufliches Motiv der Bildagentur Shutterstock. Mit Forderungen nach einer Wiederholung des Wettbewerbs setzten sie sich allerdings nicht durch. Die Münchner Agentur erklärte, das Motiv habe ihre Designer bei der Arbeit am Landesgartenschau-Logo für Bayreuth inspiriert.

Nicht bewertet

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Kommentare

Kann es sein, dass hier jemand einem entgangenen Auftrag nachtrauert?
Na selbstverständlich, nur. Nebenbei: er ist Stadtrat.
Völlig normales und seit Jahren bekanntes Schlags'sches Verhaltensmuster!
so unrecht hat er nicht - ist alles nur abgekupfert - und für teuer Geld verkauft worden - das original kann man sich hier für ein paar Euro downloaden:

http://www.shutterstock.com/pic-77894377/stock-vector-woman-with-flowers.html
Gut, dass man nicht die eigentliche Gartenschau kopieren kann :-).
Ist das Logo nun ein Plagiat? Schalten wir einen Gutachter ein *Ironie aus*
Na ja, Herr Schlags, die einzige Ähnlichkeit, die ich (als Nicht-Designer) zum Deggendorfer Logo erkennen kann, ist die Konzentration auf leuchtende Farben. Aber das erwartet man ja eigentlich bei einer Gartenschau. Ansonsten: Eine offenbar beleidigte Leberwurst hat sich wieder mal zu Wort gemeldet.
Es geht nicht um das Logo selbst, sondern um das Hintergrundbild, wie es auf der Website genutzt wird (linke Seite). Dieses basiert offenbar auf dem selben Bild, wie das Bayreuther Logo.

Dieses Bild kann man als Agentur für ein paar Cent kaufen, hat hierauf aber kein alleiniges Nutzungsrecht.

Wenn man ein paar tausend EUR für so ein Logo ausgibt, kann man eigentlich schon ein wenig mehr erwarten. Tun die Verantwortlichen der Gartenschau aber wohl nicht.
Naja wenn man so ein Logo für ne LGS wählt, kann man auch die Pflanzen im Baumarkt kaufen, sag ich mal so!
Nach LGS-Manier wird dazu aber erst ein Wettbewerb gestartet, um den besten Gärtner Europas zu finden - der dann mit entsprechendem Honorar im Baumarkt die Blumen aussucht.