Neuer starker Mann beim EHC Bayreuth

Bothstedes Aufgabe kann auf einen Punkt gebracht werden: Er soll den EHC professionalisieren. Dafür erhält er weitreichende Rechte: „Er hat die Aufgabe, eine neue Geschäftsstelle aufzubauen. Ausgestattet mit den Kompetenzen eines Geschäftsführers, soll der komplette operative Bereich in seiner Verantwortung liegen“, ist Bothstedes Aufgabengebiet in einer Vereinsmitteilung beschrieben.

„Bothstede trifft ab September die Entscheidungen“, ergänzt Wendel. „Er regelt alles im Verein, auch die Finanz- und Sponsorenangelegenheiten.“ Der neue Geschäftsstellenleiter soll sich so auf seine Arbeit bei der noch zu gründenden Spielbetriebs-GmbH (Auslagerung des DEL2-Teams aus dem Verein) vorbereiten. In dieser GmbH ist für Bothstede die Position als Geschäftsführer vorgesehen. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner bekomme eine Vollzeitstelle, die im Etat für die DEL2 bereits eingeplant gewesen sei.

Wendel will sich bis spätestens November aus dem operativen Geschäft vollständig zurückziehen. „Wir haben volles Vertrauen in Bothstede“, sagt Wendel. „Sollte er unsere Hilfe wünschen, werden wir ihn natürlich unterstützen.“

Seit 2010 bei den Freezers

Bothstede hat Erfahrung im Profi-Eishockey. Seit 2010 war er bei den Hamburg Freezers tätig. Zunächst arbeitete er als Leiter Kommunikation und Promotion, bevor er im Jahr 2013 die Leitung der Geschäftsstelle des DEL-Vereins übernahm, der für die kommende Saison keine Erstligalizenz mehr beantragte.

Zuvor war der ausgebildete Journalist – unter anderem arbeitete er für Sat1, Premiere/DSF und Premiere Austria – auch PR-Direktor beim Football-Verein Hamburg Sea Devils in der damaligen NFL Europe. „Eine spannende Zeit“ erlebte der 46-Jährige, als er 15 Monate für das Marketing der ersten Fußballliga von Katar in Doha zuständig war.

Große Vorfreude auf die Tigers

Und jetzt ist die Vorfreude auf seine neue Aufgabe in Bayreuth riesig: „Am liebsten würde ich sofort loslegen, aber ich bin noch bis Ende August mit der Abwicklung der Freezers beschäftigt“, sagt Bothstede. „Natürlich habe ich auch Pläne für den EHC, aber dazu muss ich mir zuvor ein umfassenderes Bild machen, als ich es bis jetzt nach einem Kurzbesuch in Bayreuth – es ist übrigens eine tolle Stadt – und zahlreichen Gesprächen habe.“ Ihn reizt es, in Bayreuth etwas aufbauen zu können, das werde „in all seinen Facetten unfassbar spannend“.

Sportlicher Bereich bleibt tabu

Der große Handlungsspielraum, der vom Verein gewährt werde, biete ihm alle Möglichkeiten. Auch der Gefahren ist sich Bothstede bewusst: „Wenn etwas schief laufen sollte, werde ich auch dafür geradestehen.“

Nur in den sportlichen Bereich werde er sich nicht einmischen. Ansonsten will er jeden Stein umdrehen und die Ist-Situation beim EHC genau analysieren. Dabei ist ihm – soweit er das aus der Entfernung beurteilen kann – bereits die aufkommende Fankritik und die Vielzahl an zurückgetretenen Ehrenamtlichen aufgefallen.

„Eigentlich müsste nach dem Aufstieg doch Euphorie herrschen“, sagt Bothstede. „Aber ganz ehrlich, diese Stimmungslage motiviert mich noch mehr. Ich will wieder eine positive Stimmungslage erzeugen. Hoffentlich lerne ich bald viele Vereinsmitarbeiter und Fans persönlich kennen.“ Er werde keinesfalls der unnahbare Geschäftsstellenleiter sein. „Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und werde mich bei Spielen in die Fankurve stellen.“

In diesem Interview erklärt Vorsitzender Matthias Wendel seine Entscheidung.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06