Mutmaßlicher IS-Sympathisant vor Gericht

Ab Montag muss sich Mamdoh A. in dem auf sieben Verhandlungstage angesetzten Prozess vor dem Landgericht Bayreuth für die Taten verantworten, die ihm die Generalstaatsanwaltschaft München zur Last legt. Die Anklage wird also nicht von der Staatsanwaltschaft Bayreuth erhoben. Für die Verhandlung wird ein Staatsanwalt aus München kommen. Landgerichtssprecher Clemens Haseloff erklärt dazu, dass der Fall bei der Zentralstelle zur Bekämpfung Extremismus und Terrorismus angesiedelt sei.

Anleitung zum Mord mit dem Messer

Für die Öffentlichkeit sind nach aktuellem Stand beim Prozess keine Einschränkungen vorgesehen, teilt Gerichtssprecher Haseloff weiter mit. Der Angeklagte Mamdoh A. sei zu den jeweiligen Tatzeitpunkten 18 beziehungsweise 19 Jahre alt gewesen. Ein Grund, die Öffentlichkeit vom Prozess auszuschließen, gebe es deshalb nicht.

Zeitweise könnte es allerdings doch dazu kommen, dass Zuschauer den Saal verlassen müssen. Und zwar dann, wenn die Video-Beweismittel vorgeführt werden. Die Ermittler haben auf Smartphones von Mamdoh A. drastisches IS-Propagandamaterial gefunden. Nach Kurier-Informationen soll darauf zu sehen sein, wie Menschen auf bestialische Weise von IS-Terroristen ermordet werden. Es soll sich um Anleitungen handeln, wie man Menschen effektiv mit dem Messer tötet. Diese und andere Videos mit ähnlich drastischen Darstellungen soll der Angeklagte besessen über einen Messengerdienst weiterverbreitet haben.

Anschlag mit Lastwagen geplant?

Die Taten, die die Generalstaatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last legt, soll dieser allesamt begangen haben, nachdem er Anfang März 2015 nach Deutschland eingereist war. Einen Monat später stellte er einen Asylantrag und wohnte fortan in Pegnitz. In dieser Zeit soll sich Mamdoh A. immer weiter radikalisiert haben und zum Anhänger der Terrororganisation IS und dessen extremistisch-islamistischer Ideologie geworden sein.

Mamdoh A. wird weiter zur Last gelegt, spätestens Mitte 2016 den Entschluss gefasst zu haben, terroristische Anschläge zu begehen. Zu diesem Zweck soll er sich nach Kurier-Informationen Anleitungen zum Bau von Bomben besorgt haben. Außerdem soll er im Besitz eines Terrorvideos gewesen sein, indem erklärt wird, wie man sich einen Lastwagen besorgt und wie man geeignete Ziele für Anschläge mit einem Lastwagen ausfindig macht. Für die Taten, für die ihn die Generalstaatsanwaltschaft anklagt, drohen Mamdoh A. mehrere Jahre Haft.

Unbemerkt vom sozialen Umfeld in Pegnitz radikalisiert

Dass der junge Syrer in Pegnitz verhaftet worden ist, wurde erst im November 2017 durch Medienberichte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Damals sickerte auch durch, was ihm zur Last gelegt wird. Der Verhaftung - ein Zugriff durch das SEK - war schon im Sommer erfolgt. In diesem Zuge soll es auch zu einer Hausdurchsuchung bei dem Syrer gekommen sein, der zu diesem Zeitpunkt als anerkannter Kriegsflüchtling schon eine eigene Wohnung bewohnte.

Zuvor hatte Mamdoh A. in einer Gemeinschaftseinrichtung für jugendliche Flüchtlinge von Condrobs gelebt. Er war in Pegnitz zur Schule gegangen. Niemand hatte bemerkt, dass sich der Heranwachsende offenbar immer weiter radikalisierte. Personen in seinem unmittelbaren Umfeld in Pegnitz hatte er sich allem Anschein nach nicht anvertraut, sich nicht offenbart. Mamdoh A. sei freundlich und umgänglich gewesen, sagen Pegnitzer, die ihn in der Schule kennengelernt hatten. Doch das scheint angesichts der Taten, für die der Syrer nun angeklagt wird, alles nur Fassade gewesen zu sein.

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Kommentare

>>> Der Verhaftung - ein Zugriff durch das SEK - WAR SCHON IM SOMMER erfolgt <<<

Ein lieber guter Junge, der in Pegnitz bestens integriert (und betreut) war.

Und niemand hat bemerkt, dass er plötzlich nicht mehr da war.
Die Mitschüler nicht,
die Wohnungsnachbarn nicht,
der Bürgermeister nicht.
Die regionalen Medien nicht…


Zitat im Text: "Dass der junge Syrer in Pegnitz verhaftet worden ist, wurde erst im November 2017 durch Medienberichte einer BREITEREN Öffentlichkeit bekannt."

Ein lieber guter Junge ist er ja allem Anschein nach nicht. Und diesen Sarkasmus finde ich angesichts der Ernsthaftigkeit dieses Falles nicht angebracht - um nicht zu sagen geschmacklos. Und dass er verhaftet wurde, war in Pegnitz einigen Leuten bekannt. Deshalb steht ja auch in meinem Text "einer breiteren Öffentlichkeit". Dass wir erst so spät davon Wind bekommen haben, das lassen wir uns als Zeitung durchaus ankreiden. Wir hätten früher dran sein müssen.

Viele Grüße,
Moritz Kircher
Vielleicht muss man sich auch Gedanken machen, was an der Integration trotz allem nicht gut gelaufen ist.
Entweder war er schon radikalisiert, als er (vorgetäuscht) Zuflucht suchte. Da nützt die wohlwollendste Integration nichts. Es stellt sich jedoch die Frage warum das den Behörden bei seiner Prüfung als Kriegsflüchtling verborgen blieb.

Oder er hat sich nach seiner (kriegsbedingten) Zuflucht blitzradikalisiert. Und da stellt sich die Frage, warum die Integration ins Grundgesetz des ihm Zuflucht gewährenden Staates für den Syrer weniger attraktiv war, als die Sympathie für eine islamistische Mörderbande.
Ich sehe das erst einmal sehr positiv, dass der Nordbayerische Kurier jetzt darüber berichtet, da dies gerade in Pegnitz in den letzten Monaten sehr viele Bürger beschäftigt hat, die auch wissen möchten was mit diesem Terroristen nach seiner Festnahme passiert ist! Ein sehr bitterer Beigeschmack bleibt allerdings bestehen, weshalb die Behörden erst aufgrund einer Recherche von einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung überhaupt erst die Festnahme veröffentlichten, die ja offenbar bereits fast sechs Monate vorher erfolgte! Wollte man hier gerade vor den anstehenden Wahlen wieder alles verduschen und verheimlichen? Leider glauben mittlerweile auch viele Bürger nicht mehr den Behörden und auch nicht den Aussagen von vielen Menschen die die Flüchtlinge bei der Integration begleiten! Waren Sie in den Augen vieler nicht alle vorher brave unauffällige Jungs und sind sie tatsächlich alle auch minderjährig? Die deutsche Gesellschaft ist hier leider viel zu gutgläubig, gegenüber diesen Menschen die aus total anderen Kulturkreisen zu uns kommen und zeigt keinerlei Härte gegenüber denen die sich nicht an unsere Gesetze halten! Wären sie wirklich alle so brave Menschen, weshalb wurde z.B auch beim Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember in Pegnitz die Zugänge mit LKW verbarrikatiert oder weshalb sollen die Bürger beim kommenden Bratwurstgipfel in Pegnitz plötzlich eine Sicherheitsgebühr bezahlen? Seltsam ist nur, dass die Bürger in Osteuropa sich keinerlei Gedanken darüber machen müssen!
Es wird noch sehr viel schlimmer...
Zitat: "Seltsam ist nur, dass die Bürger in Osteuropa sich keinerlei Gedanken darüber machen müssen!"
Ich finde es nicht seltsam, dass die Osteuropäischen Länder viel weniger attraktiv sind für Flüchtlinge als das reiche und offene Land Deutschland. Wenn wir schon zur größten Exportnation der Welt, zur wirtschaftsstärksten EU-Nation und zur drittgrößten Exportnation von landwirtschaftlichen Gütern zählen, müssen wir auf der einen Seite alle Möglichkeiten des Importes von Rohstoffen weltweit ausschöpfen, auf der anderen Seite aber auch Beziehungen zur ganzen Welt pflegen. Deshalb haben wir nicht die gleichen Bedingungen für ein "Grenze zu" wie beispielsweise Ungarn.
Tja dann hatte er, bis er verhaftet wurde wohl ein volles Jahr um einen Anschlag zu verüben – Zufall oder Glück dass er es nicht gemacht hat…
Die Bombe war wohl nicht rechtzeitig fertig geworden.