Medi-Team gewinnt nach Verlängerung

Lange Zeit hatten die Bayreuther einem Rückstand nachlaufen müssen, der beim 25:37 (15.) sogar kurzzeitig zweistellig war. Die erste Führung gelang erst im letzten Viertel, als ein Dreier von Gabe York knapp vier Minuten vor dem Ende eine 10:0-Serie zum 79:76 abschloss. Nur eine Minute später lag Bremerhaven nach zwei Dreiern aber schon wieder mit 82:79 vorn. Vielleicht die Schlüsselszene schlechthin markierte 80 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit ein spektakulärer Block von De'Mon Brooks beim Fastbreak von Johnny Berhanemeskel, mit dem er das fast sicher scheinende 86:82 für die Eisbären verhinderte. Statt dessen konnte das Medi-Team wieder mit 86:84 in Führung gehen, doch zwei Freiwürfe von Berhanemeskel erzwangen 6,9 Sekunden vor Schluss die Verlängerung.

Dort gerieten die Bayreuther dann nicht mehr in Rückstand, weil sie auch unter Druck die besseren spielerischen Lösungen fanden. Glück hatten sie allerdings, dass beim unbedrängten Fastbreak von Gabe York zum 91:88 (42.) ein klarer Schrittfehler ungeahndet blieb. Zudem vergaben die Bremerhavener beim Stand von 96:99 zweimal den möglichen Ausgleich durch drei vergebene Freiwürfe von Carl Baptiste und einen knapp verfehlten Dreier des Ex-Bayreuthers David Brembly. Im Gegenzug verwandelte York bei einer Restspielzeit von 22 Sekunden zwei Freiwürfe zum 101:96. Ein Dreier von Berhanemeskel sorgte zehn Sekunden später zwar noch einmal für Spannung, aber York blieb an der Freiwurflinie erneut nervenstark und markierte neun Sekunden vor Schluss den Endstand.

Für die anfängliche Dauerführung der Eisbären waren hauptsächlich ihre gefürchteten Distanzwerfer verantwortlich gewesen. Zunächst Berhanemeskel mit zwölf Punkten im ersten Viertel und dann vor allem Spielmacher Jordan Hulls trafen dabei auch einige ausgesprochen schwere Würfe. Allerdings hatte die Treffsicherheit der Gastgeber besonders im ersten Viertel (29:22) auch mit mangelnder Intensität der Bayreuther Verteidigung zu tun. Nicht ein einziges Foul wurde in den ersten zehn Minuten für das Medi-Team notiert. Das erste war dann ein Offensivfoul von Javon McCrea, und das erste in der Defensive war nach dreieinhalb Minuten des zweiten Viertels gleich ein unsportliches von Andreas Seiferth, das den Eisbären vier Punkte zum 35:25 ermöglichte.

Sechs Robinson-Punkte innerhalb von sechs Sekunden

Die zweistellige Differenz hatte allerdings nicht lange Bestand, weil James Robinson das Kunststück gelang, sechs Punkte innerhalb von sechs Sekunden zu sammeln: Nachdem er mit einer cleveren Aktion drei Freiwürfe erzwungen und verwandelt hatte, fing er mit der anschließenden Pressdeckung einen Pass ab und legte sofort ein Dreipunktespiel zum 31:37 nach. Noch spektakulärer war dann der Dreier des Medi-Spielmachers aus dem Lauf kurz hinter der Mittellinie, durch den er mit der Pausensirene den Halbzeitrückstand seines Teams von möglichen acht auf fünf Punkte reduzierte.

Auch den ersten engen Anschluss seit dem ersten Viertel stellte Robinson her, als er mit einer tollen Einzelaktion auf 61:63 verkürzte (27.). Zusammen mit den 15 Punkten, die York nach dem Ende des dritten Viertels sammelte, hatte der Spielmacher somit entscheidenden Anteil daran, dass sich die Kräfteverhältnisse auf den Aufbaupositionen letztlich entscheidend zugunsten der Bayreuther verschoben. Unter dem Korb löste Andreas Seiferth die schwere Aufgabe im ersten Spiel nach dem Ausfall von Assem Marei sehr überzeugend. Der nachverpflichtete Javon McCrea konnte nach nur zwei Trainingseinheiten beim Debüt an seinem 25. Geburtstag noch nicht viel Unterstützung leisten und kam in der zweiten Halbzeit nicht mehr zum Einsatz. Pausen für Seiferth wurden dann durch gemeinsamen Einsatz der etatmäßigen Powerforwards De'Mon Brooks und Steve Wachalski überbrückt.

Statistik

Eisbären Bremerhaven: Johnson (2 Punkte / 12:02 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 1), Kessens (11 / 17:34 / 1), Breitlauch, BERHANEMESKEL (20 / 35:32 / -6), BLECK (6 / 15:10 / 3), HULLS (21 / 39:46 / -4), Elliott (7 / 18:19 / -1), Wendt (2 / 5:14 / 0), Hundt, Brembly (9 / 27:22 / -6), BAPTISTE (13 / 30:43 / -11), GROSELLE 8 / 23:18 / 3); Feldwurfquote: 37/72 (51 Prozent), davon 14/31 Dreier (45 Prozent): Berhanemeskel (4/6), Brembly (3/6), Hulls (3/7), Baptiste (3/7); Freiwürfe: 11/16 (69 Prozent); Rebounds: 28 defensiv, 9 offensiv (Groselle 4/3, Elliott 5/2); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 16 (Berhanemeskel 5); Assists: 22 (Hulls 7); Effektivität: 108 (Hulls 21, Berhanemeskel 21, Kessens 13, Baptiste 12, Groselle 11, Elliott 11).

Medi Bayreuth: ROBINSON (23 / 34:05 / 8), Cox (6 / 19:20 /10), LINHART (11 / 26:19 / -4), Doreth (0 / 20:41 / -11), SEIFERTH (17 / 32:21 / 5), McCrea (0 / 4:31 / -1), Wachalski (8 / 18:15 / 6), BROOKS (17 / 34:53 / -2), YORK (21 / 34:35 / 9), Adler; Feldwurfquote: 37/72 (51 Prozent), davon 8/23 Dreier (35 Prozent): Cox (2/2), Wachalski (2/4), York (2/8), Linhart (1/3), Robinson (1/4); Freiwürfe: 21/30 (70 Prozent); Rebounds: 27 defensiv, 9 offensiv (Seiferth 8/0); Ballgewinne: 8; Ballverluste: 8 (York 4); Assists: 24 (Linhart 6); Effektivität: 121 (Robinson 26, Brooks 21, Seiferth 20, Linhart 15, York 15, Wachalski 12, Cox 10).

SR: Simonow, Bittner, Bohn; Zuschauer: 2085.

Stationen: 5:0 (1.), 12:6 (5.), 16:15 (7.), 29:22 (1. Viertel), 37:25 (15.), 39:36 (17.), 51:43 (20.), 51:46 (Halbzeit), 61:53 (25.), 63:61 (27.), 71:64 (29.), 71:67 (3. Viertel), 76:69 (32.), 76:79 (37.), 82:79 (38.), 84:86 (40.), 86:86 (nach 40 MIn.), 88:91 (42.), 93:93 (43.), 94:99 (44.), 96:101 (45.), 99:103 (Ende).

5 (1 vote)

Anzeige