Medi-Sieg in der letzten Sekunde

Über weite Strecken hatte das Medi-Team vor 2620 Zuschauern (darunter eine lautstarke Bayreuther Delegation) einen knappen Vorsprung behauptet, doch bis zur 38. Minute war die Differenz nie größer als sieben Punkte. So mochte man fast schon von einer Vorentscheidung sprechen, als nach einem 7:0-Lauf innerhalb von 40 Sekunden ein 76:68-Vorsprung bei einer Restspielzeit von 2:10 Minuten auf der Anzeigetafel stand. Dann dauerte es auch noch über eine Minute, ehe Jena durch einen Dreier von Julius Jenkins auf 71:76 verkürzte - und trotzdem reichte den Gastgebern die Zeit, um genau 13,6 Sekunden vor dem Ende durch einen Dreier ihres überragenden Topscorers Marcos Knight (31 Punkte) den Ausgleich zu erzwingen.

Siegtreffer durch Kyan Anderson

In einer Auszeit entwickelten die Bayreuther dann die Strategie für den letzten Angriff und setzten sie präzise auf den Punkt um: Nate Linhart fand den an der Dreierlinie frei stehenden Kyan Anderson, und als dessen Distanzwurf durch den Ring fiel, blieb die Spielzeituhr bei genau 0,2 Sekunden stehen. "Wir hatten das genau so in der Auszeit gesagt", erklärte der Spielmacher, der seine 14 Punkte ausnahmslos in der zweiten Halbzeit gesammelt hatte (davon zehn im letzten Viertel). "Wenn sich Jenas Abwehr zusammenzieht, dann würde mich Nate in dieser Position auf der linken Seite finden. Da fühle ich mich mit meinem Wurf wohl."

Vorteile unter den Körben genutzt

Diese Art der Entscheidung passte zum letzten Viertel, in dem beide Mannschaften je vier Dreier erzielten (Bayreuth sogar ohne Fehlwurf). Bis dahin war die Partie aber eher von den Kämpfen unter den Körben geprägt gewesen. Die Bayreuther verstanden es dabei geschickt zu nutzen, dass die Gastgeber auf den großen Positionen durch den Ausfall ihres gesperrten Centers Kenny Frease geschwächt waren. Anfangs war vor allem De'Mon Brooks mit Durchsetzungskraft in der Zone aufgefallen, als er zur 16:9-Führung nach sechs Minuten schon neun Punkte beigetragen hatte. Gleichzeitig schuf Andreas Seiferth viel Spielraum für seine Nebenleute und zeichnete sich mit vier Assists im ersten Viertel aus.

Auf Dauer war es aber insbesondere die Kampfkraft von Assem Marei, die dem Medi-Team beständige Vorteile unter dem Korb garantierte. Für den Ägypter wurden zwar nur fünf persönliche Rebounds notiert, doch er war mit seinem Einsatz auch an der Sicherung einiger weiterer umkämpfter Bälle beteiligt. Vor allem aber nutzte er seine Chancen sehr konsequent: 8/11 Würfe aus dem Feld und 7/10 Freiwürfe summierten sich zu 23 Punkten.

Dank dieses verlässlichen Faktors wirkte das Bayreuther Spiel stabil, obwohl der sonstige Topscorer Trey Lewis mit drei Punkten überhaupt kein Faktor in der Offensive war (1/6 Würfe, nur ein Assist, dazu zwei Ballverluste in einer kritischen Phase Mitte des letzten Viertels). Dagegen hing das Niveau bei Jena stark von der herausragenden individuellen Qualität von Knight ab. Der Aufbauspieler war nicht nur der mit weitem Abstand fleißigste Punktesammler seines Teams (11/19 aus dem Feld, 7/7 Freiwürfe), sondern auch noch der beste Rebounder (sieben, davon fünf auf teils spektakuläre Weise in der Offensive).

Hinter Assem Marei folgten in der Korbschützenliste des Medi-Teams De'Mon Brooks (19), Kyan Anderson (14), Nate Linhart (12), Bastian Doreth, Andreas Seiferth (je 4) und Trey Lewis. Für Jena trafen außer Knight noch Julius Jenkins (13), Immanuel McElroy, Stefan Haukohl (je 10), Oliver Mackeldanz (6), Ermen Reyes-Napoles und der erstmals eingesetzte Neuzugang John Little (je 3).

4.8 (5 Stimmen)

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