Marseille: Auto rast in Bushaltestellen

Bislang gebe es keinen Hinweis auf einen Terrorakt, sagte Staatsanwalt Xavier Tarabeux der französischen Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Verdächtigen sei ein Schreiben im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Klinik gefunden worden, „und wir orientieren uns eher in Richtung dieser Spur“.

Die beiden Vorfälle geschahen am Montagvormittag im Abstand von etwa einer Stunde, ein weiterer Mensch wurde dabei verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um das gleiche Nutzfahrzeug handelte. Zunächst war von einem Auto die Rede gewesen.

Am Donnerstag hatte ein Lieferwagen bei einem Anschlag in Barcelona gezielt Passanten überfahren und mindestens 13 Menschen getötet.

Auch in Frankreich herrscht eine angespannte Sicherheitslage, das Land war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Am Wochenende war der Bahnhof der südfranzösischen Stadt Nîmes nach einem Alarm geräumt und gesperrt worden, letztlich wurde ein Mann mit einer Schreckschusspistole festgenommen.

Das in Marseille gesuchte Fahrzeug sei gefunden und der Verdächtige festgenommen worden, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei rief über Twitter dazu auf, das Gebiet am alten Hafen der Mittelmeerstadt zu meiden. Der Bürgermeister des 11. und 12. Stadtbezirks, Julien Ravier, sagte dem Sender BFMTV, bei dem Todesopfer handele es sich um eine Frau im Alter von etwa 40 Jahren.

Der Sender Franceinfo berichtete, der Verdächtige sei der Polizei wegen Drogenhandels, Diebstahls und Waffenbesitzes bekannt gewesen. Die Geheimdienste, die in Frankreich mutmaßliche islamistische Gefährder erfassen, hätten ihn jedoch nicht gekannt. Ein Zeuge habe das Nummernschild registriert, deshalb sei die Polizei auf seine Spur gekommen, berichtete BFMTV.

Erst Anfang des Monats war ein Mann bei Paris in eine Gruppe Soldaten gefahren, in diesem Fall ermitteln Anti-Terror-Experten. Vergangene Woche war östlich von Paris ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Pizzeria gerast und hatte ein Mädchen getötet - dort hatte die Staatsanwaltschaft ein terroristisches Motiv ausgeschlossen.

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