LSG profitiert von Schmidts Husarenritt

Wäre da nicht Lothar Schmidt gewesen, der Bayreuth mit einem Husarenritt noch auf Rundenplatz fünf hielt. Die dafür kassierten 16 Punkte erhöhen das Konto der LSG auf 71, was den vierten Tabellenplatz bedeutet.

Schon für den Samstag hatten die Meteorologen schwierige Warmluftverhältnisse vorausgesagt. Wieder ermöglichten viele Bayreuther Teilnehmer eine Verteilung auf verschiedene Gebiete. Alexander Müller, Wolfgang Clas und Clemens Pape starteten als Erste und versuchten sofort, Richtung Bayerischer Wald zu kommen.

Verlockende Wolken in Tschechien

Alle drei wurden durch verlockende Wolken zuerst nach Tschechien gezogen. Dort waren die Aufwinde aber nur schwer zu finden und zudem nicht konstant. Erst östlich des Großen Arber besserten sich die Flugbedingungen. Pape verhinderte nur knapp über dem Boden eine Außenlandung und verlor dabei viel Zeit. Da es aber noch genügend Zeit für eine gültige Bundesligawertung gab, entschloss er sich, den vorausfliegenden Müller und Clas zu folgen. Bis nördlich von Linz führte dabei der Flugweg und stellte sich als immer besser werdend dar. Das Trio beschloss deshalb, diese gute Linie zwischen Arber und Linz nochmals zu nutzen, bevor es wieder zurück ging.

Friedhelm Lotte und Heiko Hertrich schlugen den Weg über das Naabtal nach Süden ein. Allerdings hörte die Wolkenbildung schon kurz hinter Weiden auf. Da inzwischen Martin Brühl und Sebastian Baier eine recht gute Aufwindlinie nach Norden gefunden hatten, beschlossen Lotte und Hertrich umzukehren und ebenfalls Richtung Thüringer Wald zu fliegen. Dies stellte sich als richtig heraus. Ab Sonneberg bildeten sich prächtige Cumuluswolken in großer Höhe über dem gesamten Thüringer Wald. Neben dem Bayerischen Wald sollten diese Wolken die einzigen in ganz Deutschland sein.

Hochbetrieb über dem Thüringer Wald

Die LSG-Piloten wollten diese Linien mehrfach für eine schnelle Bundesligawertung zu nutzen. Weil diese Taktik aber auch viele andere Segelflugzeuge anwendeten, wurde es zeitweise sehr eng. Manchmal flogen geschwadergleiche Formationen mit über 200 Stundenkilometern nebeneinander her. Hertrich berichtete einmal von über 30 Flugzeugen, die kreisend gleichzeitig einen starken Aufwind nutzen. Der Heimweg stellte sich bei diesen Bedingungen als problemlos dar. Alle Bayreuther erzielten gute Schnittgeschwindigkeiten über 92 km/h. Die drei Schnellsten, Pape (108,5 km/h), Müller (104,8) und Brühl (99,9) gingen in die Teamwertung ein – zur Halbzeit Platz eins.

Am Sonntag, der von spät einsetzender, inkonstanter und schwacher Thermik geprägt war, startete nur Lothar Schmidt, der am Vortag nicht in der Luft war. Sein Flug führte ihn nach Nordosten in Richtung Zwickau und Chemnitz. Über den ersten Hügelketten des Erzgebirges bildeten sich plötzlich einige Wolken, die Schmidt auch sehr gute Aufwinde anzeigten. Mit drei Metern pro Sekunde ging es nach oben bis 2000 Meter über Grund. Später musste Schmidt gar nicht mehr kreisen, um Höhe zu gewinnen, sondern konnte über 200 Kilometer geradeaus fliegen. Seine Bundesligaleistung lag bei 107,6 km/h und verbesserte das Bayreuther Rundenergebnis auf 320,9 km/h.

Rundensieger kommt aus Königsdorf

Schneller flogen diesmal nur vier Vereine aus dem Süden Deutschlands fliegen. Der Rundensieger kommt aus Königsdorf. Die erzielten 368,4 km/h reichen sogar für den internationalen Rundensieg in der World League gegen die amerikanischen Vereine aus Moriarty/New Mexico (357,2) und Minden/Nevada (349,9).

Die Tabelle sieht weiterhin Donauwörth mit 83 Punkten in Führung, gefolgt von Aalen (75) und Königsdorf (73). Mit 71 Zählern knapp dahinter steht Bayreuth auf Platz vier. Die World-League sieht Bayreuth auf einem guten Rundenplatz acht, und mit insgesamt 114 Punkten auf Tabellenplatz sieben. Allerdings fehlen schon deren 27 auf den Tabellenführer, die Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim/Teck.

Nicht bewertet

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