Löwen bringen viele Fans zum EHC mit

Auf den Boden musste EHC-Trainer Sergej Waßmiller seine Mannschaft nach dem Sieg gegen Bietigheim nicht zurückholen: „Das war ein extrem wichtiger Sieg, aber abgehoben ist niemand. Und wir werden in dieser Liga sicherlich keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen.“

Im Training arbeite sein Team sehr fokussiert und bereite sich konzentriert auf die Partie gegen das Schlusslicht vor. Der Blick auf die bisherigen Begegnungen gegen Heilbronn zeigt, dass das auch absolut notwendig ist. Zweimal gelang den Tigers ein ganz knapper Sieg (4:3 nach Penaltyschießen und 3:2 nach Verlängerung). „Die Falken sind gefährlich“, sagt Waßmiller. „Vor allem weil sie ja richtig unter Druck stehen.“

Abwehr das Hauptproblem

Mit dem bisherigen Saisonverlauf können die Heilbronner nicht zufrieden sein. Sie stellten einen durchaus namhaften Kader zusammen, doch dümpeln sie seit vielen Wochen im Tabellenkeller herum. Aktuell haben sie bereits sechs Punkte Rückstand auf den Vorletzten.

Viel machen sich die Heilbronner durch unnötige Fouls kaputt, mit im Schnitt 17,2 Strafminuten pro Partie sind sie die Strafbankkönige der DEL2. Das Hauptproblem der Falken ist aber die Abwehr: 99 Gegentore – keine Mannschaft hat im ligaweiten Vergleich mehr. Erst in vier Spielen gelang es, nur zwei oder weniger Treffer zuzulassen.

Auch deshalb haben die Falken reagiert und Jonathan Harty verpflichtet. Der Kanadier gilt als laufstark und soll die Defensive ordnen. Auch auf der Torwartposition gab es eine personelle Veränderung – die allerdings verletzungsbedingt. Stammkeeper Stefan Ridderwall (Verdacht auf Gehirnerschütterung) fällt aus, der Kanadier Andrew Hare erhielt einen Vier-Spiele-Vertrag mit Verlängerungsoption.

In der Offensive verfügen die Heilbronner über reichlich Qualität. Allen voran gilt das für Topscorer Rylan Schwartz (12 Tore/16 Vorlagen) und Justin Kirsch (7/18). Tyler Gron (7/9) überzeugte mit 16 Scorerpunkten in 15 Spielen.

Frankfurt eine "Bombentruppe"

Eine noch bessere Bilanz kann der Topscorer des Bayreuther Sonntagsgegners vorweisen. Matthew Pistilli (14/17) kommt für die Frankfurter Löwen durchschnittlich auf 1,24 Scorerpunkte pro Partie. C.J. Stretch (12/18) und Nils Liesegang (9/18) stehen ihm in fast nichts nach. Pawel Dronia (3/18) und Mike Card (4/15) gehören ligaweit zu den punktbesten Verteidigern.

„Eine Bombentruppe“, sagt EHC-Trainer Waßmiller über die Frankfurter. „Um die zu schlagen, muss bei uns alles passen. Ungefähr so wie zuletzt gegen Bietigheim.“ Da ging der Spielplan der Bayreuther voll auf. Die kompakte Defensive um Torwart Johannes Wiedemann hielt, Strafzeiten wurden vermieden und die Überzahlchancen im richtigen Moment genutzt – und das mit einem ersatzgeschwächten Kader.

Wieder mit Stas und Vosvrda

Nun hat Waßmiller wieder mehr Alternativen. Sergej Stas und Tomas Vosvrda gehören wieder zum Team. Eventuell stößt auch U20-Nationalspieler Valentin Busch – er wird am Freitag definitiv fehlen – zum Kader. Auch der Nürnberger Förderlizenzspieler Vladislav Filin schnürt erneut seine Schlittschuhe für Bayreuth. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter dem Einsatz des erkrankten Verteidigers Marvin Neher.

Sonderzug der Löwen-Fans

Mehr Verletzungsprobleme haben da die Frankfurter, die auf Lukas Laub (Knie), Dennis Reimer (Schulter) und Nick Mazzolini (Reha nach Hüft-OP) verzichten müssen. Auch Torwart Brett Jaeger droht auszufallen.

Dafür bekommen die Hessen allerdings lautstarke Unterstützung von ihren Fans. Mehr als 700 Löwen-Anhänger machen sich in einem Sonderzug auf den Weg nach Bayreuth. Die Tigers werden also auch die lautstarke Unterstützung ihrer Fans brauchen, um erstmals gegen die Löwen bestehen zu können. Die bisherigen Aufeinandertreffen gingen beide an die Frankfurter – doch chancenlos war der EHC beim 2:3 beziehungsweise 4:6 nicht.

Nicht bewertet

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