Landesgartenschau: Endspurt!

Wie die Technikhütte, die in den vergangenen Tagen aus dem Boden gewachsen ist, grünt und wächst gerade alles auf dem Gartenschau-Gelände. Genau rechtzeitig. In vielen Bereichen auch genau richtig. An manchen Stellen aber noch nicht wie gewünscht. "Wir bräuchten mehr Wärme. Ein paar Tage lang. Damit der Rasen schießt. In den vergangenen zwei Tagen hat man gemerkt, was da vorwärts geht, wenn die Sonne rauskommt", sagt Dagmar Voß, die Geschäftsführerin der Landesgartenschau-Gesellschaft. Zusammen mit ihrem Geschäftsführer-Kollegen Ulrich Meyer zu Helligen und den Planern ist sie am Dienstag unterwegs. "Die letzten neuralgischen Punkte besprechen", sagt sie. "Grundsätzlich bin ich zufrieden, wie es läuft. Wir werden fertig. Aber es sind halt noch sehr viele Kleinigkeiten, die Zeit in Anspruch nehmen."

Punktlandung bei der Netzlandschaft

Ein Satz, den man an diesem Tag mehrfach hört auf dem Gelände. Auch Wolfgang Ebert, der Bauleiter für die weltweit in der Form einzigartige Kletterlandschaft, sagt ih. "Das Netz ist so weit aufgestellt. Jetzt sind es eben die vielen Kleinigkeiten. Ebert und sein Team sind zuversichtlich: "Bis Freitag schaffen wir das." Punktlandung. Zwei Wochen vor Eröffnung fertig.

Bühne kommt heute

Das müssen auch die schaffen, die eigentlich am Dienstag anrücken sollten. Aber erst am Mittwoch kommen. "Hat sich verzögert", sagen Mirko Streich, der Pressesprecher der Landesgartenschau, und André Riedel, der Veranstaltungskoordinator. Der Bühnenaufbau für die Seebühne, der an eine große, weiße Muschel erinnert, kommt einen Tag verspätet an. Muss aber natürlich auch stehen bis zum 22. April. Schließlich hat die Bühne, die schon in Deggendorf und Bamberg bei den Gartenschauen stand, eine tragende Rolle. Ein Teil der 3818 Veranstaltungen, die größten während der 171 Gartenschau-Tage bis zum 9. Oktober auf jeden Fall, finden auf dieser Bühne statt. Direkt am See. Fünf Veranstaltungsorte gibt es auf dem 45 Hektar großen Gelände. Alle sind so gut wie fertig. "Feinschliff noch", sagt Streich. 

In sechs Monaten von 2000 auf 4000 Veranstaltungen

Innerhalb eines knappen halben Jahres hat sich die Zahl der Veranstaltungen verdoppelt. Von rund 2000 auf knapp 4000. "Das lag daran, dass uns erst in den vergangenen Wochen auch die Aussteller die Sachen gemeldet haben, die sie planen", sagt Riedel. Veranstaltung definieren Riedel und Streich so: "Von der Lesung bis zur Präsentation des Gartenbauvereins XY im Mainauenhof - so heißt der Regionalpavillon von Stadt und Landkreis jetzt - und vom Fachvortrag bis zum richtig großen Konzert." Wobei natürlich nicht nur die Bühnen Schauplatz von Kultur und Festivals sind, "die ganze Gartenschau ist Bühne", sagt Streich. zum Beispiel am 13. Juli, wenn 13 Heiluftballons hier das Ballonglühen machen. Wenn Musiker irgendwo am Main spielen. Wenn Clowns unterwegs sind.

Lampenfieber steigt

Wenn die Bühne kommt und aufgebaut wird, dann steigt das Lampenfieber bei den Gartenschau-Machern noch ein Grad höher. Dann ist klar: bald werden hier Musiker und Künstler stehen, die man sonst auf großen Festivals sieht. Und deren Konzerte von den Dauerkarten oder Tageskarten abgedeckt sind. "Einzelne Künstler als Höhepunkte herauszugreifen, ist schwierig", sagt Riedel. "Es sind viele richtig gute dabei." Cornelius Sturm nennt zum Beispiel Ganes (21. Mai) die ladinische Band aus Südtirol, als einen seiner persönlichen Höhepunkte. "Die sind nicht nur richtig gut und machen außergewöhnliche Musik. Die sind sogar total nett und richtig bodenständig." Ein anderes Konzert liegt ihm ebenfalls am Herzen: "Die Münchner Freiheit mit dem Bayreuther Jörg Tim Wilhelm als Frontmann. Meines Wissens nach der erste Auftritt in Bayreuth. Da werden die 80er Jahre wieder lebendig." Auch Quadro Nuevo am 29. Juli: "Absolute Weltklasse, was die machen." Neben national und international bekannten Künstlern liegt der Schwerpunkt bewusst auf "lokalen Angeboten, die wir machen wolten. Die Zahl der Anfragen, die wir hatten, war riesig", sagt Sturm. 

Schwerpunkt der Veranstaltungen am Wochenende

Der Schwerpunkt der großen Veranstaltungen, sagt Riedel, liegt auf den Wochenenden und auf den Feiertagen. "Da ist natürlich am meisten los auf dem Gelände. Deshalb wird das natürlich ans Besucherverhalten angepasst."

Dauerkarten im fünfstelligen Bereich

Die Zahl der verkauften Dauerkarten wird am Wochenende erstmals im fünfstelligen Bereich liegen. Knapp 9000 sind es aktuell in Bayreuth, "wir haben die anderen Vorverkaufsstellen noch nicht abgerufen", sagt Mirko Streich. Aber 10.000 sind es sicher." Dazu kommen an die 40.000 Tagestickets. "Die Zahl von 50.000 verkauften Tickets nenne ich fantastisch", sagt Streich. Und: Man liege in Bayreuth durchaus im Trend der anderen bayerischen Gartenschauen der vergangenen Jahre, sagt Geschäftsführerin Dagmar Voß. "Natürlich wird man irgendwann nervös, wenn nicht täglich die Tausender-Marke aufs Neue purzelt. Aber wir haben festgestellt: Die Leute kaufen nicht die Katze im Sack. Die lassen sich das so lange wie möglich offen und kaufen die Dauerkarten dann kurz vor Schluss." Allerdings, fügt Dagmar Voß an, mache das auch ein bisschen den Reiz aus. Die Unwägbarkeit. "Wenn der Nervenkitzel nicht wäre, würde ich das sicher nicht schon so lange machen." Und mit Blick auf die Wilhelminen-Aue sagt Voß: "Das hier, das ist aber auch einfach ein tolles Gelände."    

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