Klumpertal im naturnahen Zustand erhalten

Eine Auszeichnung für Fischteiche – das klingt im ersten Moment etwas seltsam. Es muss aber etwas besonders sein, wenn der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Oberfranken, Peter Thoma aus Thiersheim und der Direktor der Bezirksverwaltung des Bezirks Oberfranken, Rudolf Burger dafür anreisen und auch eine Informationstafel über das Klumpertal enthüllen.

Teichgenossenschaft Oberfranken

Die Auszeichnung verleiht die Teichgenossenschaft Oberfranken seit 19 Jahren und sie wird nur verliehen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden – einfach ein Loch buddeln,mit Wasser füllen und Fische reinsetzten – das reicht nicht. Thoma: „Diese Auszeichnung würdigt kulturhistorisch bedeutsame Teiche, beziehungsweise Teichketten in Oberfranken, die für den betreffenden Raum eine besonders prägende Bedeutung haben.“ Das ist bei den Teichen im Klumpertal der Fall. Denn sie wurden vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts von den damaligen Besitzern des Schloss Kühlenfels angelegt – und prägen seitdem das Landschaftsbild der Gegend.

Drei Urkunden

Die Urkunden wurden an Oswald Schütz und Lothar Kornburger (die sich um die 18 Fischteiche kümmern) sowie an Hildegunde Redel, die den Eigentümer (die die Kirchenstiftung Kühlenfels vertrat) übergeben. Vor gut fünf Jahren hatte die Kirchenstiftung angefragt, wer sich um die Fischteiche kümmern möchte. Kornburger: „Wir haben dann gesagt, dass wir das machen würden.“ Er sagt, dass man sich es auf die Fahne geschrieben hat, das Klumpertal in seinem naturnahen Zustand zu erhalten.

Erhalt der Teiche wichtig

Bezahlt werden sie dafür nicht. Im Gegenteil: Die etwa 3000 Bachforellen, die hier in den Teichen schwimmen, kaufen sie selber ein. Auch um den Erhalt der Teiche kümmern sie sich. „Als wir damit anfingen, waren die Teiche mit Brettern verschalt.“ Das sah nicht besonders schön aus. Wir haben die Teiche dann renaturiert. Wir haben uns auch Netze wegen den Fischreihern für etwa 3000 Euro gekauft. Wir fanden aber dann, dass das nicht gut in die Landschaft passt. Jetzt liegen sie bei mir in der Garage. Und dafür, dass man fünf Jahre lang mit dem Auto zu den Weihern fahren darf, mussten wir den Bayerischen Staatsforsten 500 Euro zahlen“, so Kornburger weiter.

Familien machen auch mit

Sowohl Kornburger als auch Schütz schauen jeden Tag nach dem Rechten. „Am Vormittag, Mittags und Abends gehen wir hin. Unsere Familien machen auch mit. Sie füttern die Fische oder machen Rohre wieder frei, die von den Wanderern mit Steinen verstopft werden“, berichtet Oswald Schütz. „Die Fischreiher haben dort natürlich einen Festschmaus. Gestern sah ich sogar einen Schwarzstorch an einem Weiher stehen sehen. Ein Schwund von 30 bis 50 Prozent ist normal. Aber wir machen das ja nicht wegen des Profits. Eigentlich zahlen wir drauf. Im besten Fall geht es gegen null“, so Schütz.

Die Bachforellen werden nicht gegessen, sondern an Fischereivereine verkauft. Von denen werden sie wieder in Bächen ausgesetzt. „Anders hätten die Fische keine Chance mehr zu überleben weil die ganzen Bäche so verschlammt sind und die Tiere keine Laichmöglichkeiten mehr haben“, so Schütz abschließend.

Nicht bewertet

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