Kinderzimmer brennt völlig aus

Am Morgen nach dem Brand liegt das Anwesen verlassen in der kalten Nebellandschaft. Kurz nach 10 Uhr treffen die Brandfahnder der Amberger Kripo ein. Sie suchen nach dem Auslöser des Feuers. Gemeldet wurde der Brand am Donnerstag gegen 20 Uhr von einem 56-jährigen Auerbacher. Der Achtjährige war zu Besuch bei einem elfjährigen Freund im Ortsteil. Und auch seine 14-jährige Schwester befand sich im Haus. Die Kinder waren allein daheim. Der Vater war in der Arbeit, die Mutter sollte eine Stunde später von der Spätschicht heimkommen. Die drei Kinder hielten sich im Erdgeschoss auf, als der Elfjährige aus seinem Zimmer im ersten Stock noch ein Spielzeug holen wollte. Dabei entdeckte er das Feuer.

Dachstuhl wird in Mitleidenschaft gezogen

Der 56-Jährige, der noch im Gebäude war, brachte die Kinder geistesgegenwärtig aus dem Haus und alarmierte umgehend die Rettungskräfte. Die drei Kinder blieben unverletzt. Trotz des sofortigen Einsatzes der Feuerwehren brannte das Kinderzimmer komplett aus. Der Dachstuhl wurde ebenfalls massiv in Mitleidenschaft gezogen. Da zunächst angenommen wurde, dass sich noch Menschen im Haus befinden, löste die Amberger Leitstelle eine höhere Alarmstufe aus. Ausgerückt sind daraufhin die Wehren aus Auerbach, Königstein, Zogenreuth und Nitzlbuch. Zwischen 80 und 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz. 

Den Feuerwehren gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das gesamte Haus zu verhindern und das Feuer zu löschen. Allerdings hatte das Feuer offenbar durch die Hitzeentwicklung auf die Dachstuhlisolierung und den Zwischenboden zum Spitzdach übergegriffen. Die Atemschutzgeräteträger behalfen sich mit Feuerhaken und Säge und öffneten große Teile des Daches, um die versteckten Glutnester zu finden. Auch die Wärmebildkamera leistete dabei wichtige Arbeit.

1000 Meter Schlauchleitung gelegt

Das Löschwasser wurde aus dem Eschenbacher Weiher gepumpt. Knapp 1000 Meter Schlauchleitung waren nötig, um ausreichend Wasser zum abseits gelegenen Haus zu befördern. Ein Problem stellte auch die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Anwesens dar, die durch die Beleuchtung des Einsatzortes weiter Strom lieferte. Hier musste erst herausgefunden werden, wie und wo die Leitungen verlaufen.

Die Ursache des Brandes stand bis gestern nicht fest. Die Ermittlungen können noch bis Montag andauern. Der Sachschaden am Gebäude wurde auf 60.000 Euro geschätzt.

Schwieriger Einsatz

Der Kommandant der Auerbacher Feuerwehr, Sven Zocher, würdigt ausnahmslos das Vorgehen der Ensatzkräfte beim Brand des Einfamilienshauses im Ortsteil Hohe Tanne. Allem voran auch deshalb, weil es sich um einen durchaus schwierigen Einsatz handelte, was Löschwasser und den Einsatz von Fahrzeugen anbelangt. Durch die abgeschiedene Lage des Anwesens sei es laut Zocher nicht einmal möglich gewesen, die Drehleiter zur Brandbekämpfung einzusetzen.

"Als wir gekommen sind, schlugen schon die Flammen aus dem Dachfenster", so der Kommandant. In dem Kinderzimmer sei eine derartige Hitze gewesen, dass sogar einige Visiere der Schutzausrüstung angeschmolzen sind. Von den Brettern der Deckenvertäfelung und den Brettern zum Spitzboden des Hauses sei nichts mehr übrig gewesen. Zocher: "Im Erdgeschoss kam kein Tropfen Löschwasser durch." In erster Linie haben die Atemschutztrupps mit Netzmittel und Löschschaum gearbeitet, um größeren Schaden am Gebäude zu vermeiden. Auch die Nachbarzimmer wurden nur bedingt in Mitleidenschaft gezogen.

Nicht bewertet

Anzeige